Kapitel 3 Bestimmt - Gefangen zwischen zwei Welten Teil 13

Hier lernt Marina endlich ihren Verlobten kennen und wie der so drauf ist.
Es ist ein kleines Desaster. Aber erst einmal nur minimal.
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Kapitel 3
Ich klopfte an die Tür und wartete. Nach genau 4 Millisekunden öffnete mein Vater. Er sah immer noch etwas mitgenommen von meinem Ausraster aus, doch ich hatte nicht vor, mich zu entschuldigen. Dann kam meine Mama. Sie starrte mich einfach nur an. Wahrscheinlich war sie enttäuscht von mir
.Doch dann fiel ihr mein Outfit auf. „Was um Himmels Willen hast du denn da an? Er ist schon da. Jetzt kannst du dich nicht mehr umziehen.“ Sie schien auf einmal völlig panisch und schritt vor uns wieder zurück, während sie mit ihren Händen wild umhergestikulierte.
Ich warf ihr einen spöttischen Blick zu. „Ich bin fast 17. Und ich habe beschlossen meinen Stil zu ändern. Ihr könnt mir nicht mehr verbieten etwas Gewagtes anzuziehen. Auch ich werde mal erwachsen. Ich kann mein Leben lang nicht wie eine Nonne rumlaufen.“
„Aber auch nicht wie eine Nutte.“
„Von der heutigen Mode habt ihr anscheinend gar keine Ahnung. Schaut euch mal um. Alle Mädchen laufen heutzutage so rum. Oder sogar schlimmer. An mir habt ihr also rein gar nichts gar nichts auszusetzen.“
Ich ging kühl an ihnen vorbei und streifte meine Jeansjacke ab. „Also. Wo ist er?“ Ich klatschte einmal in die Hände, rieb sie, als sei ich total aufgeregt. Irgendwie war ich das auch. Immerhin sollte ich ihn heiraten. Es sei denn, du findest einen eins a Grund dagegen. Und du findest bestimmt einen, beruhigte mich meine innere Stimme. Und selbst wenn du keinen Grund findest wirst du ihn nicht heiraten. Also zeig ihm, wer hier der Boss ist!
Gelangweilt ging ich in das Wohnzimmer aus dem ein angenehmer Duft von Kokosnuss drang und ich musste grinsen, als ich mein Lieblings Thai-Food auf dem Tisch sah. Tja. Sie taten nun einmal alles um es mir angenehmer zu machen. Warum sagten sie die Hochzeit dann nicht einfach ab? Das wäre das Beste für alle.
Und dann sah ich Kevin endlich zum ersten Mal. Sofort fiel mir auf, wie gut er aussah. Allerdings überhaupt nicht mein Typ. Versteht mich nicht falsch. Er war heiß. Total. Aber das genaue Gegenteil von dem Typ Jungen, den ich mochte. Er hatte helles honigfarbenes Haar. Durch eine Spiegelung sah ich sogar, dass er hellblaue Augen hatte. Das genaue Gegenteil von Jakow. Sein Körper war normal. Nicht ganz so muskulös wie der von Jakow.
Ich verdrehte die Augen. Ich fing tatsächlich jetzt schon an ihn mit Jakow zu vergleichen? Ungeheuerlich.
Und doch ein Zeichen, dass Jakow der richtige ist und nicht er, meinte die eine Stimme in meinem Kopf.
Ach halts Maul! Jakow ist ihr Lehrer. Außerdem ist Jakow einfach nur ein Freund, sagte die andere Stimme.
Da musste ich ihr, wohl oder übel Recht geben. Ich räusperte mich und trat an den Tisch. Er drehte sich mit einem breiten Lächeln um. Ein Honigkuchen Grinsen. Ach du Sch...
Was sollte ich jetzt tun? Die Situation war so verworren und seltsam, dass ich keine Ahnung hatte, was ich jetzt machen sollte.
