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Shades of Grey

Bild von thekittenhasclaws

Haben wir denn nicht alle eine innere Göttin ;D

Momentan gibt es kaum ein Buch über das so viel gesprochen wurd wird wie über "Shades of Grey". Ursprünglich eine Twilight-FF setzt das Buch seinen Triumphzug quer durch die Welt fort und hat bereits Bücher wie Harry Potter überrundet. Die einen hassen es die anderen lieben es, was ist dran an dem Hype?
Vorher sollte ich wohl erwähnen, dass das Verhältnis zwischen gehypten Büchern und mir weniger gut ist, denn entweder fand ich sie bisher schlecht oder eben nur ganz nett. Ausnahmen gibt es recht wenige. Was für ein Buch ist das, dass viele dermaßen fasziniert sodass sie nicht mehr verschämt zur Erotiklektüre greifen wie eh und jeh sondern ganz offenkundig ein Buch dieses Genres lesen? Glitzernde Vampire mit gaaanz viel Sex. Schwer vorzustellen. Da es auch mein allererster Erotikroman war, war ich natürlich doppelt so gespannt.

Das Cover:
Die Gestaltung ist ansprechend, aber ich habe schon bessere Cover gesehen. Irgendwie scheint eine Blume auf dem Cover das Codewort für erotische Romane zu sein ^^ Imao ist das Orginal-Cover schöner und passender.

Der Inhalt:
Die schüchterne 21 Jährige Studentin Anastasia Steele, kurz Ana genannt, lernt den attraktiven Christian Grey kennen, als sie ihn für die College-Zeitung interviewen soll und ist unweigerlich fasziniert von dem charismatischen Selfmade-Milliardär. Doch Christian lebt seine dunkle Seite aus und sucht eine devote Partnerin und keine Beziehung.

Meine Meinung:
Worauf das hinaus läuft kann man sich ja denken, allerdings kaufen sich viele auch ich Romane von Nora Roberts obwohl viele nach dem selben Strickmuster ablaufen, denn das Besondere ist das 'Wie' und nicht das 'Was'. Zu dem Twilight-Vergleich, ja die Charakterer erinnern stark an ihre Vorbilder sind aber keine 1:1 Kopien. Das es sich um eine ehemalige Fan-Fiction handelt merkt man, denn sprachlich gewandt ist Frau James eher weniger, aber bei einem guten Plot stört mich sowas normalerweise nicht sehr.
Natürlich ist Ana eine typische Mary-Sue : Jungfrau, schüchtern, dümmlich naiv, brav, 'klug' und hat eine umwerfende, selbstbewusste Freundin, die ihr andauernd rät mehr aus sich heraus zu gehen. Auch die typische Minderwertigkeitskomplexe ("Ich bin sooo durchschnittlich und er ist viel zu gutaussehend für mich" etc.) und das Loveinterest anschmachten darf natürlich nicht fehlen. Leider bietet mir das wenig Identifikationspotenzial. Um eine Protaginistin zu mögen muss ich mich nicht zwangsläufig mit ihr identifizieren können, aber das ständige Erröten und vieles mehr fand ich einfach ermüdend. Unser Held hingegen bleib eher undurchsichtig und wirkt perfekt was natürlich auch der Tatsache geschuldet sein kann, dass wir ihn durch Anas Augen sehen. Das Positive, er ist nicht so ein Weichei wie Eddy. Aber-ja das obligatorische aber musste kommen :P - der Junge hat ernsthafte Probleme, da wo ich herkomme nennt man das Stalking, und das ist noch untertrieben. Christian weiß in welchem Restaurant sie welchen Cocktail trinkt, den Nachnamen ihrer Mutter, der wohlgemerkt ein anderer ist als Anas und weiß immer wo sie sich befindet. Auch ist er nahezu krankhaft besitzergreifend. Eddys Kontrollsucht ist ein Witz dagegen. Er warnt sie vor sich, aber natürlich hört sie nicht auf ihn.
Natürlich sieht er wunderschön aus und Ana kann sich nicht vorstellen was er an ihr findet. Der Leser aber auch nicht. Sie handelt irrational, sieht ihrer Meinung nach durchschnittlich aus. Ach ich weiß auch nicht wie ich das erklären soll, sagen wir es mal so, wer Bella bereits nicht mochte wird Ana nicht wirklich besser finden. In jedem zweiten Satz ist von ihrer 'inneren Göttin' die Rede, die auch mal die PomPoms raus holt kein Scherz! Für mich grenzte es schon an multipler Persönlichkeit ;P
Auch die Vorliebe der Autorin für "postkoital zerknautschte Haare" fand ich etwas seltsam =D

