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Anna und die flüsternden Stimmen

Bild von Cora.

Sabine Städing
Boje Verlag
12,99 €
253 Seiten

Geschichte:
Anna muss mit ihrer Familie nach Qual an die Ostsee in den Urlaub fahren, dabei würde sie doch so viel lieber wie ihre Freundinnen in St. Tropez oder Miami am Strand liegen und sich bräunen. Aber nein, Qual ist angesagt. Entsprechend demotiviert kommt Anna mit ihren Eltern und ihrem kleinen Bruder Joschi in dem kleinen Dorf an. Doch schon in den ersten Minuten, die sie in dem kleinen Örtchen verbringt, lernt sie den traumhaftesten Jungen kennen, dem sie je begegnet ist: Tjark, dunkle Haare, breite Schultern, schmale Hüften. Anna ist hin und weg.
Doch Hoffnungen macht sie sich gar nicht erst.
In der ersten Nacht im Strandhaus „Strandkorb“, das ihre Eltern gemietet haben, kommt es Anna vor, als würde das Haus atmen und als sie aus dem Fenster hinausguckt, sieht sie unten auf der Straße eine dunkle Gestalt mit wächsernem Gesicht stehen. Sie kann nicht glauben, was sie sieht und tatsächlich, als sie die Augen fest zukneift und wieder öffnet, ist die Gestalt verschwunden.
Doch es bleibt nicht bei diesem Vorfall. Als Anna wenig später beim Zeichnen von einem Unwetter überrascht wird und in einen Schafsstall flüchtet, um dem Regen zu entkommen, hört sie das Säuseln vieler Stimmen. Das hätte ja noch der Wind sein können. Doch als wieder die seltsame Gestalt erscheint, diesmal im Türrahmen des Stalls, da ist sich Anna sicher: Irgendwas ist hier faul. Nach dem Unwetter geht sie wieder zurück zu ihrer Staffelei, die sie in der Eile stehen gelassen hat. Und was sieht dort sieht, geht ihr durch Mark und Bein: Statt ihrer leeren Leinwand findet sie eine Fratze aus schwarzer Tusche, darüber die Buchstaben „SOS“.
Und als sie und Tjark sich auch noch unverhofft näher kommen, weil er zufälligerweise ihr Segellehrer ist, hast Anna gleich zwei Sachen zum Grübeln: Die Sache mit dem unheimlichen Mann und Tjark. Ersteres vertraut sie Tjark an und gemeinsam begeben sie sich auf eine Gespensterjagd, die mehr als einmal knapp wird. Sie nehmen an einer Seance mit Ranghild, einer sogenannten Hexe teil. Sie folgen einer Geisterfrau. Gemeinsam rufen sie den Friedhofsgeist um seine Hilfe an.
Und die ganze Zeit verfolgt der geheimnisvolle Geist sie. Dass Anna beinahe von einem Ziegel erschlagen wird, der vom Dach fällt und von einem Unsichtbaren auf die Straße vor einen LKW geschubst wird, sind nur zwei von vielen Vorfällen, die die beiden meistern müssen.
Und was hat es mit der alten Lungenheilanstalt und dem im Dorf zum Ehrenbürger ernannten, und in der Zwischenzeit schon lange verstorbenen Dr. Hasselreuther auf sich?
Cover:
Das Cover wird in blau gehalten, in schwarz findet sich links ein Löwenzahn, von dem die Fallschirmchen wegfliegen, davor ein graues, verschnörkeltes Tor und ansonsten wird das Bild von geheimnisvollen ockerfarbenen Zeichnungen begleitet.
Eigene Meinung:
Ich stehe eigentlich nicht so auf Geister- und Gruselgeschichten, aber dieses Buch hat mich in sich aufgesogen und erst wieder ausgespuckt, als ich die letzte Seite gelesen hatte.
Die Liebesgeschichte von Anna und Tjark ist eine nette Begleiterscheinung und bringt Abwechslung in das Buch hinein. So ist nicht alles nur Gespenster, sondern auch ein bisschen Freude.
Wer mir allerdings mit der Zeit immer unsympathischer wird, ist Tjark. Der am Anfang so charmante und nette Junge entwickelt sich immer mehr zu einem Miststück. Mich nervt, dass er nie etwas sagt, wenn seine Freunde plötzlich auftauchen, wenn er eigentlich was mit Anna machen wollte, und mich stört, dass er nicht sagt, ob was mit seiner angeblichen „Kumpelin“ Charlizé läuft. Dass er mit Anna rumknutscht und ihr die große Liebe vorspielt, (oder auch nicht, dessen bin ich mir bis zum Ende des Buches immer noch nicht schlüssig geworden) aber gleichzeitig sich von Charlizé befummeln lässt, geht mir gegen den Strich.
Anna ist mir oft zu zickig oder zu Bloß-kein-Streit. Aber sonst ist sei mir supersympathisch und man kann sich total gut mit ihr identifizieren.
Alles in Allem ist die Geschichte flüssig geschrieben, man kann sie leicht lesen und manchmal kommt einem alles sogar zu real vor. Ab und zu allerdings scheint alles zu gewollt gruselig, so dass man schon gar nicht mehr den Grusel spürt, der einem eigentlich den Rücken hochkrabbeln sollte.
Trotz diesen winzigen Mängeln gefällt mir das Buch wirklich gut und ich empfehle es wirklich jedem!


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