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Leitfaden zur Verlagsfindung

Bild von Yuvi

Die Userin Ninchen007 hat einen kleinen Leitfaden zur Verlagsfindung verfasst, den wir sehr hilfreich finden und deshalb mit einigen kleinen Änderungen mit euch teilen wollten :)

Leitfaden zur Verlagsfindung

Ich denke wir alle wissen (oder können uns zumindest vorstellen), wie undurchsichtig das Verlagswesen ist. Bei all den Anforderungen und Fachbegriffen kann man schnell mal den Überblick verlieren.

Ich habe all die Recherchen und Fachartikel schon hinter mir und habe mich durch viele „Anforderungen an das Manuskript“ gekämpft und habe hier alles einmal in ein paar Punkte zusammengefasst.

Das richtige Format
- Word-Datei (ggf. PDF)
- Schriftgröße: 12/13
- Schriftart: Arial, New Times Roman
- Blocksatz
- breiter Korrekturrand
- 30 Zeilen, 60 Anschläge pro Blatt
- auf jedem Blatt (Kopf- und Fußzeile):
1. Vor- und Nachname
2. Arbeitstitel
3. Adresse
4. Seitenzahl und Gesamtseitenzahl

Am Anfang steht die Recherche

Bevor man sein Manuskript als Leseprobe oder in vollständiger Form einem Verlag anbieten kann, muss man zuerst prüfen, ob das Werk überhaupt ins Verlagsprogramm passt.
Danach such dir die Anforderungen des Verlages an das Manuskript raus, denn natürlich können die Wünsche des Verlages von meinem „Leitfaden“ für das richtige Format abweichen.
Such die richtige Adresse (E-Mail oder Post) heraus und achte darauf, dass du auch wirklich den richtigen Ansprechpartner hast. Meistens beinhalten diese Adressen „Lektorat“ oder „Manuskript“. Denn die meisten falschadressierten Manuskripte landen eher im Müll, als dass sie vom Verlag zum richtigen Ansprechpartner geleitet werden. Falls ihr euch nicht sicher seid, kann man oft auch schnell und einfach über eine E-Mail an die richtigen Adressen kommen.

Das Exposé

Bei jedem Erstkontakt mit dem Verlag, sollte ein Exposé mitgeschickt werden. Um genau zu sein – die meisten Verlage verlangen ein Exposé zusätzlich zu dem Manuskript oder der Leseprobe.
Im Grunde ist ein Exposé nichts anderes als eine Zusammenfassung, die grobe Struktur, deines Werkes.
Es beinhaltet meistens
- die Grundlage der Hauptidee / Inhaltsangabe (ca. 1 PC-Seite)
- die Vorstellung der Hauptfiguren
- den Arbeitstitel
- den Manuskriptumfang in Normseiten
Berechnung der sogenannten Normseiten (Buchseiten):
Zeichenzahl inkl. Leerzeichen / 1800

- Zielgruppe
Natürlich muss auch bei dem Exposé immer auf die Anforderungen der einzelnen Verlage geachtet werden.
Ein Exposé sollte (inkl. Leseprobe) nicht mehr als 30 Seiten umfassen.

Schritt für Schritt

1. Hab Geduld, erwarte nicht das große Geld

Mit dieser Einstellung ersparst du dir jede Menge Kummer, denn es wird Absagen hageln. Nicht auf Grund der Qualität deines Skriptes, sondern weil täglich unzählige unverlangte andere Manuskripte in die Eingangslektorate flattern. Die meisten werden nicht mal geöffnet.

2. Keine unverlangten Manuskripte senden

Um genau diesen Absagen aus dem Wege zu gehen, sende dein Manu nicht blindlings an irgendeinen x-beliebigen Verlag.
Suche in Buchhandlungen nach Büchern deines Genres, notiere dir die Verlage, du kannst auch das Netz durchkämmen. (Ist eine zeitaufwendige Arbeit, du ersparst dir aber jede Menge Kohle)

3. Kontaktiere besagte Verlage (auch Kleinverlage)

Schreib per Post, Mail ans Eingangslektorat, ob Interesse an deinem Roman bestünde. Stell dich und deinen Roman kurz vor. Der Verlag wird dir antworten.
Wenn du im Internet bereits Informationen über die Manuskripteinreichung gefunden hast, kannst du dir diesen Weg sparen.

4. Verfasse eine Kurzbiographie (dein Leben), ein Exposé (Zusammenfassung deines Werks) und ca. 20 – 30 Seiten Leseprobe.
Jeder Verleger (Lektor) will wissen, mit wem und mit welchem Stoff er es zu tun hat.

5. Wenn der Verlag Interesse zeigt, sende alles ans Lektorat

Vorteil: Sie haben dein Manuskript angefordert und werden es dann zumindest lesen.
Das Lektorat benötigt Zeit. In der Regel 3 bis 8 Monate!

6. Warten auf Zusage

Wieder ist Geduld gefragt. Solltest du eine Zusage erhalten, kannst du es mit einem Lotto 6er vergleichen. Aber vor allem kannst du dir sicher sein, dass du ein außergewöhnlich gutes Werk geschaffen hast!

