Bestimmt- Gefangen zwischen zwei Welten Teil 12

Es geht weiter.
Mir persönlich gefällt es noch nicht so. Ich finde es selbst etwas durcheinander und verwirrend, deshalb ändere ich bestimmt noch mal was.
Aber trotzdem viel Spaß beim lesen.
Teil 11
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Ich fand den Ausgang in meinem Gemütszustand nur schwerfällig und war froh irgendwann an der frischen Luft zu sein, die mir hoffentlich einen klaren Kopf geben würde.
Aufgewühlt wie ich war lief ich auf das Gelände und schlug unbewusst eine ganz bestimmte Richtung ein. Ich hatte keine Ahnung wohin mich meine Beine trugen. Hauptsache weg von allen. Als ich vor dem Eingang des kleinen Irrgartens mit den hohen Hecken stand lächelte ich. Mein Gefühl würde mich niemals im Stich lassen. Es wusste, dass ich jetzt alleine sein musste und dass dieser Irrgarten der perfekte Ort war um etwas nachzudenken. In den Sommerferien war ich etliche Male hier gewesen, um in Ruhe gelassen zu werden und so fand ich die Mitte mit dem hübschen, alten Pavillon sofort und setzte mich auf die weiße Bank.
Würde der Plan von Melinda wirklich funktionieren? Warum musste ich bloß zum Adel gehören, in der an die alten Bräuche festgehalten wurden? Konnte ich nicht einfach frei sein und tun was ich will? Und vor allem, was war das mit Jakow?
„Ich hätte ihn nicht küssen dürfen“, flüsterte ich heiser zu mir selbst. „Das hat es nur noch schlimmer gemacht.“ Ich rieb meine Stirn gegen die angewinkelten Knie und versuchte meine Gedanken zu ordnen.
Ich war mir nicht sicher, wie lange ich so dasaß, aber die Sonne war bereits untergegangen, als ich die schweren Schritte auf dem Kies hörte.
Augenblicklich spürte ich wieder diese übernatürliche Anziehungskraft und drehte mich um. „Wie hast du mich gefunden? Das Gelände ist so groß?“, fragte ich Jakow, während er sich neben mich setzte.
Er zuckte mit den Schultern. „Ich weiß es nicht. Ich schätze ich wusste es einfach. Ich habe es gespürt.“
Nach einer peinlichen Stille sagte er schließlich: „Verlobt also.“
Meine Augen füllten sich mit salzigem Tränenwasser und ich nickte. „Sieht wohl so aus.“
Er lachte bitter. „Jetzt ergibt alles einen Sinn. Deine Flucht. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, was ein so wundervolles, junges Mädchen wie dich dazu veranlasst, unglücklich zu sein und vor seinen Eltern zu fliehen. Aber jetzt ist mir alles klar. Dabei sollten Zwangshochzeiten zu dieser Zeit verboten sein.“
Traurig schüttele ich den Kopf. „Nicht in unserer Gesellschaft. Zumindest nicht bei den hohen adligen Familien. Ich weiß nicht einmal, wie der Kerl aussieht. Ich kenne kein Bild von ihm. Ich habe seine Stimme noch nie gehört. Alles was ich weiß, ist, das sein Name Kevin ist.“ Ich fing an zu schluchzen. „Melli hat gesagt, ich soll mich ihm gegenüber nicht so streberhaft brav zeigen. Das würde ihm nämlich signalisieren, dass ich mit allem einverstanden und glücklich wäre. Was ich nicht bin.“
„Offensichtlich.“
„Sie meint ich soll etwas aus mir herauskommen. Auf Partys gehen und mit Jungs rummachen, um ihm zu sagen, dass er mich nicht besitzt. Aber das kann ich nicht, wenn derjenige mit dem ich rummache A: nicht weiß, dass ich verlobt bin. Und B: etwas für mich empfinden würde. Ich könnte niemanden so sehr verletzen. Das ist nicht meine Art. So bin ich einfach nicht.“ Ich konnte es nicht mehr zurückhalten und nun strömten die Tränen unaufhörlich über mein Gesicht. Was war ich doch für eine Heulsuse. Wieder etwas, was ich von meiner herzallerliebsten Mutter hatte. „Das mit dem Kuss tut mir übrigens leid. Ich weiß nicht warum ich das getan habe.“
Lüge! Und ob ich das wusste.
