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White Horse

Bild von Nazena

Die Amerikanerin Zoe kommt eines Tages von ihrer Arbeit nach Hause und findet in ihrem gut gesicherten Wohnzimmer auf einmal einen seltsamen verschlossenen Tonkrug. Laut Sicherheitsdienst war niemand in ihrer Wohnung. Sie traut dem Behälter nicht und beginnt eine Therapie, weil sie Angst davor hat. Dann werden ihre Freunde und ihre Nachbarn plötzlich schwer krank...
Monate später ist eine Seuche ausgebrochen, "White Horse". Zoe hat überlebt und kämpft sich durch ein verlassenes Europa, auf der Suche nach dem Vater ihres ungeborenen Kindes. Doch einige Menschen haben White Horse überlebt, andere sind zu grauenvollen Kreaturen mutiert. Zoe muss feststellen, dass die Menschen die wahren Monster sind...

White Horse ist verwirrend zu lesen. Die Jetzt-Ebene spielt in Europa, in Rückblenden wird Zoes Leben vor der Seuche bis zu ihrem Aufbruch näher beschrieben. Dabei sind die Rückblenden nicht immer chronologisch, was die Zuordnung weiter erschwert. Lange Zeit passierte nicht viel, Zoe schleicht wie die sprichwörtliche Katze um den Krug herum. Spannende Szenen sind ohnehin recht dünn gesät, der Stil ist insgesamt eher distanziert. Spannungsmomente wie die Schwangerschaft, die Identität des Vaters etc. werden gleich auf den ersten Seiten aufgedeckt, der aufmerksame Leser weiß auch sofort, warum Zoe gleich zu Beginn die Krankheit verreitet (der Drahtzieher hätte auch nicht kontrollieren können, dass sie zu einem anderen Arzt geht und der hätte anhand von Antikörpern etc. gleich feststellen können, dass es keine Grippeschutzimpfung war...)
Mit der Hauptdarstellerin konnte ich mich nicht anfreunden. Zoe ist extrem gefühlsarm und hatte vor der Seuche praktisch kein Leben. Man könnte meinen, bevor der Krug erschien, hat sie entweder in der Biotechfirma geputzt oder zuhause auf dem Sofa gehockt und die Wand angestarrt. Sie war zwar verheiratet, aber aus einigen Bemerkungen schließe ich, dass sie sich trotz allem nicht emotional auf ihren Ehemann eingelassen hatte (frei zitiert" eines Tages werde ich dich so lieben können wie du mich"). Trotzdem rennt sich durch Halbeuropa, wegen einem Mann, den sie erst wenige Wochen kannte und der sehr wahrscheinlich auf seiner Reise vorher umgekommen ist. Insgesamt hat sie keine ausgeprägte Persönlichkeit und benimmt sich stellenweise unglaublich dumm.
Einige Logikfehler sind auch dabei: Zoe hat die Putzstelle angekommen, weil sie so gutes Geld verdienen kann und nachdenken, was sie studieren will. Welche Putzstelle wird denn bitte so dermaßen gut bezahlt, dass man davon bequem leben kann? Wie genau der Krug in die Wohnung gekommen ist, ist auch unklar. Nachschlüssel etc. werden im elektronischen Verzeichnis schließlich auch registriert und eine Weltverschwörung a la Illuminaten ist der Drahtzieher nicht gerade.
Ein paar mehr Hintergründe zur Seuche- was wird verändert, warum die Mutationen, woher kommt es ursprünglich (was wurde im Erreger verändert) hätte ich mir auch gewünscht.
Insgesamt war ich leider nicht so angetan. Ich geben 3 von 5 Sternen.


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