Hinter der Grenze zum Niemandsland - 7. Kapitel

Bild von Lia-Ina

Erst in der Mitte der achten Klasse hörte das Szenario auf.
Dafür war ich Paula dankbar. Ich hatte den Boden unter ihren Füßen für heilig erklärt.
In der Zeit, wo sie noch nicht da war, schlug ich mich mit der anderen Seite der Klasse herum. Den Jungs.
Danke vielmals an:
Patrick, Nik, Fabian, Jona, Robin und Robin, Geritt, Valentin, Pascal, Dominik und Malono.
Was hätte ich nur ohne euch gemacht, wenn nicht eine Hand die andere gewaschen hätte? Ich weiß es, aber ihr wisst es nicht.
Es ist auch besser so, dass niemand bisher DAS gewusst hat.
Aber ich will loslassen.
Die Vergangenheit endlich vergessen.
Deswegen schreibe ich diese Story.
Mein LEBEN!

Ich wollte sterben!
Ich wollte mich umbringen!
Ich wollte einfach so die Brücke hinunter springen und ich hätte es auch beinahe getan.
Aber ich konnte nicht.
Ich stand oben, hinter dem Geländer und sah unter mir, keine fünf Meter, mein Spiegelbild. Nicht detailliert, aber ich konnte erahnen, was wo war. Nase, Augen und Mund spiegelten sich auf der ruhenden Wasseroberfläche der Traun.
Es wäre so leicht gewesen.

Es war Sonntag.
Ich bin von Inzell aus mit dem Rad die zwanzig Kilometer lange Strecke bis zu Traunstein durch den Wald und an dem Rand der Schnellstraße gefahren. Es hatte ungefähr eineinhalb Stunden gedauert, bis ich am Fluss ankam. Ich hatte das Rad in die Böschung gestellt und mich ans Geländer gelehnt.
Ich weiß noch, wie ich den ruhenden Fluss beobachtet hatte.
Ich hatte keine Angst. Ich fühlte mich richtig beflügelt von diesem Plan.
An diesem Punkt war ich nicht mehr zustoppen.
Ich hatte gewartet, bis die Abenddämmerung einsetzte.
Als die Sonne den Horizont küsste, so kam es mir vor, da kletterte ich Schritt für Schritt hinter das Geländer und sah hinab aufs Wasser.
Ich weiß nicht mehr genau meinen Gedankengang. Aber ich weiß, dass der Wind geweht hatte und ich mich schwerelos fühlte.
Ich weiß auch, dass eine Stimme nach mir rief, es hätte aber auch der Wind sein können.
Jedenfalls hatte ich für einen Moment den Gedanken: Loszulassen.
Einfach zugehen und meinen Problemen zu entrinnen.
Aber ich konnte nicht, obwohl ich wollte.
Ich wollte so sehr!
Später, (da war es schon dunkel), hatte ich mich auf den Bürgersteig gesetzt und geheult. Geheult weil ich zu Schwach war, mein Leben zu beenden.
Ich weiß noch, dass ich in die kalte Nacht geschrien habe und mich irgendwann auf das Rad geschwungen hatte und zurück gefahren bin.
Ich weiß nicht mehr, was meine Ma und mein Vater zu mir gesagt hatten.
Ich war nur froh, dass ich noch am leben war.

Paula war in der achten Klasse ein Sonnenschein für mich.
Eine Zauberfee, die das Unheil endlich gestoppt hatte.
Auch Svea, eine meiner jetzigen Freundinnen hatte aufgehört mich zu mobben.
Wie glücklich ich doch an diesem Tage war.
Auch die anderen Mädchen, wie Mona, Lena, etc. schenkten mir ihr neues Vertrauen.
Nur zwei taten es nicht.
Sandy und Tamara!
Auf die ich tausendprozentig verzichten konnte.
Danke vielmals! :D


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