„Hey, Kleines.“ Er legte einen Arm um mich und zog mich zu sich. „Weißt du zum Teil hat Melinda schon Recht. Du bist nicht sein Eigentum. Vielleicht findest du einen Ausweg. Vielleicht findest du jemanden, der dir etwas bedeutet, den deine Eltern genauso mögen.“
Ich schüttelte den Kopf. „Sie habe ihn nach einem ganz bestimmten Muster ausgewählt. Wahrscheinlich haben sie eine Liste gemacht und er ist allen Anforderungen gerecht. So einen wie ihn gibt es bestimmt nicht noch einmal. Was das andere angeht. Ich kann ja ein biestiges Luder sein, das sich auf Partys betrinkt. Aber ändern wird das auch nichts. Ich muss ihn in zwei Jahren, nach meinem Abschluss, heiraten. Da bin ich dann noch nicht einmal 19. Naja. Fast. Kommt auf das Datum an. Das heißt für mich, dass mein Leben in 2 Jahren enden wird. Oh Gott ich werde die Hure meines eigenen Mannes. Meine Eltern werden nämlich wollen, dass ich ein Kind von ihm bekomme. So schnell, wie nur irgend möglich. Alleine der Gedanke daran ein Kind mit 19 zu bekommen lässt mich schaudern. Wenn es zumindest jemand wäre, den ich lieben würde.“ Ich seufzte. „Es müsste einen triftigen Grund dafür geben ihn nicht zu heiraten. Zum Beispiel, dass ich gegen ihn allergisch bin. Auch, wenn das wohl in meinen besten träumen nicht der Fall sein wird. Und die Tatsache, dass ich ihn nicht Liebe wird leider nicht ausreichen.“
„Du solltest die Zeit nutzen, die dir übrig bleibt. Und wer weiß. Vielleicht findest du ja schon bald deinen Grund.“
Ich hatte meinen Grund längst gefunden. Nur meine Eltern nicht.
Ich schmiegte mich an seine Brust und atmete seinen berauschenden Duft ein. Und dann tat ich etwas, dass ich (zum Teil) sofort wieder bereute. Ich sprach über meine Gefühle.
„Es ist seltsam. Ich weiß nicht ob du das auch fühlst, aber wenn du bei mir bist fühle ich mich stärker. Fast unbesiegbar.“ Ich stoppte und sah zu ihm auf. „Ich fühle mich erst vollständig wenn du da bist. Bist du nicht da ist es, als wäre ich ganz alleine auf der Welt und hätte nichts, an das ich mich halten könnte. Da ist so eine beängstigende Leere und ich bin nicht mehr ich selbst. Es ist berauschend. Auf eine ganz seltsame Weise.“
Er seufzte und beinahe hätte ich gedacht er würde mich von sich stoßen. Aber er zog mich nur noch enger an sich ran und flüsterte: „Besser hätte ich es gar nicht sagen können.“
Ich lächelte erleichtert. „Du spürst das auch?“
Er nickte und strich mir zart übers Haar. „Es ist bizarr und doch schön. So etwas habe ich noch nie gefühlt.“ Er lachte. „Du bist heute Morgen einfach so in mein bisher perfektes Leben gestolpert Marina und hast alles auf den Kopf gestellt. Und es gefällt mir sogar.“
Ich grinste. Doch dann verdüsterte sich meine Miene wieder. Ich stand auf und schüttelte den Kopf. „Es tut mir so leid. Aber ich kann das nicht“, platzte ich heraus.
„Was kannst du nicht, Mina?“
Da war er wieder. Dieser Kosename. Ich seufzte und ich könnte dahinschmelzen. Doch ich hielt mich auf den Beinen und machte einen Schritt zurück. „Wir sollten das nicht tun. Ich kenne dich nicht. Aber ich mag dich. Keine Ahnung warum, aber das ist nicht richtig. Ich…ich sollte gehen.“
„Wahrscheinlich hast du Recht. Aber versprich mir eines.“
„Was denn?“
„Tu das, was Melli gesagt hat. Sei ein kleines Biest. Und mach dich etwas an Jungs ran. Flirte etwas.“
Skeptisch sah ich ihn an. „Na gut.“
Ich drehte mich und rannte davon. Ich rauschte in das Zimmer von Melli und mir.
Auf dem Weg traf ich das Mädchen mit dem hellen Haar, das während der Rede von Mr. Lockwood in meiner Näher gesessen hatte. Ihr Name war Coralie. Sie schien ganz nett zu sein und ich unterhielt mich etwas mit ihr und unterdrückte die Tränen, die sich wieder anbahnten.
Melli war nicht da, also suchte ich mir selbst etwas anderes zum Anziehen raus, was noch mehr von meinem Buse zeigte. Dann zog ich zumindest noch eine andere Strumpfhose an. Ich entscheid mich für eine schwarze Netzstrumpfhose. Eine etwas…auffälligere. Extra für meine Eltern und Kevin.
Ich checkte mein Makeup und meine Haare. Dann machte ich mich auf den Weg zu ihnen.
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