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Meine Zeit mit Anne Frank

Bild von Möp

Der Titel sagt eigentlich schon alles: Miep Gies, die Helferin der untergetauchten jüdischen Familie Frank, beschreibt ihr Leben zur Zeit des Nationalsozialismus und wie sie die heute weltberühmte Anne Frank erlebte.

Sie hat versucht die mehr als fünfzig Jahre zurückliegenden Gespräche und Begebenheiten so wahrheitsgemäß wie möglich aufzuschreiben. Miep Gies beginnt damit ihr Leben von Anfang an zu beschreiben: wie sie zu einer Pflegefamilie nach Amsterdam kommt; wie sie Otto Frank in der Firma als ihren Vorgesetzten kennenlernt und ein immer besseres Verhältnis zu ihm und seiner Familie aufbaut; Sie erzählt wie sie die Kapitulation der Niedererlande erlebt, wie sie vom ersten Einmarsch der Deutschen beschließt Widerstand zu leisten; wie sie beschließt denen zu helfen, die verfolgt werden. Die Nazis werden immer mächtiger und setzen auch in den Niederlanden ihre menschenverachtenden Gesetze gegenüber den Juden durch, die politische Situation spitzt sich zu, die Familie Frank kann nicht mehr flüchten. Um nicht in ein Konzentrationslager deportiert zu werden bittet Otto Frank eines Tages Miep Gies, ihn und seine Familie beim Untertauchen zu unterstützen. Sie stellt keine weiteren Fragen, hilft, wo sie kann.Und so verstecken sie sich mehrere Jahre lang im Hinterhaus der Firma vor den Nazis. Miep Gies beschreibt die Schwierigkeiten, die sie hat , um die vielen Menschen im Versteck mit Lebensmitteln zu versorgen, da sie in unüblichen Mnegen einkaufen muss. Doch sie trifft immer wieder auf gute Menschen, die ihr trotz der großen Lebensmittelknappheit oft mehr geben, als ihr eigentlich zusteht und so der Familie still und heimlich das Leben retten. Jedenfalls für eine gewisse Zeit. Am 4.August 1944 wird die Familie verraten und in ein Konzentrationslager gebracht. Miep Gies beschreibt die schreckliche Ungewissheit, die sie zu dieser Zeit empfindet, wie schlecht es ihr
geht und wie sie die einsame Rückkehr des einzigen Überlebenden Otto Franks erlebt. Wie ihr Leben trotz der unsagbar erschütternden Ereignisse weitergeht. Durch diese Heldentat ist Miep Gies bekannt geworden, doch was ich vorher eigentlich nicht gewusst hatte, ist, dass sie sich, so vielseitig wie sie es nur konnte, für Juden und Verfolgte engagierte. So versteckten sie und ihr Mann Jan Gies in ihrer eigenen Wohnung einen jungen Mann, vermittelten Verstecke für Juden und pflegten Kontakte zu ihnen. Sie kümmerten sich um die Hinterbliebenen der Deportierten und waren aktive Mitglieder im Widerstand.

Mir hat dieses Buch gerade als Ergänzung zu dem "Tagebuch der Anne Frank" sehr gut gefallen, da man die ganze Geschichte einmal aus einer anderen Perspektive betrachten kann. Man erfährt auch mehr über die politischen Ereignisse und die Probleme zu dieser Zeit, von denen Anne Frank im Hinterhaus nicht viel mitbekommt. Es werden auch Fragen zum Wesen der Anne Frank geklärt, denn man stellt sich doch beim Lesen ihres Tagebuchs eigentlich immer die Frage "Was ist das für ein Mädchen gewesen, das solche Tagebücher schreiben konnte". Miep Gies beschreibt ihre Erfahrungen, die sie gemachte hat, als sie Anne einmal beim Schreiben gestört hat. Dass sie wie besessen war und dass sie Miep unglaublich wütend angeschaut hat; dass sie eine Andere war, wenn sie schrieb. Ich kann dieses Buch allen weiterempfehlen, denen die subjektive Darstellung der Dinge durch Anne Frank in ihrem Tagebuch nicht genug ist und auch sonst ist es sehr informativ und lesenswert.


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