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Grand Tour oder Die Nacht der Großen Complication

Bild von kiwii.chaotic

Leonard Pardell, Architekturstudent, hat genug von seinem Alltag. Er hat das Gefühl, noch nichts erreicht zu haben und will mit knapp dreißig nun endlich etwas erleben. Ein Praktikum in Buenos Aires, Argentinien, schient genau das Richtige zu sein – doch schon am Münchener Bahnhof stellt er fest: Er wurde abgezockt. Ratlos, ohne Geld, ohne Perspektive steht er nun da. Aus der Not des Augenblicks heraus beschließt er, einen Job bei der Bahn als Nachtschaffner anzunehmen. Seiner Mutter und seiner Jugendliebe gaukelt er dennoch einen Aufenthalt in Argentinien vor. Auf seinen Touren und Aufenthalten lernt er neue Freunde und auch neue Feinde kennen – und er lernt vor allem übers Leben.

Eine Geschichte über das Ankommen und Abreisen, über die Liebe und den Hass, Habgier und Sehnsucht. Ein Buch, das die Wege unterschiedlichster Personen beschreibt, ihre Art detailliert darstellt und einem das Gefühl gibt, mitten unter ihnen zu sein. Jede der Figuren hat ihre Eigenarten und eigene egoistische Ziele, die dennoch auf eine faszinierende Art und Weise zusammenhängen. Steffen Kopetzkys Grand Tour ist eine bunte Mischung aus Lehrreichem über mechanische Uhren und diversen menschlichen Fehltritten und Makeln.

«Was ist mit der Zeit dazwischen, dachte er, wenn es unaufhörlich solche Augenblicke der Wiederkunft und Wiederkehr gibt? Wenn sich scheinbar immer, in jedem Augenblick, irgendein Kreis schließt. Wo ist dann der Ort der bloßen Zeit, die nur Zeit ist? Von der Zeit, die keine besonderen Zeichen mit sich führt, sondern nur ihr schlichtes Vergehen ist: die fünf Minuten, die zwischen einem Hauseingang und einer U-Bahnstation liegen? Die Augenblicke zwischen der Frage nach einer englischen Zeitung an einem spätnächtlichen Kiosk in Österreich und der Suche der Kioskbetreiberin, ob es diese Zeitung noch oder schon gibt? Die Hundertstel neuronaler Sekunden, die zwischen dem frühmorgendlichen Blick in den Spiegel und dem Augenblick liegen, da man sich selbst erkennt? Wo war diese Zeit? Wieso gab es bloß Ankünfte, die Kreise nur schlossen, um neue aufzumachen?»


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