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Department 19

Bild von Nazena

Jamie musste mit ansehen, wie sein Vater als vermeintlicher Verräter erschossen wurde. Zwei Jahre und zahlreiche Umzüge später verfolgen ihn die Auswirkungen immer noch: in der Schule wird er wegen der Gerüchte gemobbt, mit seiner Mutter versteht er sich nicht mehr. Eines Tages trifft er im Park ein seltsames Mädchen namens Larissa, welches kryptische Andeutungen macht. Gehetzt rennt Jamie nach Hause, doch statt seiner Mutter trifft er dort zwei seltsame Männer: den Entführer seiner Mutter Alexandru- und Frankensteins Monster, der ihn vor Alexandru rettet.
Victor, wie es sich nennt, erzählt Jamie von Department 19, einer geheimen Regierungsorganisation zum Schutz der Bevölkerung gegen Vampire. Jamie ist der Nachfahre eines der Gründungsmitglieder, doch sein Vater soll eben diese Organisation verraten haben, weshalb ihm die meisten Angehörigen mit gemischten Gefühlen begegnen. Jamie setzt alles daran, nach einer Schnellausbildung seine Mutter zu finden, auch wenn es bedeutet sich mit den mächtigsten Vampiren der Welt anzulegen- und auch mit Department 19...
Die ersten drei Viertel des Romans haben mir gefallen: viel Spannung, viele Actionszenen und Kämpfe und übernatürliche Wesen. Jamie ist als Hauptcharakter allerdings etwas schwer erträglich: er ist ein Über-Vampirjäger, der nach 3 Tagen leistet, was die besten von Department 19 nach einem ganzen Leben der Ausbildung nicht erbringen können. Obwohl er jähzornig, unbeherrscht und ignorant ist, wird ihm ein Kommando angetragen- und die voll ausgebildeten Elitesoldaten hören auf einen grünen Teenager, der Fehler über Fehler macht! Das hat mir das Lesevergnügen so einige Male vermiest. Außerdem scheint heutzutage kein Roman mehr ohne (Teenager-)Romanze auszukommen und so wurde auch hier eine eingefädelt, und zwar mit Larissa, dem Vampirmädchen. Welches ihn umbringen sollte. Und zu dem Typen gehörte, der seine Mutter entführt und gefoltert hat. Und einen anderen Teenager schwer verletzt hat, der jetzt in der Intensivstation um sein Leben ringt.
Die allermeisten Vampire sind "Monster", obwohl es ein paar Ausnahmen zu geben scheint- und jede Menge fehlende Kommunikation zwischen diesen und Department 19 sowie Dep. 19s zahlreichen Gegenstücken der anderen Organisationen. Trotz langjähriger Erfahrung sind diese mitunter ziemlich dilettantisch: Teenager dürfen Anführer werden, Schlüsselpositionen werden ungenügend besetzt und jeder noch so dämliche und offensichtliche Täuschungsversuch geglaubt. Außerdem habe ich den berühmten "Selbstzerstörungsknopf im Falle eines Angriffes" vermisst: kein Geheimdienst kommt ohne aus, aber hier wird brandgefährliches Material anscheinend lieber in die Hände der Gegner gegeben.
Das letzte Viertel des Romans ist mir besonders sauer aufgestoßen: es artet in ein gewaltiges Schlachtfest aus. Vampire explodieren, es spritzen Blut und Gliedmaßen in alle Himmelsrichtungen und das große Finale wird durch einen übermäßig dummen Vampir erst möglich (wie konnte der so alt werden, wenn er nicht aufpasst?).
Der Roman wird als "Thriller" angepriesen, aber dafür ist der Plot zu simpel gestrickt und erinnert eher an ein Jugendbuch (vor allem wegen der Wahl der Protagonisten). Für einen Jugendroman ist das Buch wiederum viel zu gewalttätig und blutig. Da die ersten drei Viertel trotz der Mängel interessant zu lesen waren, gebe ich 3,5 von 5 Sternen.


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