Erstaunlicherweise waren die Sexszenen doch sehr harmlos, es gab viel Gelabere (imao zu viel) und Ana kommt quasi immer. Die Frau muss den höchsten multiplen Orgasmusquotienten haben den es gibt ;o
Das ist übrigens ein weiterer Punkt, denn die total unerfahrene Ana lässt sich m.E ein wenig zu schnell auf das Ganze ein. Für ihre Beziehung hat Christian eine Art 'Sex-Vertrag' vorgefertigt der alles regelt, z.B Grenzen (achja es soll ja ach um BDSM gehen^^), aber auch wieviel sie zu essen und zu schlafen hat, hallo Mr. Stalker ;P Denn er kann ja keine normalen Beziehungen eingehen.
Die Pratiken soll Ana mal schnell googeln, denn im Internet finde man genügend Informationen z.B bei Wikipedia. Das tut sie natürlich mit ihrem Mac, eine Leihgabe von Christian, denn Ana hat natürlich weder Computer noch Email-Adresse. In den USA ist es üblich die Computer der Schule/des Colleges zu benutzen, aber keine Mail-Addy zu haben halte ich eher für unglaubwürdig, aber das macht ja nichts.
Neben dem ständigen Erröten hat mich noch vieles andere genervt, Ana schwärmt immerzu vom tadelosen Sitz seiner Hose und seines weißen Leinenhemdes wohingegen er sie die ganze Zeit dazu ermahnt sich nicht auf die Lippen zu beißen, weil ihn das anscheinend unsäglich antörnt.
Natürlich verliebt sich das Mädel in ihn und entwickelt scheinbar auch Gefühle für sie denn Mr "Ich schlafe nicht-ich ficke hart" findet aufeinmal Blümchensex doch nicht so schlecht. So geht es lange Zeit darum ob sie denn diesen Vertrag unterschreiben wird oder ihn für immer verlässt. Wie schon erwähnt war der BDSM-Anteil viel geringer als erwartet und obwohl ich mich da nicht auskenne, wage ich die Vermutung anzustellen, dass es für Fans dieses Genres enttäuschend sein könnte.

Irgendwo bin ich aber auch fast froh, dass es nicht zu hart zuging ^^ Der Plot ist quasi nicht vorhanden, alles dreht sich um Ana und Christian, als würde es nur sie beide auf der Welt geben. Es ist eig the same old thing, es geht nur darum, dass das Mädchen geliebt werden will und der Junge glaubt nicht lieben zu können. Imao ist es eine Liebesgeschichte mit explizierteren Sexszenen, aber mehr auch nicht. Wer Romantasy Bücher für Erwachsene liest, wird was die Sexszenen betrifft keinen großen Unterscheid sehen. Es wurden ja einige Zweifel gehegt inwiefern sich das auf die Leserinnen auswirken können, aber ich halte es für mehr als unwahrscheinlich, dass nach der Lektüre mehr Frauen SuBs sein wollen.
Nach meinem Gemeckere muss ich auch mal was Erfreuliches loswerden und zwaaar, die Emails. Die Emails zwischen den beiden waren m.E so ziemlich das Beste am Buch. Denn da traut sich Ana ihm einigermaßen Kontra zugeben und der 'Schlagabtausch' (Achtung Wortspiel muhaha) zwischen den beiden ist wirklich amüsant. Doch ansonsten bleibt Bella äh Ana sehr passiv und verhält sich einfach dämlich (siehe Safewords). Das Ende? Nunja das Ende hört mit einem richtig miesen Cliffhanger auf, der einen wahrscheinlich dazubringen soll Teil 2 zu lesen, diese Taktik kennt man ja schon. Aber nichtsdestrotz ist sie effektiv.

Fazit:
schlechter Schreibstil, elendige Wiederholungen (ich sag nur postkoital zerknautschtes Haar!), flache Charaktere und ein nichtvorhandener Plot wären eig mehr als genug Gründe für mich einen meiner seltenen Abbrüche vorzunehmen. Das Geld, das ins Marketing gesteckt wurde hätten sie lieber dafür nutzen sollen ein anständiges Lektoriat zu finden. "Innere Göttin" wurde im Laufe der Lektüre zu meiner Hassphrase Nr.1. Allerdings kann ich mir sogar vorstellen Bd.2 zu lesen =D Warum nun ich schätze es ist einfach das Trainwreck-Phänomenen: Es ist schrecklich mitanzusehen, aber wegschauen kann man trdz nicht. Zwar erfährt man über Christian nicht genug um zu wissen ob man ihn mag oder nicht, aber auf jeden Fall fasziniert er und man will genau wie Ana herausfinden warum er so ist wie er ist.
Deswegen und nicht zuletzt Dank der Mails bekommt SoG von mir 7.5 von 15 ♥ das macht also ca. 3/5 Sternchen ^^


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