Solche und solche

So sieht das Prozedere einer Skripteinsendung an einen „normalen“ Verlag aus. Du erkennst „normale Verlage“, indem diese nicht um Autoren buhlen. Heyne, Bertelsmann, PIPER usw. werden keine Inserate Verlag sucht Autoren setzen.

Dies machen Dienstleistungs- und DKZVerlage. Man sollte prinzipiell nicht alle über einen Kamm legen, aber bei vielen dieser Verlage ist größte Vorsicht geboten. Viele nutzen die Unerfahrenheit der Autoren schamlos aus und verlangen enorme Zuschüsse, die niemals mehr eingespielt werden können.

Auch vorläufige „Verlags- und Selbstkostenangebote“ sind noch kein Grund zu jubeln. Na klar – wenn du von einem Verlag gesagt bekommst, dass dein Werk perfekt in ihr Programm passen und sie es gerne darin aufnehmen würden, ist das ein tolles Gefühl.
Doch genau das machen manche dieser Verlage mit jedem, ohne auch nur ein einziges Mal aufs Manuskript zu blicken. 500 Neuerscheinungen im Jahr sind dann keine Seltenheit.
Eigenbeteiligungen im 5stelligen Betrag sind ebenfalls keine Seltenheit. D.h. die Verlage verdienen schon im Voraus unverhältnismäßige Summen, die niemals bloß die Kosten der Produktion decken.

Von diesen 500 Neuerscheinungen sind 400 oft totaler Schwachsinn, 50 sind gerade mal lesbar, 48 sind vielleicht angemessen und 2 gut. Bei allen 500 wird ein Korrektorat vorgenommen und als Lektorat verkauft. D.h. Schwachsinn bleibt Schwachsinn, die gerade mal lesbaren, bleiben gerade mal lesbar……
Bedenke:
Kein Buchhändler, würde sich die Arbeit machen, 500 Bücher von einem derartigen Verlag zu lesen, um 2 „nicht mal sehr gute“ (da sie ja nicht richtig lektoriert wurden) zu finden, um sie im Laden auszustellen.
Soviel zu den Chancen, dort einen Bestseller zu landen, wie so oft auf deren Homepages vorgegaukelt wird.

Es gibt aber auch kleine Verlage, die - um zu überleben - Beteiligungsmodelle anbieten. Diese versuchen am Buchmarkt Fuß zu fassen oder zu bestehen, sind bei weitem angesehener als DKVZ und BoD. („Book-on-Demand“ = Selbstbeteiligungsverlag mit sehr hohen Kosten für den Autor)
Grundsätzlich sollte ein Autor aber nie für die Veröffentlichung seines Buches zahlen müssen, der Verlag bezahlt den Autor und nicht umgekehrt. Also hier bitte Vorsicht.

Die Alternative zum Verlag: Agenturen

Wenn man sich im Internet ein bisschen umschaut, wird man auch Agenturen finden, die Mauskripte an Verlage vermitteln.
Sie sind somit die Vermittlungsinstanz zwischen euch und dem Verlag selbst, durch ihren Häufigen Umgang mit den Verlagen haben sie den Vorteil, genau zu wissen wie die Dinge dort laufen. So steigt die Chance, dass der Verlag euer Buch am Ende übernimmt.
Auch hier gibt es solche und solche, man muss eben immer aufpassen.
Doch wenn man die Augen offen hält, wird man auch durchaus seriöse Agenturen finden, bei denen man sich sicher sein kann, dass sie wirklich alles dafür geben, dass der Autor „unter die Verlagshaube“ kommt.
Solche seriösen Agenturen erkannt man oft an der Art der Bezahlung. Natürlich arbeiten diese Dienstleister auch nicht für umsonst. Doch wenn es eine vernünftige Agentur ist, arbeiten sie auf Basis sogenannter Tantiemen, d.h., dass sie erst im Falle einer Inverlagnahme selbst kassieren. In der Regel bekommen die Agenturen dann 10 - 15% des Autorenhonorars, allerdings erst, wenn du dich wirklich für einen Verlag entschieden hast. Selbst wenn sie die 10000 Verlage anbieten und du keinen nimmst, bekommen die Agenturen kein Geld. Zumindest die seriösen nicht.
Sollte die Agentur also einen Zuschuss oder eine Selbstbeteiligung oder aus sonstigen Gründen Geld im Vorraus verlangen, dann Finger weg!!

Ob man sich jetzt direkt an die Verlage wendet oder über Agenturen (in Amerika läuft alles nurnoch über Agenturen), bleibt jedem selbst überlassen. Auch die Möglichkeit beides zu versuchen besteht.

Letzte Anmerkung:
Egal wohin du dein Manuskript schickst – ob an eine Agentur oder an einen Verlag –achte darauf, dass du den Text vorher gründlich durchgeschaut hast. Du hast nur diese eine Chance, nur einen ersten Auftritt! Kein Verlag erwartet, dass dein Manuskript perfekt oder sogar lektoriert ist, aber vorzeigbar sollte es auf alle Fälle sein! :-)