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Welt aus Staub-Stephan R. Bellem

Bild von Buchheldin

Welt aus Staub-Stephan R. Bellem

Im Jahre 2177 ist die Erde von einem gefährlichen Pilz befallen. Die meisten Pflanzen sterben innerhalb kurzerster Zeit an dem Pilz. Eine Zimmerpflanze zu besitzen ist illegal. In dieser Zeit, geprägt von Hunger und Krankheit, leben Sam, Danny und Paul, welche Ingenieure bei Food Corp sind, der einzigen Lebensmittelfabrik. Als Danny an vermeintlichem Selbstmord stirbt, ist für seine Freunde Sam und Paul die Welt nicht mehr so, wie sie war. Durch einen Zufall begegnen die beiden Mitarbeiter Tessa und Elaine. Tessa ist eine Prostituierte und Elaine verdient ihr Geld, in dem sie Pflanzen illegal aufzüchtet und auf dem Schwarzmarkt verkauft. Nach und nach kommen sie hinter die Geheimnisse des Gesellschaftssystems, in dem Food Corp eine zentrale Rolle spielt.

Stephan R. Bellem entführt den Leser in eine graue Zukunftswelt, in der die meisten Bürger am Rande des Existensminimums leben. Während die Reichen sich wertvolle Möbelstücke aus echtem Holz leisten können, leben die Armen dicht zusammengedrängt im „unteren Komplex“.Pflanzen werden in riesigen Hallen gezüchtet und überhaupt spielt sich das ganze Leben unterhalb der Erde ab. Oberhalb findet man nur noch düstere, vertrocknete und von dem Pilz befallene Gegende. Eine Dystopie mit einem Blick auf eine ganz klassisch defätistische Zukunft.

Die Charaktere haben mir sehr gut gefallen. Man führt und leidet, fiebert und kämpft mit den Figuren, die sich so sehr voneinander unterscheiden. Da gibt es zum Beispiel Sam, der nie so richtig über den Tod seines besten Freundes hinwegkommt und Elaine, die mutige Schmugglerin. Auch Tessa, die Prostituierte, hat einen spannenden Charakter. Nach und nach erfährt der Leser Geheimnisse über die Vergangenheit all dieser Figuren. So fühlt man sich noch mehr mit ihnen verbunden.

Die Kapitel der Geschichte sind lang, was das Lesen teilweise sehr ermüdet. Es wird abwechselnd aus den Perspektiven von Elaine, Sam und Tessa erzählt. Erst ziemlich gegen Ende treffen die Charaktere aufeinander. So wirkt das Ganzte zunächst wie drei einzelne Geschichten, die in einer Welt spielen.

Negativ ist mir die große Anzahl der benutzten Ordinärwörter aufgefallen. Ich weiß nicht, ob Stephan R. Bellem damit die Dekadenz der Gesellschaft betonen wollte. Ich persönlich empfand diese Schimpförter einfach nur als lästig.

Abgesehen davon ist der Schreibstil aber recht spannend. Ich wollte beim Lesen immer wissen, wie es denn nun weiterginge.

Alles in allem ist „Welt aus Staub“ eine nette Geschichte, deren Potenzial jedoch nicht voll ausgeschöpft wurde.


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