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Solange die Nachtigall singt (Antonia Michaelis)

Bild von Buchheldin

Als der achzehnjährige Jari eine Wanderung in den Wald antritt, ahnt er noch nicht, was ihm dort begegnen wird. Er trifft auf Jascha, ein Mädchen, dass er zunächst einfach nur hässlich findet. Doch als sie ihn in ihr abgeschiedenes Haus mitten im Wald führt und ihre Verkleidung von ihr abfällt, ist Jari von ihrer Schönheit vollkommen verzaubert. Eigentlich möchte er weiterwandern, doch er will Jascha auch nicht verlassen und bleibt so eine Nacht bei ihr. Aus einer Nacht werden zwei, drei, unendlich viele Tage und Nächte, die Jari in dem Haus im Wald verbringt. Von Jascha lernt er die Schönheit und ihre Wertschätzung kennen. Dieses außergewöhnliche Mädchen ist voller Geheimnisse… Nach und nach deckt Jari das größte wohlgehütete Geheimnis von Jascha auf…und bringt sich in schreckliche Gefahr…

Dieses Buch ist so anders als alle anderen Bücher, die ich je gelesen habe. Die Idee der Geschichte ist total originell, es gibt viele unerwartete Wendungen in der Story, vor allem gegen Ende der Geschichte.

Jari ist ein gewöhnlicher Mensch, der sich im Wald in die schöne Jascha verliebt. Er ist ein Tischlergeselle, hat einen besten Freund namens Matti ist ist in Sachen Frauen eher schüchtern und unbeholfen. Ziemlich normal also. Aber diese Entwicklung, die Jari im Wald durchmacht ist nicht mehr normal. Unter Jaschas Einfluss verändert er sich immer mehr und ist am Ende kaum noch mit dem Jari am Anfang vergleichbar. Viele seiner Taten und seine Gedanken kann ich nicht nachvollziehen. Teilweise musste ich einige Textstellen mehrmals lesen und dachte dabei: Wie kann er das nur tun? Was ist in ihm gefahren?
Ich kann hier nicht zu viel schreiben, ohne zuviel zu verraten. Für meinen Geschmack wird Jari zu stark von Jascha beeinflusst und nimmt später einen völlig anderen Charakter an.

Auch aus Jascha wird man nicht ganz schlau. Sie ist wunderschön, aber recht eigensinnig. Sie hat viele Geheimnisse und vor allem die Enthüllung am Ende der Geschichte hinterlässt in meinem Kopf ein großes Fragezeichen.

Antonia Michaelis schreibt sehr poetisch und sie benutzt auffallend viele Stilmittel. Eine Metapher hier, eine Alliteration da… Ich finde es beeindruckend, dass sie einen so komplexen Schreibstil hat, jedoch ist es an einigen Stellen in der Geschichte dann doch einfach „too much“ geworden. Wenn der eine Satz immer wieder wiederholt wird oder wenn die Autorin in jedem zweiten Satz eine Metapher benutzt…irgendwann reicht es auch und dann ist es nur noch mühsam, die Geschichte zu lesen.

Das Cover ist total schön. Ich mag das geheimnissvolle Dunkel des Waldes, das auf dem Cover zu sehen ist. Und auch wenn man den Schutzumschlag abmacht, ist das gleiche Motiv zu sehen in einer etwas abgeänderten Form.

„Solange die Nachtigall singt“ ist ein sehr poetisches Buch voller Melancholie. Mir hat es gut gefallen, es ist mal etwas Neues. Teilweise etwas langatmig, alles in allem aber empfehlenswert.


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