Superheld

Superheld
Denkt ihr es dauert noch lange? Denkt ihr die Welt geht bald unter oder wollt ihr für immer so leben? Denkt ihr jemand wird kommen, der euch schon den rechten Weg zeigt, kurz bevor es zu spät ist? Davor gibt es nichts zu verändern. Bis zu diesem Zeitpunkt ist alles noch in bester Ordnung.
Falsch.
Ich bin ein Superheld. Ich rette Planeten. Irgendwann werde ich euch retten.
Bei meiner Ankunft werdet ihr überrascht zu mir aufblicken. Die schönsten Vögel dieser Erde werden um mich fliegen und mir voller Inbrunst ihren Dank durch herrliche Lieder offenbaren. Ihr Menschen werdet den strahlend blauen Himmel, die reine Unendlichkeit, über euch erkennen. Jeder, ohne Ausnahme, wird an die Existenz etwas Größerem glauben müssen. Schließlich bin ich keiner von euch.
Nie könnte ich meine Mutter so verunstalten. Ihr Schmerzen zufügen, obwohl sie mich doch so gut versorgt. Nie könnte ich ohne Gewissen auf meinesgleichen schießen, egal in welchem Alter sie sich befinden. Nie könnte ich zusehen, wie andere Hunger leiden, zwischen Leben und Tod schwanken. In der Nacht schlafen, wenn ich wüsste, dass in genau diesem Moment ein Mensch seinen Körper verkauft, um nicht zu vergehen.
Bei meiner Ankunft werden die Blinden ihre Lider aufreißen und rote Tränen weinen, die sich zu einem See an ihren Füßen bilden werden. Die Stummen werden ein Lied anstimmen, dem jeder Taube gespannt lauscht.
Es wird kein Geld regnen. Ich werde nicht mit den Fingern schnippen, damit alles wieder gut wird.
Nein, ich werde euch lediglich die Schleier von euren Augen nehmen. Niemand wird kommen um euch zu befreien. Das Einzige, das euch erwartet bin ich.
Bei meinem Abgang werdet ihr realisiert haben und in unendlichem Hass über euch selbst leben. Ich werde euch gezwungen haben zu helfen, denn ich kenne kein Erbarmen.
Ihr fürchtet die Hölle? Ihr seid doch bereits in ihr gefangen.
Erwartet mich voller Schrecken, die, die ihr ohne Rücksicht auf andere existiert. Fürchtet euch vor dem Tag, an dem ich euch besuchen werde.
Ich räume immer gründlich auf, lasse niemanden, der es verdient, ungeschoren.
Ein bisschen Zeit habt ihr noch, denn zuerst muss ich mich um eine andere Welt kümmern.
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