Glücklicherweise machte er den ersten Schritt und streckte mir die Hand entgegen. „Es ist schön dich endlich kennenzulernen.“
Was sollte ich bloß sagen. Ich war sprachlos. Ich hätte nicht erwartet, dass er so nett zu mir ist. Aber trotzdem sah ich ihm deutlich an, dass er ein Macho war. Aber zu mir war er ober freundlich.
Hallo? Hast du einen an der Waffel? Deine Eltern stehen im gleichen Raum. Natürlich ist er dann liebenswürdig und macht einen auf wohlerzogenen Sohn.
„Super“, erwiderte ich trocken, ging über seine ausgestreckte Hand hinweg und setzte mich gegenüber von ihm.
Meine Eltern versetzten mich mit einem empörten Blick, setzten sich jedoch und wir begannen zu Essen.*2
Angangs war es noch ganz still und ich stocherte lustlos in meinem eigentlichen Lieblingsessen. Dann trank ich einen Schluck Blut.
„So. Du musst also schon Blut trinken?“, fragte Kevin und ich konnte sehen, dass ihm die Neugier ins Gesicht geschrieben war. Er hätte sich genauso gut mit einem fetten Edding etwas auf seine Stirn schreiben können. Unwillkürlich musste ich grinsen. Verdammt!
„Ja. Ich bin so ziemlich in allen Dingen wie Vampire. Nur, dass ich nicht tot bin…Aber…töten würde mir sozusagen leicht fallen.“ Ich hoffte ihn damit zurückzuschrecken und tat dann so, als hätte ich soeben nichts Schlimmes gesagt. Ich schluckte meinen Reis runter. „Blut ist etwas ganz natürliches für mich. Ich brauche es. Ohne Blut werde ich ziemlich schwach. Bei Halblingen, wie mir hat man sogar schon des Öfteren festgestellt das sie mehr Blut brauchen, als ein normaler Vampir, der sich zu kontrollieren vermag.“
„Das ist wirklich interessant. Hast du eine Lieblingssorte?“
„Wie bitte?!“ Beinahe wäre mir das Essen wieder aus dem Mund gefallen aber ich schloss ihn hastig und schluckte das Essen schwer runter.
„Naja. Ich weiß von meinen Eltern, dass sie eine bestimmte Blutgruppe bevorzugen.“
„Das geht dich nichts an“, murmelte ich und trank den Rest Blut aus meinem Becher, um mich zu beruhigen. Wie konnte er mich so etwas fragen? Unverschämt! So etwas war für Vampire wie Privatsphäre.
Das war dann so ziemlich die gesamte Konversation des Abendessens. Aber meine Eltern mussten natürlich eingreifen, um das ganze etwas anzukurbeln. Nachdem wir das Geschirr in die kleine Küche getragen hatten begannen sie also für Gesprächsstoff zu sorgen.
„Was haben sie für Leistungskurse gewählt, Kevin?“, fragte meine Mutter und setzte sich wieder auf ihren Stuhl und trank genüsslich einen ihrer alten Weine, den mein Vater gelagert hatte.
Er musste Millionen wert sein, deshalb ließ auch ich mir ein Glas von dem Rosé einschenken.
„Biologie und Sport.“
Na super! Ein Sport-Heini. War doch klar gewesen. Nicht, dass ich etwas gegen Sportler hätte, aber ich kannte die Sorte Sportler, wie Kevin. Mindestens 4 mal in der Woche ins Fitnessstudio, mit ihrer Ausdauer und Kondition angeben und einen großen machen, wenn es um Frauen geht.
„Oh. Marina hat auch Biologie“, sagte meine Mutter. Es war erbärmlich wie ihre Stimme vor Stolz und Begeisterung triefte. Am liebsten hätte ich ihr vor die Füße gekotzt.
Ich lächelte und schüttelte den Kopf. Jetzt musste ich so langsam mit der Sprache rausrücken. „Habe ich nicht Mutter“, sagte ich schroff und genoss die Verwirrung meiner Eltern.
