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Liberty 9 (Rainer M. Schröder)

Bild von Buchheldin

Liberty 9 (Rainer M. Schröder)

Kendira genißt ihr Leben als Elector in der Lichtburg, welches sie ihr Zuhause nennt. Hier geht sie zur Schule, absolviert Sportübungen. Hier isst und schläft sie. Sie hat das ganze System nie in Frage gestellt, bis sie Dante kennenlernt. Er ist ein Servant und somit von einem niedrigeren Rang. Der nachdenkliche Dante zieht Kendira in seinen Bann. Und so langsam kommen in ihr die Zweifel hoch…ist Liberty 9 vielleicht doch nicht so gerecht wie gedacht?

Als ich hörte, das eine neue Dystopie auf dem Markt gekommen ist, war ich begeistert. „Liberty 9“ klingt spannend und einladend. Leider wurden meine Erwartungen nicht ganz erfüllt.

Dieses Buch hat so vielversprechend angefangen! Die Lichtburg, das gesamte System, in der Kendira lebt, alles wird beschrieben, damit sich der Leser in die Geschichte einfinden kann. Die ersten dreißig Seiten fand ich daher ziemlich gut. Doch dann wurde es irgendwann einfach zu viel des Guten. Diese ganzen Beschreibungen der Lichtburg und der ganzen Landschaft drumherum…die Tatsache, dass die Mauer soundsoviele Meter misst und so weiter…die Beschreibungen wurden mir einfach irgendwann zu lang und überhaupt kommen viel zu viele Zahlen in dem Buch vor, die man sich sowieso nicht merken kann und die ich im nächsten Augenblick schon wieder vergessen hatte.

Der Schreibstil von Rainer M. Schröder…wie kann man den am besten beschreiben? Flüssig ist der Stil meiner Meinung nach jedenfalls nicht. Oft werden Vorahnungen und spannungserzeugende Elemente miteingebaut, die sich jedoch einfach zu stumpf lesen. Die Charaktere in der Geschichte reden alle komisch, fast immer in ganzen Sätzen und oft unnatürlich genau, so dass es nur noch nervt. Viele Sätze sagen die Figuren nur, damit der Leser etwas über das ganze System in Liberty 9 erfährt.

Man erfährt viel zu wenig über die Gefühle der Menschen in dem Buch. Vielmehr geht es nur um die Handlung. Diese wird zunächst langsam in hundert oder zweihundert Seiten eingeleitet (wo die ganzen Regeln in der Lichtburg und in Liberty 9 nach und nach erklärt werden), bevor es dann wirklich spannend wird.

Ich konnte mich beim Lesen nicht mit den Figuren identifizieren. Oftmals konnte ich Kendiras Gedankengänge nicht nachvollziehen. Wenn ich in der Lichtburg leben würde und dazu auserwählt würde, in dem Lichttempel einer erhabenen Macht zu dienen, dann würde ich doch wohl als erstes micht fragen, was genau diese erhabene Macht ist, oder? Wenn ich in der Lichtburg leben würde, wo ich von dem Rest der Welt völlig abgeschottet bin, dann würde ich doch irgendwann fragen stellen, oder? Aber nein, nicht so Kendira. Sie gibt sich mit dem Leben zufrieden, das sie hat. Sie ist vollkommen ahnungslos und naiv, was sie einfach nur unglaubwürdig macht.

„Liberty 9“- eine Dystopie, die vielversprechend anfing und danach leider immer schwächer wurde. Die Geschichte wirkt wie eine schlechte Mischung aus diversen anderen Dystopien: leider nichts für mich.


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