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Buch des Monats 02/13: Sangu Mandanna: Lost Girl - Das Leben der Anderen

Bild von Ilia

Lost Girl – Im Schatten der Anderen-
Buchrücken

Sie darf nicht wählen,
wen sie liebt.
Sie muss verschweigen,
was sie träumt.
Sie kann nicht leben,
wie sie will.
Denn sie ist nur ein Echo.

Klapptext
>> Ich lerne was Amarra lernt, und esse, was sie isst. Ich muss den Jungen lieben, den sie für uns aussucht. Sie ist das Original, das ich kopiere. In meinen Gedanken ist sie immer da. Alles, was ich tue, hängt von ihr ab. Sollte Amarra eines Tages etwas zustoßen muss ich sie ersetzen.<<

Inhalt
Amarras Eltern lieben ihre Tochter so, dass sie ein Echo (Eve), eine Kopie ihrer Tochter erstellen lassen, dass falls sie stirbt, sie nicht ganz verschwindet, sondern ein Teil von ihr weiter lebt.

Meinung
Die Idee der Geschichte finde ich interessant. Was, wenn es möglich wäre, ein zweites Ich erschaffen zu lassen, das uns wenn wir sterben ersetzen könnte. Kann jemand dir so gleichen dass er einfach deine Position einnehmen könnte? Ist es nicht gerade die Einzigartigkeit, die einen Menschen ausmacht?
Damit Amarras zweites Ich ihr möglichst gleicht und keine eigene Persönlichkeit entwickelt wird immer wieder betont das Eve NUR das Echo und kein Mensch ist. Doch was unterscheidet Echo und Mensch? Wie definiert man Mensch sein?
Evas Leben besteht aus strengen Richtlinien - schon, dass sie sich einen eigenen Namen gegeben hat, ist ein Verstoß gegen die Regel und könnte sie das Leben kosten. Als Eve sich dann auch noch in ihren Betreuer Sean verliebt Riskiert sie mehr als „nur“ ihr eigenes Leben.
Doch Eve ist ein tolles, starkes Mädchen, das einen unerschütterlichen Willen entwickelt aus ihrem rein funktionellem Dasein auszubrechen und ihre eigenes Leben zu leben.
Inhaltlich ist die Geschichte in drei Teile unterteilt, wobei mir der mittlere Abschnitt mir emotional gesehen am besten gefallen hat.
Sangu Mandanna Schreibstil finde ich ein wenig zäh. Durch zu viel Beschreibung und Wiederholungen und zu wenig Handlung wurde einiges an Spannung eingebüßt.
Statt eines klassischen Spannungsbogens, findet man hier die Spannung zwischen den Zeilen, sodass sie kaum greifbar ist.
Leider finde ich wurde bei diesem Buch einiges an Potential verschenkt. Als Leser haben mir Informationen über die Erschaffung der Echos (Eve) gefehlt, aber auch andere Aspekte hätte ich gerne näher erklärt und erläuter bekommen.
Auch haben verschiedene Inhaltliche Ungereimtheiten das Lesevergnügen negativ beeinträchtigt.
Echos sollen nahezu nahtlos das Leben der Anderen übernehmen, wachsen aber gänzlich abgeschottet in einer ganz anderen Kultur auf. Soziale Defizite und Weltfremdheit sind hier vorprogrammiert, wie kann sich Eve plötzlich ohne größere Probleme im fernen Indien zurechtfinden. Und obwohl sie illegal in Indien ist und darauf, ein Echo zu sein die Todesstrafe steht, hat sie nie erwähnenswerte Probleme mit irgendwelchen Behörden.
Ebenfalls bleibt es unklar, wie die relativ große Schülergruppe die Eves Geheimnis aufdecken, es schafft dies vor allen anderen zu verbergen und absolut niemand etwas verrät.
Nachdem in zweidrittel des Buches kaum etwas geschehen ist, überstürzen sich zum Schluss die Ereignisse, doch statt das hier nochmal alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden verläuft die Handlung zu glatt, zu kantenlos, ohne Überraschungseffekt, zu konstruiert…

Fazit
Die Idee, die Handlung, der Schauplatz, der Klapptext klingt alles sehr spannend und interessant, doch die Umsetzung fand ich rechtblass. Überzeugen und in seinen Bann ziehen konnte mich dieses Buch nicht wirklich.

Infos
Erschienen: Juli 2012
Verlag: Ravensburger Buchverlag
Format: Gebunden
Umfang: 448 Seiten
ISBN: 978-3473400805
Preis: 16,99 Euro
Vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 14-17 Jahre


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