Ka(r)masutra für Anfänger [Kap. 2, 3]

Zuvor: Kap. 2, 2
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Die Metalleinfassung des Korbstuhls reflektierte das grelle Sonnenlicht und riss Anils Aufmerksamkeit an sich, noch ehe er ganz ins Freie getreten war. Priya weg. Er überflog jede der Tischgruppen, durchkämmte mit seinem Blick erst die eine Seite der langen Einkaufspassage, dann die andere. Nichts, außer unbekannten Gesichtern. Er machte sich gar nicht erst die Mühe, sie genau anzuschauen.
Nachdenklich kehrte er an seinen Platz zurück. Eine dampfende Kaffeetasse und ein unangerührtes Spaghettieis, in der Mitte sein Handy mit dem Display nach unten.
Warum war sie gegangen? Ohne ihn?
Sie hatte ihm gesagt, dass sie die indische Telefonnummer brauchte, vielleicht hatte sie sich aus diesem Zweck erst mit ihm verabredet? Oder es war der Kuss. Er hätte sie nicht einfach küssen sollen, eine stolze Inderin wie sie.
In seinem Kopf begannen die Gedanken zu rasen. Die meisten handelten davon, dass sie sich bei ihrem Onkel über seine Dreistigkeit beschweren könnte, was wiederum die Ehre seines Onkels beschämen würde.
Verdammt, er hatte dieses lächerliche Bussi nicht einmal genossen. Ja, ein Bussi, nichts Anderes war es gewesen. Deswegen auszuflippen ging eindeutig zu weit.
Obwohl er wusste, dass er im Recht war, begann sein linkes Augenlid zu zucken wie unter Starkstromeinfluss. Er musste sie anrufen und um Entschuldigung bitten.
Widerwillig nahm er sein Handy auf und versuchte sich, innerlich in reumütige Stimmung zu versetzen. Dann fiel ihm der Briefumschlag am oberen Rand des Displays auf. Als er den Posteingang öffnete, sah er eine ganze Reihe solcher Umschläge und sie hörten nicht auf, egal wie weit er nach unten scrollte.
Er öffnete einen beliebigen. Die SMS war wohl an jemand anderes gerichtet gewesen. Kopfschüttelnd löschte er sie und widmete sich der nächsten. Ihr Inhalt war noch verstörender, als der vorherige.
Anil stieß einen heiseren Laut aus, allmählich sammelte sich der Schweiß in seinen Armbeugen und überall dort, wo Haut auf Haut traf. Scheiße, nun wusste er, warum Priya ohne ein Wort abgerauscht war. Wenn sie dasselbe gelesen hatte wir er, sollte er besser dankbar sein für ihren stillen Abgang, sie hätte ihm auch eine Riesenszene machen können.
Ja. Warum hatte sie ihm eigentlich keine gemacht?
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Weiter: Kap. 3, 1
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