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Die Poison Diaries

Bild von Stephie89

Inhalt
Ende des 18. Jahrhunderts: Die 16-jährige Jessamine lebt seit dem Tod ihrer Mutter allein mit ihrem Vater in der alten Ruine eines ehemaligen Klosters. Ihr Vater, Thomas Luxton, ist ein vieler Orts bekannter Apotheker, wobei er sich selbst lieber als einfacher Pflanzer bezeichnet. Sein Leben hat der dem Studium der Pflanzen verschrieben, aus denen er seine Medizin herstellt. Doch das medizinische Wissen, das von Generation zu Generation weitergegeben wird, ist sehr begrenzt und neues Wissen kann nur durch schlichtes, aber dafür zeitaufwendiges Probieren gewonnen werden.

Besondere Aufmerksamkeit schenkt Luxton vor allem den giftigen Pflanzen, die in geringen Dosen zwar heilen können, aber häufig auch tödlich sind. Er hat sie von allen möglichen Orten zusammen getragen und versammelt sie in seinem verschlossenen Apothekergarten, den Jessamine aber nicht betreten darf. Wenn er nicht gerade zu irgendeinem Kranken gerufen wird, verbringt er den ganzen Tag in seinem Arbeitszimmer um mehr über die gefährlichen Pflanzen und die verschiedenen Rezepturen herauszufinden.

Aus genau diesem Grund ist Jessamines Leben auch sehr einsam. Sie bekommt ihren Vater nur selten zu Gesicht, ob er nun zu Hause ist oder nicht und verbringt ihren Alltag mit Haus- und Gartenarbeit, denn neben dem verbotenen Giftgarten ist die Ruine nach von zahlreichen anderen Gärten umgeben, in denen Blumen, Obst, Gemüse und Kräuter wachsen.
Das alles ändert sich jedoch als Weed in ihr Leben tritt, der dünne mysteriöse Junge, der so viel mehr über die verschiedenen Pflanzen zu wissen scheint als ihr Vater …

Kritik
Auch Die Poison Diaries ist, mal wieder, der Auftakt zu einer Trilogie, die gerade im Jugendbuch-Bereich ja derzeit sehr angesagt sind. Dieser erste Band ist aber einer, der von sich überzeugen kann und Lust auf die folgenden Bände macht.

Vor allem durch den sehr schönen Schreibstil der Autorin Maryrose Wood lässt sich das Buch besonders schnell lesen, wobei es mit etwas weniger als 300 Seiten auch nicht allzu lang ist. Es gelingt ihr sehr gut die einzelnen Pflanzen und deren Wirkungen bildhaft und interessant zu beschreiben.
Die einzelnen Kapitel, die häufig mit einem kurzen Tagebucheintrag der Protagonistin Jessamine beginnen, sind aus der Ich-Perspektive geschildert, wodurch man Jessamine sehr gut verstehen und mit ihr mitfühlen kann. Das gleiche gilt auch für Weed, aus dessen Sicht am Ende des Buches einige Abschnitte erzählt werden.

Man kann als Leser sehr gut nachvollziehen, wie Jessamine sich zu Beginn der Handlung fühlt. Wegen des abweisenden Verhaltens ihres Vaters ist sie sehr einsam und dass er sie, obwohl sie schon sechzehn ist, immer noch wie ein Kind behandelt, sorgt auch nicht gerade für eine entspannte Atmosphäre. Sie würde ihrem Vater gern bei seiner Arbeit helfen, auch im Apothekergarten, darf es aber nicht und auch ihre Bildung ist Luxton nicht nur egal, sondern eher sogar noch unerwünscht.

Umso verständlicher ist es, dass sie sofort mit Weed Freundschaft schließen will und in ihm das Ende ihrer Einsamkeit sieht. Endlich kann sie mit jemandem reden, der ihr zuhört, auch wenn er, zumindest zu Beginn ihrer Beziehung, selbst noch nicht sehr gesprächig ist. Erst nach und nach entwickelt sich dann langsam aus dieser Freundschaft eine kleine, zarte Liebesgeschichte.

Weed ist der wohl interessanteste Charakter in diesem Buch. Anfangs weiß man als Leser nur sehr wenig über ihn und seine Vergangenheit, die jedoch in jedem Fall alles andere als schön gewesen ist, sodass man viel Mitgefühl für ihn aufbringen kann. Während Mr. Luxtons Interesse an Weed eher wissenschaftlicher Natur und seinem Drang nach mehr und mehr Informationen über die Pflanzen geschuldet ist, freut man sich, dass Jessamine Interesse an Weed als Person zeigt. Sie hilft ihm dabei dankbar pflanzliche Nahrung zu sich zu nehmen, welche er bislang verweigert hatte, und wieder zu Kräften zu kommen. Sie akzeptiert, dass er einige Geheimnisse vor ihr verbirgt und freundet sich dennoch mit ihm an. Durch Jessamine lernt er auch, dass nicht alle Menschen schlecht sind oder ihn gleich verurteilen und was Liebe ist.
Was es mit Weeds Geheimnis und seiner Beziehung zu Pflanzen tatsächlich auf sich hat ist überaus überraschend und wird erst nach etwa der Hälfte des Buches aufgedeckt.

Im letzten Drittel des Buches baut Maryrose Wood noch einmal richtig Spannung auf und hält diese bis zum Schluss konstant. Die Beziehung von Jessamine und Weed wird durch einen unerwarteten Schicksalsschlag auf eine harte Probe gestellt und Weed muss seine Gefühle unter Beweis stellen. Die Auflösung ist dabei sowohl unvorhergesehen als auch äußerst schockierend, denn mit so etwas hätte man nie gerechnet.
Die Einführung einer weiteren Figur, die etwas mit den Geschehnissen zu tun hat, ist zwar interessant gestaltet und weckt noch einmal die Neugier des Lesers, ist aber leider auch ein wenig verwirrend.

Das eigentliche Ende ist dabei nicht nur offen, sondern auch sehr traurig und emotional. Man merkt deutlich, dass die Geschichte so einfach nicht enden kann und ist daher sehr gespannt darauf, wie es in der Fortsetzung weiter geht und welche Konsequenzen die Handlungen der Figuren nach sich ziehen werden.

Fazit
Der erste Teil von Die Poison Diaries ist ein gelungener Auftakt zu einer geheimnisvollen Trilogie und bietet noch viel Potenzial für die folgenden Bände.
Die Fähigkeit von Weed ist etwas Besonderes und bietet somit eine willkommene Abwechslung.

Nach dem aufregenden wie emotionalen Ende möchte man unbedingt wissen, wie es mit Jessamine und Weed weiter geht und wartet daher gespannt auf den zweiten Band.


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