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Ein unmoralisches Sonderangebot (Hörbuch)

Bild von Stephie89

Inhalt
Fritz ist mit dem Leber seiner Söhne alles andere als zufrieden. Im Gegensatz zu seiner Tochter Katinka, die Fritz schon mehrere Enkelkinder geschenkt hat, haben Oliver und Stephan immer noch keinen Nachwuchs in die Welt gesetzt, obwohl sie die 30 schon überschritten haben. Beruflich sind sie auch nicht sonderlich erfolgreich.
Außerdem ist Fritz davon überzeugt, dass Beide die falschen Frauen geheiratet haben. Weil seine Söhne ihr Leben nicht auf die Reihe kriegen, will Fritz das nun in die Hand nehmen. Im Gegensatz zu seinen alten Freunden, die meinen, dass man mit Geld nicht alles kaufen kann, ist Fritz sehr wohl der Ansicht, dass seine Söhne käuflich sind, wenn die Summe nur hoch genug ist. So kommt es zu einer Wette.

Beim nächsten Familientreffen führt Fritz daraufhin ein Gespräch unter vier Augen mit seinen Söhnen und bietet ihnen die unglaubliche Summe von einer Million Euro pro Nase an, wenn sie ein halbes Jahr lang ihre Frauen tauschen. Olivia, Stephans Frau, soll während dieser Zeit in das Penthouse von Oliver ziehen, und Evelyn, Olivers Frau, soll in das schäbige Häuschen von Stephan und Olivia ziehen. Tagsüber dürfen sie sich natürlich treffen, aber nachts ist jeglicher Kontakt verboten.

Olivia erfährt zunächst nichts von diesem Angebot, denn Stephan schweigt wie ein Grab und hat nicht vor, darauf einzugehen. Evelyn möchte es hingegen annehmen und erzählt auch Olivia davon. Sie zählt ihr die ganzen Vorteile auf und wie sie ihre kleine, schlecht laufende Gärtnerei damit wieder auf Vordermann bringen könnte. Also überredet sie Stephan dazu, das Angebot anzunehmen.

Olivia ist zwar ein bisschen eifersüchtig auf Evelyn, weil sie immer noch total in Stephan verliebt ist, glaubt aber das halbe Jahr durchstehen zu können. Immerhin können sie ja die Tage miteinander verbringen. Dabei übersieht sie jedoch, dass ihre Ehe zumindest in Stephans Augen nicht so gut zu laufen scheint, wie sie es empfindet und dass es gar nicht Evelyn ist, um die sie sich Sorgen machen sollte ...

Kritik
Ein unmoralisches Sonderangebot ist eine typische Kerstin-Gier-Geschichte: spritzig, ein bisschen ironisch und stes amüsant!
Obwohl die Handlung stellenweise ein bisschen vorhersehbar ist, wird es zu keinem Zeitpunkt langweilig. Nach dem Gespräch zwischen Fritz und seinen Freunden ist man gespannt darauf, was der alte Mann sich für seine Söhne hat einfallen lassen. Anfangs ein wenig empört von der Idee und davon, dass Fritz so wenig Vertrauen in die Entscheidungen seiner Abkömmlinge hat, merkt man doch schnell, dass er Recht hat. Er kennt seine Söhne offensichtlich besser als sie sich selbst und tut tatsächlich das richtige, wenn auch auf eine sehr ungewöhnliche Weise.

Dass die beiden Ehepaare das Angebot annehmen, ist nicht wirklich überraschend. Immerhin handelt es sich um eine Million Euro pro Pärchen und was sie dafür machen müssen, ist nicht allzu schlimm und auch nicht wirklich unmoralisch. Er verlangt ja nicht von ihnen, dass sie wie Ehepaare miteinander leben, sondern einfach nur im gleichen Haus bzw. Apartement übernachten.

Erzählt wird die ganze Geschichte, abgesehen von dem Gespräch zu Beginn, aus der Sicht von Olivia. Sie ist einem von Anfang an sehr sympathisch. Sie ist normal, hat Ecken und Kanten und wirkt dadurch wie aus dem Leben gegriffen. Ihre Gedanken und Gefühle kann man daher sehr gut nachvollziehen.
Leider ist sie auch sehr naiv und ahnt nichts von dem, was hinter ihrem Rücken vor sich geht. So ergeht es dann natürlich auch dem Hörer, denn was Oliva nicht weiß, weiß man auch selbst nicht. Umso überraschter ist man von den Folgen, die das ganze Experiment nach sich zieht und davon, dass offensichtlich nur Olivia nichts von alledem geahnt hat. In dem Moment kann sie einem wirklich leid tun.
Der Spruch Liebe macht blind trifft nämlich absolut auf Olivia zu. In ihrer Verliebtheit merkt sie nicht, dass ihr Mann sich mehr und mehr verändert hat und nicht annähernd so zufrieden mit seinem Leben ist wie seine Ehefrau.

Aber auch andere Charaktere sind sehr sympathisch. Oliver und Evelyn wachsen dem Hörer auch schnell ans Herz, genauso wie Olivia. Mit der Zeit stellt man fest, dass die Söhne und ihre Frauen tatsächlich nicht zueinander passen und ein Partnertausch gar keine so schlechte Idee ist.

Irina von Bentheim mimt die Ich-Erzählerin so lebhaft, dass man sie fast vor sich sieht. Man hat regelrecht das Gefühl als schlüpfe man in die Rolle ihrer besten Freundin und bekäme die ganze Geschichte direkt von ihr erzählt, was das Hörbuch zu einem besonders schönen Erlebnis macht.

Das Ende ist Kerstin Gier wieder besonders gut gelungen. Nach einigen Wendungen, von denen einige alles andere als freudig sind, schafft sie es immer wieder, ihren Charakteren trotzdem noch ein Happy End zu bescheren, zumindest denen, die es auch verdienen. Dabei wirkt das Ende aber trotzdem nicht konstruiert und ist auch nicht allzu kitschig. Dadurch kann man die Geschichte mit einem guten Gefühl beenden und muss sich auch nicht fragen, was aus den Figuren werden wird.

Fazit
Ein unmoralisches Sonderangebot ist eine wirklich gelungene Geschichte, mit der Kerstin Gier erneut überzeugen kann.
Irina von Bentheim liest die Olivia so lebhaft, dass man das Hörbuch kaum unterbrechen und es am liebsten an einem Stück zu Ende hören möchte.

Ein schönes Hörbuch, das ein ganz besonderer Leckerbissen für alle Gartenfreunde ist, aber auch Stubenhockern gefallen wird!


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