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Meridian

Bild von Stephie89

Inhalt
Meridian Sozu ist bereits von Geburt an anders als andere Menschen. Sie ist nicht nur häufig krank und wird von Bauch- oder Kopfschmerzen geplagt, sondern ist auch ständig vom Tod umgeben. Wohin sie auch geht, sie ist immer von toten Tieren umgeben, sogar schon morgens, wenn sie aufwacht. Anstatt mit ihren Eltern darüber zu sprechen oder Fragen zu stellen, findet sie sich damit ab und glaubt, dass sie schuld am Tod dieser Lebewesen sei.

Erst als sich die Ereignisse an ihrem 16. Geburtstag plötzlich überschlagen, erfährt Meridian endlich, dass dem nicht so ist. Sie bringt den Tieren nicht den Tod, sondern lässt sie hinüber gehen. Meridian ist kein Mensch, sondern eine Fenestra. Ein Fenster, welches Verstorbenen den Übergang ins Nirvana, zum Himmel oder wie auch immer man es nennen mag, ermöglichen soll. Bisher war dieses Fenster nur einen Spalt breit geöffnet, sodass nur kleinere Tiere sich hindurch zwängen konnten. Im Alter von 16 Jahren entwickelt sie jedoch ihre vollen Fähigkeiten, wodurch sich das Fenster ganz öffnen lässt, damit auch menschliche Seelen hindurch passen.

Diese Fähigkeiten müssen sich jedoch erst langsam entwickeln. Sollte eine menschliche Seele durch Meridian ins Licht wollen, bevor sie bereit dafür ist, läuft sie Gefahr von ihr mitgerissen zu werden, was ihren Tod bedeuten würde. Aus diesem Grund ist sie in dieser Zeit auch besonders angreifbar, was die dunklen Mächte ausnutzen wollen um Meridian zu töten. Denn wo Licht ist, ist auch Schatten.

An eben diesem Geburtstag wird Meridian nach der Schule Zeugin eines Unfalls, der mit Absicht in Meridians unmittelbarer Nähe verursacht wurde um sie zu töten. Kurz darauf wird sie von ihren Eltern zu ihrer Tante Merry geschickt, die ebenfalls eine Fenestra ist, ohne zu wissen, ob und wann sie ihre Eltern und ihren kleinen Bruder jemals wieder sehen wird.

Von ihrer Tante soll Meridian nun alles lernen, was sie wissen muss um Seelen ins Licht zu führen. Doch es bleibt ihnen nicht mehr viel Zeit und auch die dunklen Mächte sind bereits hinter ihnen her.

Kritik
Mit Meridian ist der Autorin Amber Kizer ein fantastischer und unglaublich gefühlvoller Roman gelungen, der einen völlig in seinen Bann zieht. Man möchte das Buch am liebsten nicht mehr aus der Hand legen.

Die Idee um die Existenz so genannter Fenestrae ist sehr liebevoll gestaltet und allgemein gültig, also keiner bestimmten Religion zugeordnet. Die Autorin betont immer wieder, dass es verschiedene Namen gibt für das, was nach dem Tod kommen soll.
Dabei ist vor allem auch die Vorstellung, dass es solche Wesen gibt, die einem den Tod erleichtern und einen ins Licht führen, wo geliebte Menschen einen schon mit offenen Armen erwarten, einfach traumhaft. Jeder Mensch denkt früher oder später einmal darüber nach, wie es wohl ist zu Sterben und ob oder was danach kommen mag. Das »Danach« von Amber Kizer ist mit Sicherheit eine der schönsten Varianten.
Die Autorin schafft es dieses ernste Thema so darzustellen, dass man sich weniger davor fürchtet und ihm stattdessen mehr Verständnis entgegen bringt. Manchmal muss man schließlich auch geliebte Menschen einfach gehen lassen. Der Gedanke, dass sie nach ihrem Tod nicht allein sind, ist dabei natürlich tröstlich.

Amber Kizer hat einen äußerst angenehmen Schreibstil. Durch die vielen Dialoge zwischen den Charakteren wirken die einzelnen Szenen sehr realistisch und man kann sich gut in sie hinein versetzen. Die Ich-Perspektive ermöglicht es dem Leser, sich mit Meridian zu identifizieren und ihre Gefühle nachzuvollziehen.
Bereits zu Anfang baut die Autorin gezielt Spannung auf, in dem sie immer wieder auf Geheimnisse um Meridians wahres Wesen anspielt, die jedoch erst nach und nach aufgelöst werden.
Durch die kurzen Tagebucheinträge erhält man kleine, aber durchaus interessante Einblicke in das Leben anderer, früherer Fenestrae.

Die Charaktere, allen voran Meridian selbst, sind alle sehr sympathisch. Ihre Ängste und Gefühle zu Beginn der Handlung sind realistisch dargestellt. Man kann verstehen, wie sie sich fühlt, leidet mit ihr und freut sich für sie, als sie endlich erfährt und begreift, dass sie nicht diejenige ist, die den Tod bringt.
Besonders schön ist auch die Beziehung zwischen Meridian und ihrer Tante Merry, die sich erst langsam entwickelt und sogar Meridian selbst überrascht. Umso trauriger stimmt es einen dann, wenn man erfährt, dass den beiden nur so wenig Zeit zusammen bleibt.
Auch Tens ist eine besonders sympathische Figur. Manchmal kann man ihn zwar nicht durchschauen und er bleibt rätselhaft, seine andauernde Sorge um Merry sowie ihre Nichte und wie er sich um beide kümmert ist aber äußerst liebenswert.
Als er und Meridian sich dann endlich ihrer Gefühle für einander bewusst werden, kann man sich ein Schmunzeln auch nicht mehr verkneifen.

Fazit
Insgesamt ist Meridian ein wirklich toller Fantasyroman, der mit viel Gefühl, aber auch Spannung, überzeugt und einen die Fortsetzung freudig erwarten lässt.


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