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Tote Mädchen lügen nicht

Bild von Shivari

Man kann die Zukunft nicht stoppen, man kann die Zeit nicht zurückspulen – doch wer auf „Play“ drückt, erfährt die Wahrheit.

Klappentext:
Als Clay nach Hause kommt, findet er ein Päckchen mit 7 Kassetten vor. Er legt die erste in einen alten Kassettenrekorder und hört die Stimme von Hannah Baker. Hannah, seine ehemalige Mitschülerin. Hannah, für die er heimlich schwärmte. Hannah, die sich vor zwei Wochen umgebracht hat.
Mit Hannahs Stimme im Ohr wandert Clay durch die Nacht, und was er hört, lässt ihm den Atem stocken. 13 Gründe haben zu ihrem Selbstmord geführt, 13 Personen hatten Anteil daran.
Clay ist einer davon…

Der Autor:
Jay Asher bekam die Idee zu diesem Buch, während einer Audioführung im Museum. Er war fasziniert von der Stimme in seinem Ohr, die ihm erklärte, was er sah. Tote Mädchen lügen nicht ist sein erster Roman und wurde in den USA zu einem sensationellen Erfolg. Er lebt in Kalifornien.

Stil:
Jedes Kapitel ist eine Seite einer Kassette. So heißt das erste Kapitel beispielsweise „Kassette 1, Seite A“. Bei 7 Kassetten charakterisiert jede Kassettenseite also eine Person und eine Geschichte, die Hannah zu erzählen hat. Eine Geschichte, die sie ein bisschen mehr kaputt gemacht hat, bis sie schließlich zerbrochen ist.
Das, was Clay hört; das, was Hannah sagt, ist kursiv gedruckt. Und das, was Clay macht oder denkt, während er es hört, hat normale Schriftgrade.
Somit wird das, was man eigentlich ziemlich schwierig zu Papier bringen kann, ziemlich gut umgesetzt. Eigentlich tut man es nämlich gleichzeitig: Etwas hören (mit Stöpseln in den Ohren) und etwas machen.
Außerdem hat der Autor noch Symbole wie „►“ oder „■“ eingefügt, um zu zeigen, welche Taste Clay auf seinem Walkman drückt, wenn er eine Pause braucht, um das Gehörte zu verarbeiten.
Sehr schön gemacht und äußert authentisch.

Meine Meinung:
Normalerweise finde ich solche Bücher nicht gut, auch wenn sie gut geschrieben sind. Normalerweise schreibe ich darüber auch keine Rezensionen.
Vergewaltigung, Missbrauch, Gewalt, Drogen und Suizide sind keine Themen für eine Geschichte, die man gut und absolut geil findet. Ich finde, dann mangelt es einen an Respekt für die Sache. Und bisher hatte ich Respekt davor, auch wenn ich zugeben musste, dass mich das Buch, welches ich las, mitgerissen hat. Ich wollte diese Dinge nicht verherrlichen, indem ich gesagt habe, die Geschichte, in der ein Mädchen in der Familie missbraucht wird, gut finde. Das… macht man einfach nicht.

Wie gesagt: Normalerweise.
Tote Mädchen lügen nicht ist wohl in vielerlei Hinsicht ein Buch, das aus der Reihe tanzt, nicht nur wegen der außergewöhnlichen Idee. Auch wegen des Stils, den ich oben bereits belobigt habe, ist dies ein äußerst mitreißendes Buch.
Und letztendlich auch wegen Hannah.
Sie erzählt ihre Geschichte, und obwohl man weiß, dass sie nicht mehr lebt, wird man doch in ihr Leben mit hineingezogen, ebenso wie Clay, der manchmal in Tränen ausbricht, ob vor Wut oder vor Trauer. Man wird mitgerissen, geht mit Hannah das letzte Stück ihres Lebens, leidet mit ihr.
Mitunter geht es in diesem Buch wirklich etwas heikel zu, schließlich zählt ein Mädchen die Gründe, warum sie sich das Leben genommen hat, auf. Ich weiß noch, dass es eine Stelle gab, an der ich mit geweiteten Augen auf dem Sofa gesessen und mir die Hand vor den Mund gehalten habe, weil ich es einfach nicht fassen konnte, was Hannah mir dort erzählt.

Und das Schlimmste an dem Buch ist wohl, dass man weiß, dass Hannah sterben wird. Oder bereits tot ist.
Ständig denkt man „Verdammt nochmal, ich will, dass sie lebt!!“ oder will sie in den Arm nehmen und trösten, zumindest ihre Hand halten. In dieser Hinsicht fühlt man wie Clay, denn wir beide hören/lesen das zum ersten Mal.

Dieses Buch hat mich tief getroffen und sehr bewegt. Und obwohl es gegen meine Prinzipien verstößt, muss ich euch sagen, dass es wirklich, wirklich gut ist. Ich wollte den ganzen Leuten und der Presse nicht glauben, die das Buch in den Himmel lobten. Heute tue ich es.
Lest es, Leute. Lest es und werdet Teil einer Geschichte, die erzählt werden muss. Und obwohl hinter alldem ein fader Beigeschmack lauert und das Thema unter die Haut geht, ist dies ein Buch, das bewegt. Das mitreißt. Das uns hilft, weiterzugehen.
Und zu verstehen.

Sonstige Angaben zum Buch:

Name: Tote Mädchen lügen nicht (orig.: Thirteen reasons why)
Autor: Jay Asher
Seitenzahl: 283
ISBN: 978-3570307342


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