Halb so Vertraut wie gedacht

Wolken waren am Himmel - so weiß wie die Schafe überall auf den Weiden. Irische Ferien. Bisher war es aber nicht so gelaufen. Eve war schon in vielen Pfützen versunken, von freilaufenden Schafen - die nicht gut drauf waren - gejagt und hatte erschüttert erlebt, wie viel Guiness die Einheimischen abends im Pub vertrugen. Welche schreckliche Erfahrung dürfte sie heute machen? Debbie, ein Mädchen mit der sie sich angefreundet hatte, wollte ihr unbedingt eine irische Sache zeigen: Fish and Chips. Eve hatte darüber lange nachdenken müssen. Sie hatte sie dem Vorschlag nach geben und fuhr an diesem Freitag Mittag mit Debbie in die Stadt.Die mollige Bedienung begrüßte Debbie prompt mit Vornamen und zwinkerte bei einem Blick auf die Begleiterin. Wenige Minuten später saßen die Mädchen an einem Tisch am Fenster, jeder eine gerollte Zeitung mit gebackenem Fisch und Pommes vor sich. Auf dem Tisch standen Ketchupflaschen und Eve sah darin ein Stück Vertrautheit. Beherzt griff sie zu, verwandelte ihre Pommes in ein rotes Massaker. Debbie grinste, doch das machte ihr nichts aus. Mit einem sanften Lächeln nahm sie sich gleich mehrere und schob sie sich in den Mund. Plötzlich schmeckte sie nur noch die überwältigende Säure von Essig. Fürchterlich hustend hielt sie ihre Hand vor den Mund und stürzte vom Stuhl. Jedoch landete sie eher ungeschickt auf dem Boden. So musste sie auf dem Weg zum Auto den Regenschirm als Stütze nehmen, welchen sie - wegen den Schäfchenwolken - mit genommen hatten.
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