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Ein letzter Job von Adrian McKinty

Bild von thekittenhasclaws

Heute zäumen wir mal das Pferd von hinten auf: Nachdem ich zwischen 2 und 3 Sternen geschwankt bin habe ich mich für die negativere Bewertung.

Die LP war gut und hatte Lust auf mehr gemacht so war ich sehr gespannt wie es denn weitergehen würde. Etwa 2/5 des Buches hielten sich an die LP doch dann ging es abwärts. Auf der einen Seite ist da Killian, der aufgrund beträchtlicher Schulden noch einen letzten Job machen 'will'. Sein Auftrag lautet die Ex-Frau eine Millionärs zu finden, die die gemeinsamen Töchter anscheinend gekidnapped hat. Auf der anderen Seite erleben wir wie Rachel, besagte Ex-Gattin, die augenscheinlich unter Todesangst versucht ihren Häschern zu entkommen. Fast parallel erfahren wir das eine dritte Person, ein Killer auf Rachel angesetzt wird. Merkwürdig viel Aufwand für eine entflohene Ex? Das findet auch Killian und tut sich mit Rachel zusammen. Der Grund für ihre Flucht und die damit verbundene Verfolgung, infolge dessen auch Menschen sterben (ich sag nur Überdosis hust) grenzt schon ans Lächerliche. Und auch vom versprochenen Tiefgang keine Spur, die Tatsache, dass Rachel&Killian ... nja war doch iwie von Anfang klar, aber das Ganze wirkt auf mich so unglaublich aufgesetzt. So nach 3 Min (Achtung Hyperbel ;o) bemerkt Rachel, die man mit gutem Recht Rabenmutter nennen könnte, dass Killian ja evtl der Richtige sein könnte. Mit sowas rechne und 'verzeihe' ich evtl Liebesschnulzen, aber in einem angeblichen hochspannenden Thriller? Da zieh ich mir doch lieber die Love&Suspense Bücher von Nora Roberts rein (nicht abwertend gemeint ich mag viele ihrer Bücher ;P), denn da findet man mehr Spannung und Tiefgang. Auch ist das Buch streckenweise einfach langweilig. Stellenweise passiert überhaupt nichts und dann wird beinahe zwanghaft etwas reingeschoben so nach dem Motto 'Trügerische Stille' blah-kann ja auch Absicht sein aber bei mir kams nicht gut an. Spätesten da denkt man als Leser, WTF? Und das Showdown, nunja das hat diese Bezeichnung einfach nicht verdient. Vor allem hat es mich gestört, dass bei Toten so ein 'shit eine Leiche, jetzt ist der ganze Boden dreckig'-Gefühl aufkam. Außerdem handelt die Hauptfigur an mehreren Stellen einfach nur dämlich.
Hinzu kommt, dass weder ersichtlich wird was für einen Beruf Killian den hat(e)-Killer können wir ja ausschließen und Privatdetektiv würde ja ins (Halb)Legale fallen- noch erfahren wir etwas über die Protagonisten, natürlich abgesehen von ihrer Optik insbesondere die von Rachel wird ja mehrmals erwähnt. Die Bösewichte bleiben erstaunlich eindimensional und einige Handlungssequenzen hätte man ruhigen Gewissens einfach streichen können. Von Krimis/Thriller erwarte ich nicht, dass sie hochphilosophisch, tiefgründig oder sonstwas sind, aber auf eine gute Figurenzeichnung darf man ja wohl hoffen.
Warum ich keine 1 Sterne Bewertung gegeben habe obwohl ich ja sonst nicht zimperlich bin? Ganz einfach, trotzdessen, dass sich die Landschaftsbeschreibungen vor allem die der Straßen so gezogen haben, fand ich sie sehr schön und auch erfährt man viel über die Pavee besser bekannt als die Traveller, einer Minderheit in Irland von denen unser Protagnist abstammt. Da ich ein Irland-Fan bin und zuvor noch nie etwas von den Pavee gehört habe fand ich das sehr interessant. Desweiteren finde ich die Grundidee dieses Romans einfach Klasse und auch Herr McKinty schreibt im Großen und Ganzen in einem flüssig zu lesendem Stil. Und wie oben erwähnt, am Anfang herrschte tatsächlich noch ein wenig Spannung.

Fazit: Ein Thriller der hätte atemberaubend sein können, ein Autor, der gut schreiben kann, ein interessanter Anfang,flache Hauptfiguren, viel Unlogik, ein schwaches Ende und schöne Infos über Irland. Es gibt durchaus schlechtere Bücher, aber viele bessere. Doch auch aufgrund dem mehr oder weniger starkem Beginn des Romanes hatte ich mir (einiges) mehr erhofft. Ob ich weitere Bücher von ihm lesen werde, weiß ich nicht. Es heißt ja sag niemals nie, aber nach der Lektüre dieses Buches tendiere ich eher zu dem "nie".
Dennoch möchte ich mich ganz herzlich bei dem Suhrkamp-Verlag und bei dem Vorablesen-Team bedanken, dass ich das Buch lesen durfte.


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