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Du gehörst mir

Bild von Myra

In ihrem 2004 erschienenen Psychothriller "Du gehörst mir" beschreibt Annemarie Schoenle, eine bekannte Roman- und Drehbuchautorin, die sogar schon den Adolf-Grimme-Preis und einige andere Preise gewonnen hat, die Beziehung und (später auch) Ehe der Journalistin Melanie mit dem erfolgreichen, aber auch psychopathischen Anwalt Wolf.

Als Melanie sich mit dem erfolgreichen Anwalt Wolf anfreundet, ist sie von seiner abgöttischen Liebe überwältigt. Nur zu gerne nimmt sie seinen Heiratsantrag an und bleibt zunächst ahnungslos, als er beginnt jeden ihrer Schritte zu verfolgen, ja, sie sogar von einem Detektiv überwachen zu lassen. Erst langsam dämmert ihr, dass sie einen krankhaft eifersüchtigen Mann geheiratet hat und in einer Falle sitzt, aus der sie sich nur mittels eines raffinierten Plans befreien kann...

Da ich als (leider) sehr visuell geprägter Typ, die Entscheidung, welche Bücher ich lese oder nicht, hauptsächlich anhand eines guten Covers treffe, sprang mir dieser Roman gewissermaßen ins Gesicht als ich ihn im Bücherregal meiner Schwester stehen sah. Die meisten Romane, vor allem die Psychothriller haben eher dunkle Einbände. Dieser aber hat einen strahlend weißen, ledglich geschmuckt durch eine große Augenpartei. Kein Wunder also, dass es hervorsticht.
Als ich das Buch also aus dem Bücheregal befreit hatte, fiel mir auch der für meinen Geschmack etwas gruselige Titel auf. Du gehörst mir So steht es in roten Lettern geschrieben. Als Mensch, der vorher noch nie in großem Ausmaß Psychothriller gelesen hatte, war der Titel natürlich erstmal ein wenig erschreckend und auch als ich den Klappentext gelesen hatte, war mir noch nicht so hundertprozentig klar, was ich davon halten sollte. Wider besseren Wissens nahm ich das Buch trotz der schon weit fortgeschrittenen Uhrzeit mit und fing an es zu lesen, ach was zu verschlingen. Ein großer Fehler. Einer, den ich mit einer so gut wie schlaflosen Nacht und einem Schultag, der so unproduktiv wie nur irgendwie möglich bezahlen musste.
Aber das wahr es wert.
„Annemarie Schoenle baut in ihrem Roman sehr geschickt ein Spannungsfeld auf, dem sich der Leser nicht entziehen kann. Aus der angespannten Atmosphäre zu Beginn des Buches entwickelt sich ein rasantes Beziehungsdrama, dessen Plot sehr intelligent gewählt ist.“
Süddeutsche Zeitung (Landkreis Ebersberg), 21./22.08.2004
Detailliert schildert sie beide Seiten der Medaille, die des Opfers und die des Verursachers des Psychoterrors. Immer größer wird die Spannung immer kleinteiliger die Überwachugsmethoden. Was noch relativ harmlos, so fern man Überwachung überhaupt als harmlos bezeichnen kann, entwickelt sich immer weiter, so dass es schlussendlich nur noch als Stalking zu bezeichnen ist. Und immer wieder schiebt die Autorin auch Kapitel aus Wolfs Sicht dazwischen, damit der Leser auch seine Beweggründe besser verständen kann.
Insgesamt ein sehr gelungenes und empfehlenswertes Werk, das man allerdings wie mein Beispiel zeigt nicht am späten Abend anfangen sollte, sonst kann man es wohlmöglich gar nicht mehr aus der Hand legen.


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