Hunters o2.o2

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Nach wenigen Minuten wurde der Körper der Priesterin schlaff in ihren Armen und kurz darauf war auch der letzte Tropfen Blut aus ihren Venen verschwunden. Der Großteil des Blutes hatte sich auf den weißen Kleidern und dem Boden verteilt, den Rest hatte Ophelia genüsslich getrunken. Nicht, dass sie das Blut nötig gehabt hatte. Aber sie fühlte gerne, wie das letzte bisschen Leben aus dem Körper ihrer Opfer floss und meistens blickte sie ihnen dabei direkt in die Augen, ein böses Lächeln auf den Lippen. Oh ja. Sie war grausam. Aber diese Art, die Priesterin umzubringen war noch harmlos. Schon bald würde sie wieder Gelegenheit dazu bekommen, jemand umzubringen. Und auch wenn es nur wieder eine ihrer Priesterinnen war, die sich einen Fehler geleistet hatte. Daria hatte den Fehler gemacht, nicht auf Anweisungen ihrerseits zu hören. Zum wiederholten Male. Und dafür hatte sie sterben müssen. Ophelia forderte nicht viel, aber Gehorsam gehörte eindeutig dazu. Sie leckte sich über die blutverschmierten Lippen, stieg über den blutleeren Leichnam ihrer ehemaligen Priesterin hinweg und öffnete eine Tür. Davor fand sie einen ihrer Gefolgsmänner. Sie wies ihn mit einem Kopfnicken an, die Leiche fortzuräumen und alles zu säubern. Und Ophelia würde das gleiche mit ihrem Kleid tun, die Gestalt wechseln und sich mit ihrem Liebhaber treffen.
Die Liebhaber wechselte sie wie Unterwäsche. Nie hielt es einer lange in ihrer Gegenwart aus. Entweder sie starben wegen eines Fehlers oder sie starben nicht, verschwanden aber dann Erinnerungslos irgendwo im Wald und meistens starben sie dann dort, weil sie zufälligerweise einem wilden Tier zum Opfer fielen. So ein Pech aber auch. Grinsend ließ sie sich auf die Knie nieder und erblickte ihr blutverschmiertes Ebenbild auf der Wasseroberfläche eines, im Boden eingelassenen, Teiches. Sie tauchte ihre kindlichen Finger hinein und wusch das Blut davon ab. Dann löste sie die Brosche, die ihr weißes Gewand zusammen hielt, ließ es von ihrem Körper gleiten und stieg in den Teich, der mit warmem Wasser gefüllt war. Sie stieß ein genüssliches Seufzen aus und ließ sich komplett in das Wasser sinken. Den Kopf legte sie auf den Rand des Beckens und begann ihren Körper mit ihren Fingern zu säubernd. Schließlich tauchte sie den Kopf in das Wasser und wusch sich die Haare und das Gesicht, sowie den Hals. Das klebrige Blut färbte das Wasser zunächst rosa und dann leicht rot. Als sie endlich komplett sauber war, stieg sie aus dem Becken und lief nackt und tropfend über die Fließen in Richtung eines Vorhanges, der eine Tür versteckte. Dahinter befand sich ihr Schlafgemach. Kaum war sie in den großen Raum getreten, ging sie langsam zu ihrem Bett, dass fast den halben Raum ausfüllte. Sie griff nach dem Kleid, dass dort lag und ihr in ihrer jetzigen Gestalt kaum gepasst hätte.
Ophelia legte den Kopf in den Nacken, stieß ein kehliges Knurren aus und sprach einige Worte in einer Sprache, die sanft klang. Einige Sekunden später stand anstatt des Kindes, eine erwachsene Frau vor dem Bett. Sie war nicht zu groß, hatte feuerrotes Haar und Augen, die so dunkel wie die Nacht waren. Sommersprossen bedeckten ihr Gesicht, dass von nassen Locken umrahmt war. Ihre Haut war milchig weiß und leuchtete schwach in dem sanften Licht, dass durch einige Vorhänge fiel, die die Fenster bedeckten. Sonnenlicht war so grässlich!
Die rothaarige Frau zog das Kleid an. Es war schlicht und in schwarz gehalten. Der Ausschnitt betonte ihre enorme Oberweite. Sie wandte sich um, griff nach einer Kette und legte sich diese um. Dann legte sie den Kopf schief, ein böses Lächeln auf den Lippen und musterte sich selbst in dem Spiegel an ihrer Wand. Perfekt!
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