Erzähle mir...

Als kleines Kind hatte Kalisha immer davon geträumt eine Drachenreiterin zu werden. Jeden Tag hatte sie sich im Kämpfen geübt oder sich andere Fähigkeiten angeeignet, die sie als sinnvoll erachtete.
Es war ihr nicht lange vergönnt in dieser Illusion zu leben. Die Nachricht, dass eine Epedemie die ganze Drachensippe von fünfhundert Tieren dahingerafft hätte, war schnell durch jede Bevölkerungsschicht gedrungen.
Heute, mit vierundzwanzig Jahren, hatte Kalisha nichts wildes mehr und ihre kleinen Kriege und Träume lagen weit in der Vergangenheit. Sie bestritt ihren Lebensunterhalt durch Pflanzenkunde im Apothekerwesen. Ihr ganzes Streben galt der Suche nach einem Ehemann. Jeden morgen raffte sie sich dazu auf anderen zu gefallen. Sie zweifelte nicht am Bevorstehen eines Antrages und so konnte sie beschwingt die kopfsteingepflasterten Straßen gehen.
Auf dem Marktplatz wurde sie von überall nett gegrüßt und sie erwiderte alles höflich. Sie redete mit den Marktfrauen um das Neuste zu erfahren und sich um neue Aufträge zu bemühen.
Sie war gerade in Gedanken versunken, als ein Paar Wortfetzen sich messerscharf in ihre Gedanken bohrten.
Was, ein Drache gefangen? Sind die nicht ausgestorben?
Dies beiden Sätze veränderten ihr Leben. Nachdem sie sich ein paar wenige Informationen eingeholt hatte, war sie schon auf dem Weg nach der Hauptstadt. Ihre Kindtagsträume waren wieder so real wie damals. Sie hatte ihre Ersparnisse geplündert und sich auf gemacht.
Ich muss eine naive, aber schlaue Seele finden. Sie muss mich sicher in meinen Plänen unterstützen ohne sie zu erahnen, also auch loyal.
Jetzt stand sie in einer Reihe von Menschen. Alle hofften sie die Person zu sein, die der Drache akzeptierte. Soweit sie das sah, war Kalisha die einzigste Frau in der Schlange.
Eigentlich war sie nur gekommen um einmal den Drache zu sehen. Aber schon stand sie in der Reihe der Anwärter. Sie hatte einfach nicht widerstehen können. Die Schuppen waren von del gleichen Grün ihrer Augen nur das sie noch mehr strahlten.
Das muss der Mensch sein. Auf ihn habe ich gewartet.
Alles ging ganz schnell Kalisha war plötzlich vor dem Drachen und ihre Hand lag auf seinen Schuppen. Dann verschwamm alles. Sie war die Auserwählte. Niemand wollte das akzeptieren, da sie ja eine Frau war, aber sie hatten keine Wahl.
Erneute zwei Jahre vergingen, in denen sie eine Ausbildung im Umgang mit Drachen erhielt. Wichtige Teile und Zeremonien wurden ausgelassen und Kalisha selbst ängstigte das.
Ihr Drache war während dieser Zeit nie in der Natur sondern immer in ihrer Nähe. Sie mochte ihn und ebenfalls ihren Lehrmeister in Kampfkunst.
Ich habe viel Geduld, aber auch diese ist langsam erschöpft. Ich muss aber durchhalten.
Kalisha hatte ihre kurze Beziehung mit Jusek ihrem Unterweiser beendet. Es hatte einen unüberbrückbaren Zwiespalt gegeben. Jusek hatte d Drachen nicht vertraut und bat Kalisha aufzuhören. Da Kalishas Ansicht nach Ultimatum nicht von waren Gefühlen zeugte, gab sie ihn auf. Es schmerzte sie und sie wollte sich auf einem Flug mit ihrem Drachen zur Ruhe bringen. Dieser Ausflug war nicht genehmigt. Sie war mit ihm noch nie in freier Wildbahn gewesen. Aber sie war zu aufgewühlt und vertrauensselig um an Risiken zu denken.
Auf diesen Moment hab ich gewartet. Der Junge war doch ein guter Weg zu ihrem Herzen, und so einfach zu kontrollieren. So verliebt wie er gleich war. Sie ist vorsichtiger. Aber ich habe ihr Vertrauen.
Fliegen war einfach genial. Eine Klasse für sich. Sie landeten ewige Meilen entfernt, auf einem Felsen. Kalisha schüttete ihm ihr Herz aus, obwohl sie wusste, dass er nichts verstand. Sie fühlte sich im so verbunden, dass ihr das egal war. Seine Augen sahen so weise und erfahren aus, das sie seine Fesseln löste.
Warum macht sie das? Habe ich sie schon manipuliert? Nein, das hätte ich doch gemerkt. Ich will sie verschonen, aber ich darf es nicht.
Der Drache wandte sich ihr zu. Sie vermutete Verwunderung in seinen Augen und dann Entschlossenheit. Sie funkelten gefährlich und der Drache spie Feuer in ihre Richtung. Sie wurde zur Seite gerissen und starrte erschreckt in die Augen von Jusek. es tut mir leid, ich liebe dich Kalisha. hörte sie ihn noch sagen. Doch der nächste Feuerstrahl traf sie beide.
Frei, nach diesen Jahren. Doch für welchen Preis. War sie doch die einziger menschliche und er der einzigst schlaue mich zu durchschauen. So habe ich der Menschheit ihre glanzvollsten Seelen geraubt.
Man fand von den beiden nicht viel, also bestatte man sie zusammen, neben den Felsen. In die Felsen hatte jemand kunstvoll eine Geschichte mit einem Drachen und einem traurigen Pärchen geritzt. Tiefe Furchen, fast wie Krallen.
Die Geschichte ging langsam in die Legenden ein und hatte bald ein gutes Ende, wobei kaum jemand die Wahrheit noch kannte.
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