Zwei Tage. Eine Seele.

Es war dunkel, so dunkel, wie es in einer hellen Stadt wie London überhaupt werden kann. Ich stand vollkommen still.
Ein Fuß links. .
Ein Fuß rechts.
Niemand, der mich so sah, hätte denken können, dass ich in zwei Welten stand. Ich stand auf einer unsichtbaren Grenze, der Grenze zwischen heute und morgen.
Nullmeridian.
Es war ganz und gar heute. Noch.
Ich stand da und lauschte der Stille.
Tick. Tack. Tick. Tack.
Ich liebte den monotonen Klang von Großvaters alter Taschenuhr. Lieber als das stumme Digital-Armband. Genau richtig für heute Nacht. Morgen Nacht?
Zehn Uhr neunundfünfzig in der linken Hand.
Tack. Tick. Tack. Tick.
Genauso liebte ich das leise, beständige Ticken von Großmutters alter Aufzieh-Armbanduhr. Sie war das einzige Erbstück, das ich behalten hatte. Sie war genug.
Elf Uhr neunundfünfzig an der rechten Hand.
Warten.
Jetzt.
Dong, dong, dong...
Eins, zwei, drei...
Mitternacht in meiner rechten Hand.
Rechts morgen, links heute.
Rechts heute, links gestern.
Zwei Tage. Eine Seele.
Zwischen der Zeit wurde ich zerrissen. Ich hätte fliehen können.
Doch ich stand einfach nur da.
Ich stand da und lauschte der Stille.
Tick. Tack. Tick. Tack.
Tack. Tick. Tack. Tick.
Warten.
Jetzt.
Dong, dong, dong...
Eins, zwei, drei...
Mitternacht in meiner linken Hand.
Lang genug gewartet.
Es war durch und durch heute. Wieder.
Und ich stand noch einen Moment da und lauschte der Stille.
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