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Gut gegen Nordwind

Bild von thekittenhasclaws

Im Nachinein erlebt man oft Möglichkeiten, die von vornherein niemals welche gewesen wären
Herr Doktor, mich hat der Leo&Emmi-Virus erwischt. Diagnose: unheilbar. Wie es dazu kam? Ja wie kam es eigentlich dazu? Es fing damit an, dass in diesem dünnen, kleinen unscheinbarem Buch eine Geschichte steckt, die einen umhaut. Buchstäblich. Eine fälschliche abgeschickte Mail ist der Beginn einer Brieffreundschaft zwischen Emmi und Leo. Eigentlich wollte sie nur das Zeitschriften-Abo für ihre Mutter kündigen. Heraus kommt eine wunderschöne, wenn auch nicht wunderbare Liebesgeschichte ohne Kitsch. So als ob man Before Sunrise und Serendipity (dieser Film mit Kate Beckinsale und John Cusack, der den unsäglichen Titel: Weil es dich gibt bekam) zusammenmischt und auf eine Email-Ebene tranferriert. Natürlich kann es auch sein, dass ich davon so begeistert bin, weil ich so weit aushole wie Leo ;P
Auch Emmis 1.,2.,3.,... Tick kam mir sehr bekannt vor ;D
Langsam aber kontinuierlich entwickelt sich immer mehr Nähe zwischen den beiden, parallel taucht man immer tiefer in ihre Geschichte ein, ergibt sich ihrem Zauber. Ihre Dialoge sind manchmal tiefgründig, intelligent, sarkastisch, albern, ehrlich befördern eine weitereichende Palette an Emotionen ans Tageslicht. Beide würden sich gerne persönlich treffen, haben jedoch Angst, dass sie selber bzw. der andere dem Fantansiebild des anderen/seinen Erwartungen nicht gerecht werden können. So gehen sie stets einen Schritt nach vorne und zwei zurück was besonders auf Emmi zutrifft. Doch erschwerlich ist, dass Leo Bindungsangst hat, an seiner On-Off-Beziehung mit Marlene hängt, diese Frau mit der er nicht, aber ohne die er ebenfalls nicht leben kann. Und Emmi ist vergeben und glücklich, dachte sie zumindest. Doch das Band zwischen den beiden wird allen Widerständen zum Trotz stärker, die Sehnsucht nach den Worten des jeweils anderen wird immer größer. Das geht sogar so weit, dass Emmi versucht Leo mit ihrer Freundin zu verkuppeln. Doch natürlich geht das nach hintenlos und es dauert nicht lang bis sie ihr Handeln bereut.
Das Buch besteht ausschließlich aus Emails und ihnen 2 (and a half men). Doch zu keinem Zeitpunkt ist es langweilig, sondern mitreißend und authentisch. Daniel Glattauer ist ein wahnsinnig begabter sprachgewandter Schriftsteller. Es gibt ja Bücher in denen die Protagonisten die Geschichte 'tragen' oder umgekehrt doch hier ist das keineswegs der Fall, nein das glatte Gegenteil. Selbst der "halbe" Mensch der kurz auftaucht und ihre "Zweisamkeit" stört ist sehr gut dargestellt. Trotz seines kurzen Auftrittes ist seine Charakterzeichnung ja seine Darstellung besser als die seitenlange Beschreibung der Nebenfiguren einiger anderen Autoren. Ich hatte ja Angst, dass das Ende mir das ganze Buch 'ruiniert', aber ich konnte (mehr oder weniger) erleichtert aufatmen. Das Ende passt perfekt und macht mich sehr, sehr gespannt auf die Fortsetzung. Der einzige Wermutstropfen ist, dass Emmi&Leo alles hinterfragen, als sie sich darauf vorbereiten einander zu treffen. Mich hat es schon ein wenig genervt, ich meine man kann auch alles zu Tode analysieren -.-
Auch hat mich Emmi von Zeit zu Zeit ein klein wenig genervt, aber vllt liegt es auch nur daran, dass ich eher der Leo wäre ^^
Positiv war die Einteilung der Kapitel, so hat man nicht viel verpasst, wenn man das Buch kurz weglegen muss, fiebert aber aufgrund der Kürze jedem nächsten Kapitel entgegen doch zugleich möchte man nicht weiterlesen aus Furcht, dass diese Geschichte dann zu Ende ist. So ging es mir zumindest, jetzt weiß ich wieder warum ich ungern dünne Bücher lese ;P
Manche Bücher kann man nicht gut beschreiben, man muss sie lesen. Trotz des oben erwähnten kleinen Wermutstropfens, gebe ich die volle Punktzahl an Sternen 5 (9/10) und hoffe, dass ich mich bald an die Fortsetzung machen kann. Von mir gibts eine große Leseempfehlung In der Zwischenzeit und soweit mein SuB es zulässt werde ich mich voller Vorfreude an Daniel Glattauers "Mama, jetzt nicht!" wenden.


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