style="display:block"
data-ad-client="ca-pub-7783397286425302"
data-ad-slot="3580846517"
data-ad-format="autorelaxed">

Zwischen allen Fronten

Bild von thekittenhasclaws

"Das hier ist Macht.", sagte er. "Die einzig wirkliche Macht. Die Feder ist gefährlicher als das Schwert, denn was aufgeschrieben ist, bleibt für alle Zeit bestehen."
1151 AD: die junge Ministerialin Blanka von Burgrain erkrankte ein paar Jahre zuvor an Lepra doch im Gegensatz zu der Mehrehit der Betroffenen erholte sie sich davon. Aus diesem Grund wird so von einigen als gesegnet ja beinah heiligengleich angesehen, was ihr aber beinah mehr schadet als nutzt. Der Bischof Otto von Freising der Lehnsherr ihres Vaters verdankt sie mehr oder weniger ihr Leben, eine Schuld die sie bald zu bleichen gezwungen ist. Denn Otto befindet sich praktisch im Dauerzwist mit den Wittelsbachern. Je nachdem welches Recht anerkannt wird, fällt Blankas zukünftigem Mann ihr Erbe zu. Zudem verstirbt bald daraufhin ihr Vater und so gerät sie zum Spielball um die Macht. Blanka, die ja dank Otto größtenteils im Kloster aufwuchs, wo sie das Lesen und Schreiben erlernte, hat eine besonders ausgeprägte Gabe Texte zu kopieren. Otto der glaubt eine Chance gefunden zu haben seinen Gegner ein Schnippchen zu schlagen setzt sie als (Urkunden)Fälscherin ein. Doch das Leben als Fälscherin ist äußerst gefährlich, denn der Mann, den sie liebt, hatte einst geschworen diesen Fälscher umzubringen, wenn er ihm habhaft werden könne. Zwischen all den Intrigen und Machtspielchen muss Blanka auch noch ihr väterliches Erbe sichern, denn de Heiratspolitik spielte damals eine sehr große Rolle. Das Eis auf dem sie sich bewegt wird immer dünner. Wird Blanka einbrechen und untergehen oder besteht doch noch Hoffnung?
Fazit:
Ich muss sagen, dass ich ein bisschen hin und her gerissen bin was dieses Buch hier angeht. Julia Freidank versteht es flüssig zu schreiben sowie den Spannungsbogen aufrecht zu halten. Obwohl in der Geschichte doch so einige Jahre vergehen wird es nie langweilig. Blanka ist eine angenehme, starke Hauptfigur und andere Protagonisten wie z.B Otto und der Poeta sind interessant. Allerdings so manche Nebenfiguren zu blaß und einiges wurde mir einfach zu schnell abgehandelt vor allem Dinge über die ich sehr gern mehr erfahren hätte. Es ist zu spüren, dass die Autorin Herzblut in ihr Werk gesteckt hat, denn allerlei interessante Details wie z.B die (mögliche) Herkunft der Bestiensäule zeigen, dass Frau Freidank sehr gut recherchiert hat sowie über Einfallsreichtum verfügt. Auch geht es wie imao zu selten in diesem Genre äußerst brutal zu was das Ganze m.E sehr authentisch macht. Also wenn ich brutal sage, dann meine ich jetzt kein zombiemäßiges apokalyptisches Gemetzel sondern eher das mir hier nichts 'beschönigt vor kommt wie so oft in historischen Romanen. Ich hatte zwei große "WTF?!" Momente, in denen ich wirklich geschockt war. Jedoch stand für meinen Geschmack die Liebesgeschichte ein wenig zu sehr im Vordergrund, was sicherlich bei vielen eher einen Pluspunkt darstellt, doch bei mir nun mal leider nicht. Vllt bin ich auch einfach ein bisschen unromantisch, ich weiß es nicht, denn mir wars ein wenig zu seicht (allerdings habe ich da keine große Toleranzgrenze ;o)
Nichtsdestotrotz ist "Die Fälscherin" empfehlenswert und so vergebe ich 3,5 Sterne, die zu 4 Sternen aufgerundet werden, was vor allem dem starken Anfang geschuldet ist, nachdem ich mir sicher war den neuen Star am dt. Historienhimmel entdeckt zu haben. Das war sicherlich nicht mein letztes Buch von Julia Freidank. Herzlichen Dank der Autorin und dem Verlag, dafür dass ich mitlesen durfte :)


0