Zwischen dem Sein

Bild von Chini

Er öffnete die Tür und trat in den gespenstisch leeren Raum, der wirkte als wäre er seit über einem Jahrhundert verlassen.
Zielsicher schritt er auf das Bücherregal an der gegenüberliegenden Wand zu und lauschte dabei, geradezu peinlich genau, auf eventuelle Geräusche. Alle, außer seine eigenen.
Der düstere Raum legte eine schaurige Aura um seinen Körper und ließ ihn noch geheimnisvoller wirken als ohnehin schon. Nicht das das nötig gewesen wäre. Um Mitternacht wirkt sowieso schon Alles viel schauriger, als sonst. Selbst um Eins nach Mitternacht ist es nicht mehr so schaurig, wie exakt Null Uhr. Vielleicht hat das mit den vielen Gruselgeschichten zu tun. Oder der Tatsache, dass sich keine Zeit zwischen einem alten und neuen Tag befindet. Das ist ein Mysterium, das noch keiner geklärt hat!
Außer ihm, dem Autor von „Zwischen dem Sein“.
Er klappte den antiken Einband auf und begann zu lesen.

Cal Trent
1873 – 1903, Mitternacht

„Geehrter Leser, das Herz der Zeit hat aufgehört zu schlagen. Die Informationen in diesem Buch rauben dir den Verstand oder das Leben. Was es auch ist, nimm dich in Acht.“