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Wir Kinder vom Bahnhof Zoo

Bild von Möp

In dem Buch „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ stehen die Drogenprobleme der jungen Christiane F. im Vordergrund.

Zu Anfang wird Christianes wird Christianes familiäre Situation beschrieben: wie sie mit ihrer Familie vom Land in die Großstadt Berlin zieht und dort letzten Endes aus Geldmangel in sozial schwachen Verhältnissen aufwächst; wie sehr sie unter der Alkoholsucht und den Schlägen ihres Vaters und der anschließenden Scheidung leidet; wie einsam sie sich fühlt. Dadurch, dass Christiane sich zu Hause nicht wohl und raus geekelt fühlt, flüchtet sie immer häufiger auf die Straße oder in Jugendclubs, wo sie sich mit ihren Freunden trifft. Diese Freunde rauchen, trinken und konsumieren Haschisch und diverse Partydrogen. Sie drängen Christiane zwar nicht dazu, es ihnen gleich zu tun, aber Christiane bewundert ihre Freunde und möchte von ihnen anerkannt werden, weshalb sie ihrem Beispiel ziemlich bald folgt. Mit 12 raucht sie zum ersten Mal Haschisch. Mit 13 besucht sie regelmäßig die Diskothek „Sound“, dort gibt es viele Heroinabhängige, die Christiane wegen ihrer ruhigen und erhabenen Ausstrahlung sehr bewundert. Im Laufe der Zeit verliert sie die Angst vor der Droge und als sie das Gefühl hat, dass ihr die anderen Drogen aus ihrem Stimmungstief nicht mehr heraus helfen, greift sie , mit knapp 14 Jahren, zum Heroin. Ein halbes Jahr später ist sie körperlich sehr stark abhängig, muss sich mehrmals täglich in höheren Dosen Heroin spritzen, ist dazu gezwungen, am ekligen Bahnhof Zoo der Prostitution nachzugehen, um das Geld für die teure Droge zu beschaffen. Ein selbst bestimmtes Leben ist ihr nicht mehr möglich: Christianes Gedanken kreisen nur noch darum, woher sie das Geld für den nächsten Schuss bekommt, um den grausamen Entzugserscheinungen zu entgehen. Gleichzeitig aber weiß sie, dass sie sich, wenn sie so weitermacht, selber umbringen wird, denn viele ihrer
Freunde sind der Droge bereits zum Opfer gefallen. Christiane ist verzweifelt und macht viele Entzüge, aber sie bleibt erfolglos, wird immer wieder rückfällig.

In „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ werden Christianes Erfahrungen und Gefühle erstaunlich detailliert geschildert, wodurch es dem Leser leichter fällt, sich in ihre Situation hineinzuversetzen. Zudem macht das Buch Christianes Verzweiflung und die Ausweglosigkeit ihrer Lage sehr gut deutlich. Indem es ihren Alltag offen und ungeschönt beschreibt. Deutlich wird auch, wie sehr ihre Mutter unter der Sucht ihrer Tochter leidet, denn es werden im Buch immer wieder Berichte von Christianes Mutter wiedergegeben, die den Leser ihr Leiden sehr gut nachempfinden lassen.

Mir hat „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ besonders deshalb gefallen, weil man sich auch sehr gut in Christiane hineinversetzen und mit ihr mitfühlen kann. Das Buch zeigt außerdem auf das, was viele einfach unterschätzen. Es zeigt auf, dass Drogen jeden Menschen, sei er noch so intelligent, zerstören. Das Einzige, was ich an dem Buch ein wenig schwierig fand, war die Insider- Sprache Christianes. Es war daher etwas schwierig, gewisse Situationen zu verstehen, aber man konnte sich die Wörter im weiteren Verlauf aus dem Zusammenhang erklären. „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ hat meiner Meinung nach eine sehr abschreckende Wirkung, da viel über die heftigen Entzugserscheinungen, typische Fixerkrankheiten wie Gelbsucht und die schlecht physische und psychische Verfassung Christianes geschrieben wird. Ich kann diese Buch jedem empfehlen, denn Drogen sind ein wichtiges Thema, mit dem sich jeder, insbesondere Jugendliche, einmal auseinander setzen sollte.


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