„Hast du nicht gesagt du willst Englisch und Biologie wählen?“
Ich nickte aufrichtig und sah dann zu Kevin. „Ich liebe Biologie. Das ist mein Leben. Alles, was ich über Biologie in die Finger bekomme verschlinge ich und hab es im Kopf gespeichert. Aber ich habe es nicht als Leistungskurs. Dafür bin ich aber trotzdem in einem Fortgeschrittenen Kurs, damit es nicht an Herausforderung verliert.“
Er schmunzelte und nickte. „Ich dachte auch erst zu den normalen Fortgeschrittenen, zu gehen, als zu dem ganz krassen Leistungskurs. Der dritte und einfachste Kurs wäre total langweilig. Aber ich habe mich dann doch für Biologie als Leistungskurs entschieden.“
„Entschuldige mal“, sagte mein Vater. „Wenn du nicht bei Biologie bist, was hast du dann?“
„Englisch und Gesang“, erwiderte ich und wandte mich wieder dem Rosé zu.
„Aber du kannst doch gar nicht singen.“
Ich stellte das Weinglas mit einem lautem pok auf dem Tisch ab und sah entrüstet zu meinen Eltern. „Da seht ihr mal, wie schlecht ihr mich eigentlich kennt“, gab ich und zuckte mit den Schultern. „Als kleines Kind habe ich schon immer gesungen. Wenn ich euch etwas vorsingen wollte hattet ihr keine Zeit. Immer. Irgendwann habe ich aufgegeben und mich Lisa und Melli zugewandt. Ihr habt mich nie singen gehört, also behauptet nicht einfach ich könnte es nicht. Ich kann es nämlich sehr wohl.“
„Wenn du so toll singen kannst, dann wollen wir auch sicher gehen, dass du in diesem Kurs richtig aufgehoben bist. Also bitte. Gib uns eine Vorstellung.“
„Ihr könnt mich morgen bei der Party sehen.“
„Party?“
„Ja natürlich. Mr. Lockwood sagte, morgen finde eine Party zur Einweihung der Schuljahres statt. Denkt ihr ich lasse es mir von euch verbieten mit meinen Freunden auf eine Schulparty zu gehen. Ihr könnt mir dort zusehen.“ Ich stockte kurz. „Es sei denn ihr seid dann schon abgereist“, fügte ich dann hinzu und betete nicht allzu hoffnungsvoll zu klingen.
Meine Eltern schienen es nicht bemerkt zu haben, aber Kevin bekam einen plötzlichen Hustenanfall und unterdrückte ein Lachen.
Zumindest war sein und mein Humor auf einer Wellenlänge.
„Wir reisen nicht ab“, erwiderte mein Vater trocken und überging meinen provozierenden Blick. „Aufgrund deines Ausbruchs heute Morgen haben wir uns entschieden noch zu bleiben, bis es die Halbjahreszeugnisse gibt.“
Ich sprang auf. Völlig geschockt. „Was!“ Es war eine Sache Kevin so gut wie möglich zu ignorieren, aber Affären mit anderen Jungs zu haben, während meine Eltern noch hier waren? Keine Chance. „Aber…“, rang ich nach Worten und atmete aufgeregt und spürte, wie ich langsam rot wurde. „Was ist mit euren Pflichten?“
„Du meinst die Büroarbeit? Das können wir auch hier machen.“
Verzweifelt dachte ich nach, doch mir fiel im Moment keine andere Lösung ein. Was sollte ich schon dagegen tun? Also stand ich auf. „Fein. Dann bleibt eben und langweilt euch auf Schulboden.“ Ich sah lächelnd zu Kevin. „Es war nett dich endlich kennen zu lernen, aber ich werde trotzdem meinen eigenen Weg gehen. Jetzt endschuldigt mich bitte. Ich brauche Zeit für mich oder ich drehe euch allen den Hals um.“ Ich zwinkerte meinem Vater ironisch zu und drehte mich dann auf dem Absatz um und ging davon.
*2 Anmerkung: Natürlich können Vampire essen! Im Notfall, falls zurzeit kein Blut vorhanden ist hilft menschliches Essen immer. Außerdem können auch Vampire den Geschmack noch immer wahrnehmen und genießen es.
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Teil 14
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