Secrets - Kapitel 1.3

Bild von KatyJ107

„Liz... Jetzt stell dich nicht an. Die Hälfte dieser Kleider kann wieder zurück in den Schrank. Wenn du sie nicht dort reinräumst, tu ich es und dann suche ich auch gleich die anderen Sachen aus, die du mitnehmen wirst“, sagte er drohend.
Ich funkelte ihn an, ging dann aber zu meinem Koffer und räumte ihn wieder aus. Dann besah ich mir die Kleider genauer und wählte sorgfältig aus, welche ich mitnehmen würde. Das dauerte dann wieder eine Stunde, da ich sie auch noch anprobierte, um zu gucken, welche an mir am besten aussahen. Und Sam dürfte Jury spielen. Am Ende sah er reichlich genervt aus. Als ich dann auch noch anfing, Die T-Shirts und Hosen anzuprobieren (natürlich in einem seperaten Raum), meinte er ungehalten: „Liz, es reicht, dir steht alles davon, sonst hättest du es dir wohl kaum gekauft. Jetzt pack einfach ein paar Hosen und T-Shirts ein, deinen Kosmetikscheiß und dein Sportzeug und dann fahren wir“
Wow, das war mal eine klare Ansage. So etwas war ich nicht gewohnt und dementsprechend blöd starrte ich ihn auch an. Vermutlich sah ich jetzt aus, wie eine Kuh, die vergessen hatte, dass sie eigentlich gerade am Kauen war.
Sam sah mich an, musterte meinen Gesichtsausdruck und brach in Gelächter aus.
„Das ist nicht witzig!“, fauchte ich sogleich auch wieder beleidigt los.
Mühsam unterdrückte er das lachen, was beim Grinsen allerdings nicht so gut funktionierte. Schmollend wandte ich mich ab und lief ins Bad, um meine Kosmetiksachen raus zu suchen. Es waren ehrlich gesagt ziemlich viele. Zumindest Sams Meinung nach. Aber in echt waren es nur 100 Nagellacke, 5 Wimperntuschen, 50 Lidschatten, 10 Kajalstifte, 7 Puder, 9 Make-Ups und und und... War doch eigentlich gar nicht so viel, oder? Zumindest nicht für mich.
Als meine Tasche, ja, ich brauchte wirklich eine richtige Tasche für meinen „Kosmetikscheiß“, wie Sam ihn genannt hatte, fertig gepackt war, ging ich zurück in mein Zimmer. Dann fiel mir auf, dass ich mein Duschgel, mein Shampoo, meine Spülung und alles, was man im Bad halt so braucht, noch nicht eingepackt hatte. Daher lief ich auch wieder zurück ins Bad und steckte gleich noch meine Bodymilk ein. Der ganze Prozess hatte ungefähr eine halbe Stunde gedauert und Sam sah bereits wieder reichlich genervt aus. Das tat seinem guten Aussehen allerdings keinen Abbruch. Nein, ich war nicht an ihm interessiert, ich stellte nur die Tatsachen fest.
Seufzend hob er meinen Koffer, der inzwischen ebenfalls fertig gepackt war, auf und ging mit ihm zum Auto. Oder eher zur Limousine. Nachdem er meine Koffer in den Kofferraum gepackt hatte, hielt er mir die Tür auf.
„Bitte Ma'am“
„Danke“, sagte ich grinsend und stieg ein.
Er setzte sich neben mich und schlug die Tür zu. Jetzt ging es also wirklich los. Sam, der meine Unruhe gespürt haben musste, versuchte, mich zu beruhigen: „Mach dir keine Sorgen, du wirst schon klar kommen. Außerdem bin ich ja auch noch da. Du weißt, du kannst immer zu mir kommen, egal mit welchem Problem. Ich werde dir helfen.“
Zu blöd nur, dass mein Problem momentan die Schule war, in die er mich gerade, auf Anweisung meiner toten Eltern hin, schleifte. Ich warf ihm noch einmal einen flehenden Blick zu. Er grinste. „Bei diesem Problem leider nicht“
Ich verdrehte die Augen und sah aus dem Fenster. Also auf in die Hölle!

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