Miss Right

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„Hey, Pferdebaby“, sage ich, „große Worte!“
„Und gleich große Party“, sagt Alex und legt einen Arm um Anna und einen um mich.
„Wie es wohl wäre, wenn Alex nur mich im Arm hätte?“, höre ich Anna murmeln. Empört mache ich den Mund auf, doch als ich Alex strahlendes Gesicht sehe, bleibt mir alles im Halse stecken. Naja, denke ich, halb belustigt, halb erzürnt, träumen darf man ja noch. Und ein Traum wird es für Anna wohl auch bleiben, denn heute werde ich mit Alex einen Tanz tanzen, der mehr sagt als alle Worte. ,, Hey Emma , träumst du?" Alex und Anna grinsen, als ich etwas verwirrt wieder in der Realität ankomme. ,, Hab ich was verpasst?" Meine Frage scheint Anna wohl zu amüsieren. ,, Nee, aber Alex hat gesagt wir waren so gut , dass er uns dafür küssen könnte! Wobei deine Gegenwart nicht unbedingt erforderlich ist, ich kriege das auch ohne dich hin." Anna grinst mich frech und herausfordernd an. Nur der Umstand, das Alex das nicht ahnt wie nahe das der Wahrheit kommt, hindert mich daran Anna wütend anzufauchen. Mittlerweile aber sind wir an der Bar angelangt und sehen uns nun etwas verlegen an. Jedenfalls sehen Anna und ich uns verlegen an, denn ist er da , der Moment der Wahrheit. Der Moment in dem Alex sich zwischen uns entscheiden muss!
Doch vorläufig wird mit dem Entscheiden nichts , denn während Anna und ich uns angesehen haben wurde Alex von einer blonden Schönheit angesprochen. ,, Tanzt du mit mir?" , sind die letzten Worte die wir hören, dann ist Alex weg. ,,So habe ich mir das mit der Entscheidung nun auch nicht vorgestellt", murmelt Anna enttäuscht vor sich hin. Doch diesmal muss ich ihr zustimmen. Ein Blickwechsel zwischen uns und wir sind uns einig: Wir müssen Alex von dieser Blonden loseisen. Natürlich stürmen wir uns frohgemut ins Getümmel und lassen die Goldbecher , die Alex uns bestellt hat ohne Besitzer zurück.
Doch in einer tanzenden Menge jemanden zu finden der sich stetig hin und her bewegt ist nicht gerade einfach. Die Dunkelheit des Raumes macht mir die Sache nicht gerade einfacher. Schließlich gebe ich auf. Gestresst setze ich auf einen Sitzhocker und blicke über die Menge. Prompt entdecke ich Alex. Er tanzt , nicht weit entfernt von mir. Und wie er tanzt! So habe ich ihn noch nie erlebt. Offenbar hat die große Blonde ein paar versteckte Energien in ihm freigesetzt. Frustriert drehe ich mich um 180 Grad und stoße mit voller Kraft auf eine andere Stirn. Die Stirn eines Jungen.
,,Kannst du nicht aufpassen? Was machst du überhaupt so dicht an meinem Platz?" Gereizt wie ich bin habe ich gar nicht bemerkt, dass der andere mich wie vom Donner gerührt anstarrt. Als ich es denn endlich merke hat der Typ sich wieder gefangen, und meint: ,, So so , dein Platz ja? Dann verrate mir mal , warum meinen Cola und mein Handy auf dem Platz liegt? Kann es sein , dass du irgendwie enttäuscht bist, übrigens ich bin Tom?" wechselt er plötzlich den Ton.
,,Nee alles paletti."

Auf meine Entschuldigung kann der komische Typ lange warten. Ich habe etwas besseres zu tun: Ich muss Ausschau nach Alex halten. Vergebens! Nach zwei Minuten intensiven Starrens in die tanzende Menge , merke ich wie mir jemand leicht auf die Schulte tippt. ,,Lass mich in ruhe ja?!“ Mit diesen Worten drehe ich mich um und bekomme einen Mordschrecken - Alex steht vor mir!
,,Ihm, sorry , da war dieser Junge .. und Anna und ich haben gesucht.... schlecht drauf....blond.“
,, Schon gut. Hast du vielleicht Lust mit mir zu tanzen?“ Da fragt er noch? ,, Ja habe ich .“ Hey ist das toll? Alex tanzt mit mir! Das ist wie Weihnachten und Ostern zusammen. Ich schwebe auf Wolke sieben. Passend zu meiner Stimmung wird jetzt ein langsames und romantisches Lied gespielt. Während des Tanzes aber schweifen Alex' Blicke oft über die Tanzenden hinweg, als suche er jemanden. Er ist so unkonzentriert, dass ihm ein Fehler unterläuft und ich über seinen Fuß stolpere.
