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Glits

Bild von Möp

„Glits“ ist so ein Buch, das schon mal rein optisch vollkommen aus der Reihe fällt. Doch ich muss sagen, so schlecht fand ich das Cover eigentlich gar nicht, denn manchmal ist weniger dann doch eben mehr und diese neon-orange Farbe stellte für mich auch gewissermaßen einen Bezug zum Buch her, auch wenn dieses Exemplar so nun eher unangenehm in meinem Bücherregal auffällt. Im Buchladen hätte es mich allerdings sofort angesprochen.

Die Leseprobe hatte bereits sehr hohe Erwartungen in mir geweckt, ich dacht „Glits“ sei ein abgedrehtes und gleichzeitig tiefsinniges, ja irgendwie gesellschaftskritisches Buch, da mich auch die Charaktere sehr fasziniert hatten und ich mich bereits zu Beginn fragte, welch eine spannende Geschichte der Autor dazu spinnen könnte. Leider wurde ich in dieser Hinsicht vollkommen enttäuscht. Doch zunächst zu den Figuren:

Als Hauptprotagonisten gelten die beiden Jugendlichen Jay und Rachel zu bezeichnen, bei denen es sich im Falle von Jay um einen sehr introvertierten Sonderling handelt, während Rachel im krassen Gegensatz dazu ein sehr lautes und aggressives Mädchen ist. Problematisch sind sie allerdings beide, jeder auf seine Art. Generell finde ich solche Jugendlichen an sich ja immer sehr interessant, weil sie einer Geschichte etwas Besonderes geben und sie vom Mainstream abheben können. An dieser Stelle war jedoch die Kombi von zwei Sturköpfen vollkommen misslungen, beide Charaktere waren mir so dermaßen unsympathisch und vor allem: Sie waren nicht in sich schlüssig und unsauber ausgearbeitet (oder sie hatten eine ernsthafte Persönlichkeitsstörung/waren möglicherweise Autisten). Denn so kam es vor, dass Jay zeitweise ein völlig normaler Junge war, der regelrecht tiefsinnige Sätze von sich gab, manchmal aber auch ein bockiges Kleinkind, das in seiner eigenen Welt lebt, die komischsten Dinge tut und niemanden an sich heranlässt (s. Phase, in der Jay von Niemandem mehr verstanden wird/Nach der Attacke in der Schule). Alles in allem waren die Figuren also schon mal sehr anstrengend und da machte die Geschichte es leider auch nicht viel besser.

Das Buch begann für meinen Geschmack eigentlich relativ gut, es war zeitweise (zu Beginn) sogar mal spannend und die Charaktere waren auch noch vertretbar. Doch im weiteren Verlauf der Geschichte wurde das Ganze so unglaublich undurchsichtig, dass es einfach nur noch ein nötiges Übel war, die Handlung zu verfolgen. Es wurden jegliche physikalischen Gesetze außer Kraft gesetzt, was ja an sich kein so großes Problem ist. Wird jedoch die gesamte Handlung so abstrus und grotesk, dass sie in sich vollkommen widersprüchlich ist, dann wird es echt nervig.

Nervig ist auch mein Stichwort für das Ende, denn ich wusste zunehmend immer weniger mit dem Buch anzufangen, da nicht deutlich wurde, was der „Glits“ denn nun sei und hoffte daher auf ein klärendes Ende. Doch Fehlanzeige. Ich ahne grob, was dieses Wesen nun sein sollte, allerdings nur in Ansätzen, verstanden habe ich jedoch zugegebenermaßen gar nichts.

Fazit:
Insgesamt fühlte ich mich durch „Glits“ sehr an Kafkas „Die Verwandlung“ erinnert und hatte die ganze Zeit das Gefühl, die ganze Geschichte sei eine riesige Parabel voller Symbole und Metaphern und mein Gefühl sagte mir, dass irgendwie ausgedrückt werden sollte, wie sich selbst solche Menschen durch in diesem Fall den Glits verändern können. „Der Gang“ sollte sicherlich auch etwas Metaphorisches bedeuten (daher auch die Farben), genauso wie der Glits und bestimmt auch die Tic Tacs, die Ger immer gegessen hat. Allerdings hatte ich nur eine grobe Ahnung oder sagen wir besser Hoffnung von diesem Interpretationsansatz. Was der Autor damit nun ausdrücken wollte, hat sich mir dennoch leider nicht erschlossen. Ich wäre also gespannt, eine Erklärung seitens des Urhebers dazu zu hören, weiterempfehlen würde ich dieses Buch allerdings auf keinen Fall. Es ist bestimmt ganz lustig, sich über diese ganzen Ungereimtheiten kaputt zu lachen, es ernsthaft zu lesen macht jedoch überhaupt keinen Spaß.
Daher von mir einen von 5 Sternen für das gelungene Cover und die Hoffnung auf tiefergehende Deutungen, die sich mir nur leider verborgen hatten.


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