style="display:block"
data-ad-client="ca-pub-7783397286425302"
data-ad-slot="3580846517"
data-ad-format="autorelaxed">

Nilowsky

Bild von SonjaB

Markus Bäcker wächst in der DDR der 70er Jahre auf. Weil sein Vater einen neuen Beruf hat, müssen sie innerhalb von Berlin umziehen und Markus in eine neue Schule gehen. Markus ist ein typischer Einzelgänger und hat keine Freunde. Da läuft ihm Reiner Nilowsky über den Weg. Dieser ist drei Jahre älter als Markus und erklärt ihm die Welt auf seine eigene, seltsame Weise. Markus stellt diese neue Sichtweise nicht in Frage und schließt sich Nilowsky ein wenig an, hängt ab und zu mit ihm herum. Ansonsten lebt er weiter mit seinen Eltern sein spießiges Leben und ist ein guter Schüler. Bis er irgendwann Carola kennen lernt, von der Nilowsky schon lange erzählt hat, dass er sie eines Tages heiraten wird. Sie ist das erste Mädchen, für das er sich ein wenig mehr interessiert. Doch dann gerät alles etwas aus den Fugen. Das spießige Leben wird ein wenig erschüttert.

Laut Klappentext soll das Buch melancholisch, witzig, schräg, beseelt und kultverdächtig sein. Ich finde, in dieser Aufzählung ist „witzig“ fehl am Platz. Nilowsky hat ein paar kleine seltsame Ansichten – aber wirklich witzig sind die nicht, eher schräg. Melancholisch ist das Buch tatsächlich, denn der Tod spielt in dem Buch eine größere Rolle. Außerdem gibt es immer wieder Punkte, an denen man ins Sinnieren kommen könnte. In dieser Aufzählung fehlt jedoch noch der Punkt „langatmig“. Alles wird unheimlich in die Länge gezogen. Alles wird recht langweilig aus der Sicht von Markus geschildert, der sich vom Leben einfach nur treiben lässt und nie mal selbst die Initiative ergreift.

Insgesamt wird glaube ich recht anschaulich das Leben in der damaligen DDR geschildert. Ein Leben, das so voller Hoffnungslosigkeit ist, wo es keinerlei Perspektiven gibt. Und sehr eindrucksvoll wird das spießige Leben von Markus’ Eltern beschrieben, später auch Carolas Eltern. Leider steht das so sehr im Vordergrund und es fehlt so jeder Antrieb, jegliche Lebendigkeit in dem Buch, dass ich es einfach nur langweilig fand und mich fast zwingen musste, es bis zum Schluss zu lesen. Die im Klappentext angedeutete Liebe zwischen Markus und Nilowsky entpuppt sich dann auch nicht ganz als das, was man erwartete, denn sie bleibt unerfüllt und langweilt eher.

Insgesamt ein Buch über eine trostlose Jugend in der DDR, von dem ich mich frage, warum es geschrieben wurde.


0