♥ Heartbeat ♥ Kapitel 1.1

Dies ist ein erster Teil vom ersten Kapitel.
Das komplette erste Kapitel trägt den Namen:
"Und das war erst der Anfang..."
(Muahahaha.....) ;D
Wie immer freue ich über jede Art von Kommi!!! :)
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In Sekundenbruchteilen hatte ich die Augen aufgerissen und saß senkrecht im Bett. Meine Brust hob und senkte sich viel zu schnell und mein Puls raste, als wäre ich gerade aus der Achterbahn ausgestiegen. Ich ließ meinen Blick durch den Raum schweifen, um meinem Gehirn die Gewissheit zu verschaffen, dass kein fanatischer Mörder hier auf mich wartete. Meine Klamotten lagen noch dort, wo ich sie immer lagen, am Boden. Und auch mein Schreibtisch war noch voller zerknüllter Zettel und leeren Chipstüten. Mein Mistkübel hatte schon vor Monaten kapituliert und sich damit abgefunden, dass er erst kurz vor Weihnachten wieder geleert werden würde –also hatte ich noch drei Monate Zeit mich dazu zu begeistern. Es sah aus als hätte jemand bei mir eingebrochen, alles verwüstet und dann eine Bombe gezündet, nur um sicher zu gehen, dass der Raum unbewohnbar blieb.
Also, alles wie immer!
Beruhigt und mit einem kleinen Lächeln auf den Lippen kroch ich unter der Decke hervor, kämpfte mich zum Badezimmer durch und gönnte mir eine lange, ausgiebige Dusche. Zu lang...
Als ich aus der Dusche kam hatte ich noch genau 23 Minuten Zeit mich umzuziehen, zu frühstücken und dann den Waldweg runter zur Bushaltestelle zu laufen, um noch rechtzeitig in die Schule zu kommen.
Wieder mal ein Tag um zu beweisen, dass ich, wenn ich wollte, die Goldmedaille im Kurzstreckenlauf nach Kalifornien holen könnte.
Ich stolperte also über alles, was sich mir in den Weg stellte, riss den Schrank auf, griff rein und zog das erstbeste T-Shirt raus, dass ich finden konnte. Schwarz… sehr einfallsreich. Was soll‘s. Pinken Schal dazu, blaue Hose angezogen und die erste Schulwoche nach den Ferien konnte beginnen! Das heißt, wenn ich noch meine Tasche finde… Ah! Unterm Bett!
Schnell sprang ich über meinen zimmereigenen Staubsauger, den ich hier noch nie verwendet hatte (genau genommen habe ich ihn erst vor einer Woche wieder gefunden) und griff unters Bett. Volltreffer!
Wie ich immer gern zitiere: „Der kleine Geist hält Ordnung, aber das Genie überblickt das Chaos!“
Triumphierend lächelnd wollte ich mich gerade der Tür nähern, als ich auf etwas weichem ausrutschte und glücklicherweise mit dem Kopf auf meinem T-Shirt Berg landete. Ich setzte mich auf, um nach dem Unhold zu suchen.
Aha! Da war also das Kuscheltier, das Henry für mich am Jahrmarkt gewonnen hatte, hingekommen.
Mit einem präzisen Schuss schleuderte ich es Richtung Bett und stand dann auf. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt! Ein zweites Mal würde es mir bestimmt nicht wieder passieren.
Auf dem Weg nach unten schnappte ich mir schon mal meine Sneakers und stürmte in die Küche.
„Essen?“ rief ich und schaute mich um.
„Du reduzierst deinen Wortschatz von Tag zu Tag weiter. Ich warte ja nur darauf, dass du eines Morgens in die Küche kommst und einfach sabbernd da stehst, bis dir jemand etwas zu Essen in den Mund steckt.“
„Verdammt, du hast mich durchschaut!“
Hinter mir hatte sich eine große, schlanke Frau mit schwarzen kurzen Haaren, gebräunter Haut und unglaublich blauen Augen aufgebaut. Die Lippen leicht zu einem Lächeln verzogen hielt sie mir einen Teller mit Rührei vor die Nase. Ich drückte ihr einen Kuss auf die Wange und nahm ihr den Teller ab. „Danke, Isis. Ist Hathor schon weg?“
„Du hast sie gerade verpasst, Liebling“, sagte sie, ging an mir vorbei und setzte sich an den schweren, eichenen Esstisch. „Aber sie wird dich heute von der Schule abholen.“
Ich schaufelte das Rührei in mich rein, murmelte ein unverständliches okay, rannte zur Spüle um meinen Teller loszuwerden und dann gleich zur Tür hinaus.
Rund um mich erhoben sie die Laubbäume, Wildblumen und Sträucher, deren Blätter saftig grün in der Sonne blitzten. Meine beiden Tanten hatten sicher ein Vermögen für diesen grünen Flecken mitten in der Stadt hinblättern müssen. Ich lief den, mit weißen Steinen gepflasterten Weg entlang bis zum Tor am Ende meines grünen Paradieses und öffnete das eiserne Gartentor. Jedes Mal wenn ich die Schwelle übertrat, bekam ich ein ungutes Gefühl, als ob irgendwo da draußen etwas Gefährliches auf mich lauern würde. Als würde etwas darauf warten, dass ich mein Heim verließ, damit es seine Krallen in mich schlagen konnte, um mich in die nächste abgelegene Gasse zu zerren. Die Bilder meines Traumes wollten sich wieder in meine Gedanken drängen, doch ich verscheuchte sie sofort wieder. Wahrscheinlich war ich einfach zu sehr an die Stille und Ruhe meines Wäldchens gewohnt. Ich trat hinaus und war sofort vom vertrauten Stadtlärm und den stinkenden Autoabgasen umgeben.
Guten Morgen, Kalifornien.
Um mich herum waren Wolkenkratzer, Taxistände, der dicht gedrängte Morgenverkehr und dutzende Leute, die es anscheinend alle ziemlich eilig hatten in die Arbeit zu kommen. Ich blickte noch einmal zurück zu dem grünen Fleck, wo noch alles so unrealistisch ruhig wirkte, betrachtete die grünen Laubbäume, das hohe grüne Gras, das jenseits des Zaunes wuchs und blickte dann wieder auf die unzähligen Menschen die über die Bürgersteige hasteten.
Was für ein krasser Gegensatz!
Da wundert es mich wirklich, dass wir bis jetzt noch nie ausgeraubt oder Opfer eines Gewaltverbrechen geworden sind.
„Hey, Waldmensch!“, kam die Stimme eines Jungen. Ich drehte den Kopf ein wenig und erblickte Henry in der Menschenmenge, eine Hand in der Höhe um meine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Als er näher kam ließ er sie wieder sinken und grinste mich schief an.
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