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In deinen Augen

Bild von Lamia

Infos zur Autorin:
Maggie Stiefvater, geboren im November 1981 in Virginia, verlebte eine nach eigenen Worten sehr chaotische, aber sehr kreative und musisch geprägte Kindheit und Jugend. Nach dem College versuchte sie u.a. als Kellnerin oder Zeichenlehrerin beruflich Fuß zu fassen. Doch sehr bald schon meldeten sich ihre kreativen Talente und verlangten, ausgelebt zu werden - zunächst als Musikerin und Songwriterin, dann zunehmend als bildende Künstlerin. Für ihre künstlerischen Arbeiten wurde sie inzwischen mit einigen wichtigen Preisen ausgezeichnet. Seit 2007 hat sich Stiefvater aufs Schreiben konzentriert und zählt inzwischen zu den erfolgreichsten Autorinnen der Romantasy.

Kurzbeschreibung:
Der Frühling kehrt zurück nach Mercy Falls und mit dem Winter streifen die Wölfe ihre Pelze ab. Sam, nun fest in seiner menschlichen Haut verankert, hat die vergangenen Monate nur auf diesen Moment gewartet: Grace' Rückkehr aus dem Wald. Doch ihr Glück währt kurz. Als man ein Mädchen findet, das von Wölfen getötet wurde, verfällt Mercy Falls in Hysterie. Auf einer Treibjagd sollen die Wölfe ein für alle Mal ausgerottet werden. Nun ist es an Sam, sein Rudel, seine Familie zu retten. Zusammen mit Grace, Cole und Isabel fasst er einen verzweifelten Plan: Sie wollen die Wölfe umsiedeln, in ein Waldgebiet weit entfernt von menschlichen Siedlungen. Sam weiß, dass er dafür einen hohen Preis zahlen wird. Denn damit das Rudel ihm folgt, muss er seine menschliche Gestalt aufgeben. In deinen Augen ist der dritte Band einer Trilogie. Die beiden Vorgängertitel lauten Nach dem Sommer und Ruht das Licht.

Rezension:
Als ich den Umschlag geöffnet habe, der letzte Woche bei mir zu Hause ankam, wurde mein Herz gleich ein bisschen schwerer, denn "Ruht das Licht" ist der letzte Teil von Maggie Stiefvaters Mercy-Falls-Trilogie. Kaum zu glauben, dass es schon wieder vorbei sein soll (aber Gott sei Dank schreibt Stiefvater ja so unheimlich viel, dass bereits zwei weitere Bücher bald in unseren Regalen stehen können).

Kommen wir also zum Buch… Nachdem mir im letzten Teil zumindest teilweise die Spannung fehlte, bin ich nun rundum zufrieden. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, so sehr wollte ich wissen, wie die Geschichte nun ausgeht.

Grace wird nun also tatsächlich zum Wolf und Sam und Cole suchen verzweifelt einen Weg, sie zu heilen. Allerdings ist es vor allem Cole, der in diesem Teil im Vordergrund steht und aktiv handelt, während Sam sich zunehmend mit seiner Vergangenheit auseinandersetzt und versucht, seine inneren Dämonen zu bekämpfen. Er muss sich entscheiden, ob er seine Rolle als Rudelführer einnimmt oder sich vor der Verantwortung drückt.

Die Beziehung zwischen Sam und Grace wird leider zunehmend alltäglich – zwischen den beiden fehlt das Knistern, die Spannung, die Magie, die in den ersten beiden Teilen diese Liebe so besonders gemacht hat. Das ist schade, wird aber durch Cole und Isabel wieder aufgewogen. Die beiden sind wie füreinander geschaffen, können sich aber nicht aufeinander einlassen. Wann immer sie sich näher kommen, steht der nächste Streit schon in der Tür und lässt sie auseinanderdriften wie zwei Magnete mit gleichen Polen. Im Gegensatz zu Sam und Grace kann man bei Isabel und Cole noch mitfiebern.

Cole bekommt im dritten Teil eine noch größere Rolle und wurde damit zu meinem neuen Lieblingscharakter. Er entwickelt sich weiter, wird erwachsen und beginnt, Dinge in die Hand zu nehmen. Im Gegensatz zu Sam scheut er sich nicht davor, Verantwortung zu übernehmen und trägt am Ende dazu bei, das Problem zu lösen.

Die Sprache ist wie gewohnt poetisch und einfach nur wunderschön. Aber das hätte es für mich auch gar nicht mehr gebraucht – Stiefvater hatte mich schon allein mit Rilke.

Das Ende ist nicht so geschlossen, wie ich es mir gewünscht hätte, aber es lässt den Leser zumindest mit einem guten Gefühl zurück. Man bekommt keine 100%ige Auflösung – mehrere Fragen bleiben offen und eigentlich ist das immer ein schlechtes Zeichen – aber nicht bei diesem Buch. Das positive Gefühl am Ende überwiegt alle ungeschlossenen Handlungsstränge und als Leser kann man sich ein bisschen selbst ausmalen, wie das Happy End für die Charaktere aussieht – und ich bin überzeugt davon, dass sie alle ein Happy End haben werden.

Zusammenfassend ist diese Trilogie ein wunderschönes Gedicht mit 3 Strophen.


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