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Das fremde Haus

Bild von Nazena

Connie fühlt sich eingeengt in ihrem Cottage in einem kleinen Dorf und leidet unter ihrer dominanten Familie. Eines Nachts surft sie auf einer Immobilienseite und guckt sich ein Haus in Cambridge an, was für sie schon längst zur fixen Idee wurde. Doch plötzlich entdeckt sie auf einem Bild die Leiche einer ermordeten Frau. Als ihr Ehemann Kit sich die Bilder ansieht, ist alles in Ordnung. Connie war schon vorher psychisch labil, verliert sie jetzt endgültig den Verstand? Die Polizei glaubt ihr nicht und auch Simon, ein Bekannter von ihr, Polizist und gerade auf einer Hochzeitsreise, kann nur langsam die Bruchstücke zusammensetzen. Was ist wirklich in Bentley Grove 11 passiert?
Der Prolog enthält ein paar Seiten aus dem letzten Kapitel, um den Leser neugierig zu machen, dann wird erst mal des langen und des breiten alles Mögliche erklärt. Sehr viele Charaktere, die für die Handlung nur bedingt nötig sind, werden ausschweifend und mit einer manchmal ermüdenden Detailfülle beschrieben. Außerdem wird so viel Alltägliches eingebaut, dass es schwerfällt wichtige von unwichtigen Informationen zu trennen. Es ist kaum möglich den Überblick zu behalten- war hat was wo gemacht und steht in welchem Verhältnis mit wem?
Die Charaktere sind extrem in ihrem Charakter und Verhalten. "Normale" Personen kommen praktisch nicht vor, jeder hat den einen oder anderen Knacks oder gleich eine behandlungsbedürftige Neurose. Dadurch fühlt sich die Geschichte sehr künstlich an.
Die Grundidee ist interessant- hat Connie es sich nun eingebildet oder nicht? Aber gerade durch den Prolog wird deutlich, dass wesentlich mehr dahintersteckt und der Schuldige bzw. jemand, der offensichtlich große Mitschuld hat, schon auf den ersten beiden Seiten des Romans offenbart.
Die Handlung ist extrem verwinkelt und widersprüchlich. Es werden so viele Lügen, Zeitsprünge und Geschichten aus der Vergangenheit und aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt, dass man kaum noch folgen kann. Außerdem wechselt die Erzählperspektive immer wieder: es gibt die Icherzählerin Connie, aber auch mehrere andere Erzählstränge, die aus der auktorialen Sichtweise Simon, Connies Schwester oder anderen folgen.
Die Auflösung hat mir ehrlich gesagt nicht gefallen: zwar waren die Winkelzüge des Drahtziehers gut durchdacht, dass Motiv in meinen Augen aber völlig überzogen. Es war einfach nicht plausibel. Connie selbst ist anhand einiger Geschehnisse in der nahen Vergangenheit für mich recht eindeutig psychisch krank, die Krankheit an sich und die Umstände passen für mich aber nicht gut zusammen.
Stellenweise enthielt das Buch zwar einige spannende Szenen, meistens wurden allerdings sehr trocken jede Menge Informationen aufgezählt, was für einen zähen Lesefluss sorgte.
Das Potential ist da, die Umsetzung konnte mich aber nicht besonders überzeugen, deshalb gibt es von mir 3 von 5 Sternen.


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