,, Alex! Was hast du?“
,, Tut mir Leid Emma, ich bin wohl etwas aufgeregt.“ Wirklich? Ist es vielleicht wegen mir? Oder sucht er etwa Anna. Seine nächsten Worte versetzen mir ein Stich ins Herz. ,, Hast du Stella gesehen? Sie war eben noch an der Bar. Ich will den Mund aufmachen um etwas zu sagen , aber da
drückt mir Alex schon einen flüchtigen Kuss auf die Wange. Selig von dem Kuss taumele ich nach draußen.
Ich brauche nicht lange um Anna zu finden. ,, Hey , was ist los?“
,,Alex. Er hat gesagt wir sollen Platonische Freunde sein. Er war ganz nett und hat mir erklärt , dass er die andere liebt. Ich habe gesehen wie...“Weiter kommt sie nicht vor lauer Schluchzen.
Mitleidig nehme ich sie in meine Arme. Aber wie soll ich sie trösten , wo ich doch so glücklich bin?
Ich bin die ANDERE. ,, Emma , du brauchst dich nicht verstellen. Ich kenne dich. Ich weiß , dass du tapfer bist. Und jetzt geh.“
,, Aber ich ...“
,,Geh jetzt!“ Äußerlich leise und beherrscht, aber innerlich laut jubelnd und jauchzend gehe ich wieder in den Tanzsaal. I feel good , nanananananana, oh so good! Innen ist es seltsam still. Es spielt keinen Musik und die Leute reden leise miteinander. Plötzlich höre ich eine Stimme , die ins Mikro spricht. Es ist Alex.! Schnell drängele ich mich in die erste Reihe und sehe wie Alex rot wird. ,,Mhm , also ich möchte einer bestimmten Person etwas sagen.“ Da geht mir ein Licht auf. Alex will mir eine Liebeserklärung machen. Wie süüüß.
,, Ich kenne dich erst seit kurzem , aber du hast mich vom ersten Augenblick an fasziniert. Du bist meine Miss Right.“
Also meiner Meinung nach, kennen wir uns schon lange genug. Alex.
,, Deine Art zu tanzen ist einfach umwerfend. Du lachst echt schön und hast das hübscheste Gesicht überhaupt.“ Na, das beweist ja wohl,, dass es wahre Liebe ist , er übersieht meinen „Fischkopf“
,,Du bist so anders als alle anderen Mädchen , die ich kenne. Was ich sagen will ist: I love u Stella.”
Hey STOP. Stella? ,, Emma , mach keinen Blödsinn. Wach auf. Bitte.“ Eine mir vage bekannte Stimme ruft mich.
Alex! will ich rufen und aufstehen , aber alles was rauskommt ist ein Krächzen. Und mein Kopf dröhnt. ,,Gott sei Dank , sie ist wach !“ , höre ich Anna sagen.,, Vielen Dank Tom.“ Wer ist denn Tom? Ich mache die Augen auf und sehe den Fremden von der Bar vor mir.
,,Hey Emma , tut mir Leid . Ich dachte du wüsstest Bescheid. Sonst hätte ich dich vorgewarnt.“
Schlagartig fällt mir alles ein.“ Was für eine Enttäuschung. Doch wen sehe ich da? Ist das nicht Alex , der auf mich zu kommt? Schnell schließe ich die Augen und höre wie Anna Alex anfaucht: ,,Was willst du noch? Es ist alles gesagt. Geh.“
,, Wenn sie aufwacht, dann sag ihr , dass es mir Leid tut. Ich habe von nichts gewusst.“ Offenbar ist Anna weggelaufen , denn ich höre Tom brummen:,, Nun hast du auch noch Anna unglücklich gemacht .“
Ein paar Minuten später fühle ich mich gut genug um aufstehen zu können, aber eine starke Hand hindert mich daran. Tom. ,, Bleib mal liegen.“ ,, Wo ist Anna?“
,, Sie tanzt......mit meinem Bruder.........Alex.“
,,Qh.“ Ist das ein gutes Zeichen oder heißt das , dass Anna auf Biegen und Brechen einen Alex -Ersatz will?
,, Kannst du mich in den Tanzsaal begleiten?“
Tom kommt näher und bückt sich , weil er mich tragen will. Von nahem sieht sein Gesicht ganz gut aus.
,, Hey , lass das. Ich kann gehen.“
,,Riskiere lieber nichts. Ich trage dich rüber.“
,, Nicht nötig.“
,,Tue es aber gern.“ Tom hat das letzte Wort. Ich gebe mich geschlagen. Während wir in den Tanzsaal gehen (ich werde dann doch getragen) bin ich nicht mehr so traurig.
Auweia, dass mit Tom und seinem Bruder kann ja noch heiter werden!