noch titellos teil 3

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Ich wollte ihn aus meiner Kontaktliste löschen, doch ich konnte nicht.

„Jess, kommst du bitte mal runter“, rief meine Mom von unten. Genervt ging ich nach unten „Was?“, motzte ich sie ohne wirklichen Grund an. Ich fühlte mich mies, aber an irgendwem musste ich meinen Frust, über das Ende meiner „Beziehung“, ja auslassen. Zum Glück ignorierte meine Mom meinen angriffslustigen Unterton „Jess, hast du gepackt?“, fragend guckte sie mich an, da ich nicht wieder zu viel Scheiße labern wollte nickte ich einfach nur stumm.“Ist alles ok?“, fragte sie besorgt, doch als sie merkte das ich ihr keine Antwort geben würde, wandte sie sich von mir ab. „Paul, hast du auch schon gepackt?“ „Klar!“, kam es energisch von meinem Bruder, der grade die Treppe runter getrampelt kam. „Also, krieg ich jetzt endlich was zum Futtern?“, fragte er, rieb sich den Bauch und leckte sich über die Lippen. „Was denkst du warum ich euch gerufen hab?“, erwiderte sie lächelnd und fing an den Tisch zu decken. Ich ließ mich auf einen der Stühle ihm Esszimmer fallen. Es gab Sandwiches, während ich mein Sandwich aß begann ich zu grübeln. Es war mir nicht recht, wie gut sich mein Bruder mit meiner Mom verstand, wenn ich ehrlich war, war ich nichts weiter als eifersüchtig auf meine Nervensäge von Bruder. Seitdem uns Dad vor 13 Jahren allein gelassen hatte, hatte ich so gut wie nur noch Stress mit Mom, aber Paul… der war immer die Unschuld in Person, zumindest für unsere Mom. Dad hat mich einfach immer schon besser verstanden und mit Mom hab ich, bevor er ging, kaum Zeit allein verbracht. Dafür hat Paul Dad nie richtig kennengelernt, er war ja grade erst zwei geworden als er ging…
„Jess, Jessica! Hallo hörst du mir überhaupt zu?“, riss mich meine Mom lauthals aus meinen Gedanken. „Oh… ahm… nein. Sorry! Was hast du gleich gesagt?“, versuchte ich meine Trauer zu überspielen, anscheinend erfolgreich denn niemand merkte irgendetwas an. „Ich hab gesagt, das wir gleich alle schon mal schlafen gehen sollten, denn wir haben schon halb zehn und wir sollten wenigstens etwas schlafen, ehe wir heute Nacht los müssen…“ „Ja, klar. Hast ja recht.“, sagte ich, so beiläufig wie möglich, schlang meinen letzten Sandwichbissen hinunter und stand auf. Zum Schlafen zog ich mir ein altes Top und Shorts an und wie ich im Bett lag begann ich mich in den Schlaf zu weinen.

„Jess, Jess wach auf, Mom ist schon ganz aufgebracht, sie will dass du dich bewegst. SOFORT!“ „Halt, die Klappe, Paul, das muss ich mir von so einem kleinen Pimpf wie dir nicht sagen lassen“, murmelte ich im Halbschlaf. „Erstens ich bin schon 15, in einer Woche 16 und zweitens 15cm größer als du.“ sagte er zucker süß, lächelte schief und riss mir die Decke weg. Mürrisch stand ich auf und machte mich langsam fertig, als ich auf die Uhr schaute, hatte ich nur noch 10 Minuten Zeit. Scheiße! Ich musste mich noch anziehen und schminken, also fing ich an mich zu beeilen.
15 Minuten später saßen wir im Taxi, zum Glück hat der Fahrer solang auf uns gewartet. „Wir müssen uns beeilen, weil da jemand verschlafen UND getrödelt hat.“, sagte Mom hart und schaute mich, für einen kurzen Augenblick, wütend an, ehe sie sich wieder dem Taxifahrer zuwandte. „Also hab ich sie richtig verstanden, sie wollen zum Hafen.“, fragte der Taxifahrer erneut. „JA! Also fahren sie schon“, motzte sie ihn an. Ich glaube ich habe das motz- Gen von ihr, dachte ich glücklich darüber, dass wir doch etwas gemeinsam hatten. Als wir nach fast vier Stunden Fahrt am Hafen ankamen, stand die Sonne schon einige Zeit am Himmel. Ich konnte mein Glück kaum fassen als ich dieses riesige, lange und saugeile Schiff sah. Und ich darf da mit fahren, dachte ich begeistert. Schlagartig fühlte ich mich besser und setzte mein fröhlichstes Lächeln auf. Wir wären fast zu spät zum Einchecken gekommen, deshalb stand vor uns auch keine lange Schlange und wir konnten relativ schnell Einchecken. Während wir auf unsere Zimmerkarte warteten und Mom noch unzählige Fragen stellte, sah ich viele interessante, freundliche Gesichter und die verschiedensten Style´s. Als ich sie auf mich zukommen sah verschlag es mir die Sprache…

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