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Der Libellensee oder wie man einen Prinzen rettet

Bild von ils

Der Libellensee
oder Wie man einen Prinzen rettet

Der Roman von Eva Ibbotson ist im Dresslerverlag im Jahre 2010 mit 448 Seiten erschienen. Es kostet 15,95 Euro und ist geeignet für Jugendliche ab 10 Jahren.
Das Buch spielt 1939 in England und in dem Königreich Berganien. Tally ist elf Jahre alt und lebt mit ihrem Vater in London. Er hat eine eigene Arztpraxis und dennoch sind sie nicht besonders reich, weil Tallys Vater kein gewöhnlicher Arzt ist. Er behandelt manche Patienten umsonst und wenn er Geld verlangt, ist es meist ziemlich wenig. Tally wird von Klosterschwestern unterrichtet. Ihre Mutter ist gestorben, als sie noch klein war. Trotzdem vermisst sie ihre Mutter kaum, da ihr Vater sehr liebevoll ist. Kurzum: Tally ist überaus glücklich mit ihrem Leben.
Doch dann bricht der Krieg aus und sie muss aufs Land in das Internat Delterton. Delderton ist kein gewöhnliches Internat. Es gibt keine strengen Hausregeln und man wird auch nicht geschlagen. Es ist ein Internat, in dem der Biologieunterricht bereits frühmorgens um 4 Uhr stattfindet, weil man dann wunderbar alle Tiere und Vögel beobachten kann. Der Unterricht ist freiwillig und dennoch gehen alle Kinder in den Unterricht. Tally findet dort viele Freunde.
Sie bildet eine Tanzgruppe, mit der sie in das winzige Königreich Berganien zu einem Friedensfest fährt. Berganien scheint Tally, ist ein Paradies. Sie denkt, es gebe nichts Böses in dem Land. Der König von Berganien ist ein sehr mutiger König, der sogar Hitler die Stirn geboten hat. Er hat einen Sohn in Tallys Alter, Prinz Karil.
Zu dem Friedensfest kommen Tanzgruppen aus unterschiedlichsten Ländern und Schulen. Tally freundet sich mit Prinz Karil am zauberhaften Libellensee an. Bei der Eröffnung des Friedenfestes wird ein von Hitler geplantes Attentat auf den König verübt, bei dem er stirbt. Auch Prinz Karil schwebt in Gefahr. Er wird von der Gestapo gejagt. Tally und ihre Tanzgruppe versuchen Karil über die Grenze nach England zu schmuggeln. Doch er landet bei seinem herzoglichen, ekligen Großvater in London. Das ganze Haus ist öde und alt und Karil muss den ganzen Tag seine nervige Cousine ertragen, die ständig motzt und schreit. Karil wird Tag und Nacht bewacht. Er hat keinen Zugang zum wirklichen Leben außerhalb des herzoglichen Hauses. Vergebens wartet er auf Briefe von seinen Freunden aus Delderton. Umgekehrt erhalten auch Tally und ihre Freunde keine Post von Karil.

Der Roman ist sehr spannend. Beim Lesen fiebert man die ganze Zeit mit, lacht, weint und fühlt mit. Schilderungen aus Tallys Leben wechseln sich mit Schilderungen aus Karils Leben ab. Dies kann am Anfang ein bisschen verwirrend sein. Eva Ibbotson schreibt in einer flüssigen, gut zu lesenden Sprache, die auch für Jüngere verständlich ist. Und wie in allen anderen Büchern von Eva Ibbotson sind die Hauptfiguren so liebevoll, nett, lustig,usw., dass man gleich anfängt zu schwärmen.
Eva Ibbotson hat viele Jugendromane geschrieben, und niemand hat gedacht, dass dieses Buch ihr letztes sein würde. Am 20. Oktober 2010 ist sie im Alter von 85 Jahren gestorben. Eva Ibbotson sagte, diese Geschichte sei frei erfunden, doch auch sie selbst wurde von Klosterschwestern unterrichtet und auf ein Internat geschickt. Dort hat sie zur Begrüßung vor dem Direktor einen Knicks gemacht, woraufhin alle Kinder angefingen zu lachen. Ein Junge lachte so sehr, dass er vom Baum fiel. Eva wurde bald klar, dass diese Schule anders war als ihre vorherige. Genauso wie bei Tally.
Ich empfehle dieses Buch, weil ich es faszinierend finde, dass die Tanzgruppen aus den unterschiedlichen Ländern sich sehr gut verstehen, sich anfreunden und einander helfen, obwohl zwischen den einzelnen Ländern Krieg herrscht. Und das, während die Erwachsenen in diesen Ländern gegeneinander kämpfen und sich töten. Das zeigt, dass Kinder sich am besten nicht von Erwachsenen beirren lassen sollen. Unabhängig von ihrer Herkunft können sie sehr glücklich miteinander sein. Der Roman zeigt auch das Freundschaft alles überwinden kann. Ich kann den Roman nur empfehlen!
Als Leseprobe kann man die Seiten 17- 20 lesen, weil man bei dieser Textstelle einen schönen Einblick in das Leben von Tally bekommt. Es wird beschrieben wie sehr der Vater, die Schwestern und alle anderen die Tally näher kennen an ihr hängen, weil sie einfach liebevoll, hilfsbereit und nett ist.


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