Hallo Leute!
Aufgrund sehr hilfreicher Kritik in der letzten Zeit, habe ich beschlossen, "Juwelenjagd am Jordan" einer eingehenden Überarbeitung zu unterziehen. Das Ergebnis seht ihr hier:
Den Prolog habe ich - anders als den Rest der Geschichte - nicht großartig verändert, ziehe es aber vor, ihn trotzdem neu zu posten, um einen sichtbaren Zusammenhang zur aktuellen Version zu gewährleisten.
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Zum Vergleich: Alte Version [1]
Juwelenjagd am Jordan (Überarbeitete Version) - Prolog
Ein Penthouse in Tel Aviv
Karim al-Falǻḥ hatte selten derartigen Luxus gesehen. Das Foyer des Hochhauses protzte bereits mit seinem pompösen Springbrunnen und seinen peinlich geputzten Marmorsäulen, doch als der Araber aus dem Aufzug in das Penthouse trat, wurden seine kühnsten Träume übertroffen. Teppiche aus aller Herren Länder zierten den Boden und teure Gemälde aller Epochen hingen an den Wänden. Blank polierte Vasen standen auf eisernen Sockeln und der Schreibtisch aus massiver Eiche, der an der Rückwand des Zimmers stand, hatte bestimmt schon viele Besitzer kommen und gehen sehen.
Eine einzelne Frau stand hinterm Schreibtisch am Fenster und blickte in die sternklare Nacht hinaus. Ihre Hände hatte sie auf dem Rücken verschränkt.
Als Karim näherkam, drehte die Frau den Kopf herum und sagte: „Sie sind spät dran, Karim. Haben Sie ihn dabei?“
In ihrer Stimme schwang russischer Akzent mit, keine Seltenheit in diesem Land.
Der Araber ließ sich von der Ungeduld seines Gegenübers nicht aus der Ruhe bringen: „Ich habe den Edelstein beschafft, Gräfin“, sagte er gelassen, „ganz wie Sie verlangt haben. Nun sind Sie dran, ihren Teil der Abmachung einzuhalten.“
„Zuerst möchte ich ihn sehen“, verlangte die Gräfin und setzte sich an den Schreibtisch.
Karim schnaubte verächtlich über das Misstrauen dieser Frau, ging aber auf die Forderung ein. Er stellte das Kästchen, das er den ganzen Weg von Dimona bis hierher schützend bei sich getragen hatte, auf den Schreibtisch, öffnete den Deckel und drehte ihn der Gräfin zu.
Diese sah hinein und sagte mit leuchtenden Augen: „Ja, das ist er tatsächlich. Schön, ja, wunderschön...“
„Schönheit hin oder her", erwiderte Karim scharf und klappte das Kästchen wieder zu. „Ich verlange, dass Sie Ihren Teil der Abmachung einhalten, so wie ich meinen eingehalten habe. Wenn nicht, nehme ich den Stein wieder mit und werfe ihn ins Meer. Er ist mir nicht geheuer.“
Die Frau griff in eine Schublade des Schreibtischs, holte einen Autoschlüssel hervor und schob ihn dem Araber zu. „Ihre Belohnung finden Sie in der Tiefgarage, erste Ebene, Platz Nummer vierzehn.“
Karim schnappte sich den Autoschlüssel und schob das Kästchen von sich. „Ich hoffe, Sie wissen, was Sie da tun. Der letzte Besitzer des Steins war völlig wahnsinnig, wie von Dämonen besessen. Es war kein schöner Anblick, das können Sie mir glauben.“
„Haben Sie nicht eine Belohnung abzuholen?“, entgegnete die Gräfin mit enem kühlen Lächeln und wandte sich von dem Mann ab.
Wortls machte sich der Araber auf den Weg in Richtung Aufzugtür. Kaum hatte sie sich hinter ihm zugezogen, lächelte Karim erleichtert und zufrieden über sein Schauspiel. Er hatte getan, was getan werden musste. Man würde es ihm belohnen.
Als Karim al-Falǻḥ die Aufzugtür hinter sich geschlossen hatte, öffnete die Gräfin die Schatulle und betrachtete sich den Stein, ein handtellergroßes Falkenauge eine ganze Weile lang. Seine glatt polierte Oberfläche spiegelte ihre zufriedene Miene. In seinem Innern schimmerte ein winziges Licht.
„So, du bist als das sagenumwobene Falkenauge“, sagte die Frau und hielt das Juwel hoch. „Einer von vierundzwanzig... Na Kleiner, wo sind denn deine Brüder und Schwestern? Ach, wenn du nur sprechen...“
Da bemerkte die Gräfin, dass das Falkenauge zu leuchten begann. Ehe sie es sch versah, wurde das ganze Zimmer in ein gleißende Licht getaucht.
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