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Leopard

Bild von Nazena

Nach dem Schneemann-Fall ist Harry Hole physisch und psychisch ein Wrack. In Hongkong betäubt er sich mit Opium und versteckt sich vor den Triaden. Seine junge Kollegin Kaja schafft es ihn zurück nach Norwegen zu holen. Zwar weigert sich Hole zu Beginn, bei den Ermittlungen gegen einen mutmaßlichen Serienkiller zu assistieren, lässt sich aber schließlich doch überreden. Doch der Fall ist nicht nur aufgrund der bizarren Morde und der Presse brisant, sondern auch ein Politikum: die Regierung will sparen und nur noch ein Mordermittlungsteam finanzieren. Wer den Mörder schnappt, dessen Team wird bleiben...

Harry Hole ist ein genialer Ermittler, doch seine Prinzipien decken sich nicht unbedingt mit dem Gesetz. Als Charakter ist er interessant zu verfolgen (auch wenn man ihm aufgrund seiner Methoden sicher nicht als Verdächtigem begegnen möchte). Der Thriller ist spannend und zieht den Leser in die Handlung, allerdings war stellenweise viel zu dick aufgetragen. Menschlich sind alle Charaktere authentisch, die Vorgehensweise der Polizei allerdings nicht im Geringsten. Da wird praktisch ohne Beweise ein Haftbefehl unterschrieben (von dem der Staatsanwalt ganz genau weiß, dass er damit eine politische Lawine lostritt). Die Fälle werden noch grausamer, der Täter hat ein noch abstruseres Motiv (und den dazugehörigen Sockenschuss). Alle Indizien weisen glasklar auf einen Täter, der wird verhaftet und stellt sich 2 Seiten später als unschuldig, da wasserdichtes Alibi, heraus . Dafür weisen jetzt alle Indizien eindeutig auf einen anderen und das Spiel geht von vorne los, bis alle abgeklappert sind. Das wäre so nicht nötig gewesen. Ales ist unglaublich verschachtelt und verkompliziert, weshalb es irgendwann keinen Spaß mehr macht "selbst zu ermitteln" und zu überlegen, wer es war. Ein ganz dicker Minuspunkt ist das Ende bzw. eine Szene kurz vorm Schluss, die einfach nur lachhaft ist und damit in meinen Augen das ganze Buch nach unten zieht. Wer das Buch gelesen hat, weiß Bescheid.
Alles in allem spannend, aber man hätte einige Seiten voller sich immer wiederholender langer Monologe voller Selbstzweifel einsparen können. Ich gebe 4 von 5 Sternen.


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