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Die Legende von Attolia 01. Der Dieb

Bild von gaensebluemche

Klappentext:
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Gen ist jung, und Gen ist ein Dieb – ein sehr, sehr guter Dieb, wie er gar nicht oft genug betonen kann. Doch auch der beste Dieb kann einmal Pech haben, und so landet Gen im Kerker, als er ein bisschen zu laut und zu viel prahlt, das Siegel des Königs von Sounis gestohlen zu haben. Nun ist ein Kerker alles andere als ein angenehmer Aufenthaltsort, und daher willigt Gen nur zu gern ein, als der Magus des Königs ihm einen Handel anbietet: die Freiheit im Tausch gegen den Diebstahl von Hamiathes’ Gabe. Der Besitz dieses von den Göttern gesegneten Steins würde dem König von Sounis einen gewaltigen Vorteil im labilen Machtgleichgewicht der drei zerstrittenen Königreiche Sounis, Eddis und Attolia sichern. Doch die Mission, die zunächst so leicht aussieht, scheitert durch Verrat – und Gen, der viel mehr ist, als er zunächst zu sein scheint, hält plötzlich das Schicksal dreier Königreiche in den Händen.

Über die Autorin:
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Megan Whalen Turner, geboren 1965, ist eine amerikanische Fantasy-Autorin. Sie studierte Anglistik an der University of Chicago und arbeitete einige Jahre lang als Buchhändlerin, bevor sie sich endgültig ihrer Karriere als Autorin widmete. Sie lebt mit ihrem Ehemann in Ohio.

Allgemeines zum Buch:
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„Die Legende von Attolia 01. Der Dieb“ umfasst 302 Seiten und gliedert sich in insgesamt zwölf Kapitel, die mit durchschnittlich 23 Seiten recht umfangreich sind. Zum bequemeren Lesen sind sie daher zusätzlich in Abschnitte unterteilt, die den Lesefluss erleichtern. Als Überschrift tragen die Kapitel allein ihre jeweilige Kapitelnummer.

Das Buch durch ein Nachwort der Autorin abgerundet, in welchem diese Hintergrundinformationen zu ihrem Buch preisgibt.

Geschrieben ist „Der Dieb“ aus Sicht des Ich-Erzählers Gen in der Vergangenheitsform.

Das Cover des Buches ist sehr ansprechend gestaltet und verführt dazu, das Buch beim Stöbern im Buchladen zur Hand zu nehmen, um sich genauer damit zu befassen. „
Der Dieb“ ist mit einer Klappbroschur ausgestattet.

„Der Dieb“ ist im November 2011 im Blanvalet Verlag erschienen. Die Originalausgabe erschien unter dem Titel „Attolia 1. The Thief“ Greenwillow Books, New York. Übersetzt wurde das Buch von Maike Claußnitzer. Ebenfalls im November 2011 erschienen die Fortsetzungen der Reihe „Die Legenden von Attolia 02. Die Königin“ sowie „Die Legenden von Attolia 03. Der Gebieter“ im Blanvalet Verlag. Im Juni 2012 soll der vierte Band der Reihe „Die Legenden von Attolia 04. Die Verschwörer“ erscheinen – ebenfalls im Blanvalet Verlag.

Meine Meinung zum Buch:
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Nur den Häftlingen, die der König ganz besonders verabscheut, kommt die Ehre zuteil, in seinem Kerker mit einem Eisenring um die Taille und die Knöchel und Handschellen festgekettet zu werden. In dieser Situation befindet sich auch Gen, dem der Leser im ersten Kapitel des Buches im Kerker des Königs begegnet. Warum Gen dort festsitzt, wird nur angedeutet, spielt aber auch nur eine untergeordnete Rolle. Viel wichtiger, nicht nur für den Leser, sondern vor allem für Gen, ist die Frage, wie er aus diesem Kerker wieder herauskommt. Da kommt das Angebot des Königs genau recht: Gen, der damit prahlt, der beste aller Diebe zu sein, soll für den König etwas stehlen. Im Gegenzug dafür bekommt er seine Freiheit geschenkt. Natürlich geht Gen auf diesen Handel ein, denn so kann er nicht nur wieder frische Luft atmen, sondern auch beweisen, dass er sein Handwerk versteht und seinen Ruf, der beste Dieb seit Schöpfung der sterblichen Menschen zu sein, wiederherstellen.

Gen besitzt ein gesundes Maß an Selbstbewusstsein, aus dem er keinen Hehl macht. Den Leser lässt er wissen, was dieser von ihm zu halten hat. Aufgrund seines feinen Witzes und Humors und einer gesunden Portion Selbstironie wirkt Gen dennoch sehr sympathisch und gewinnt schnell das Interesse des Lesers an seiner Geschichte. Und dazu kommt, dass Gen durchaus auch Schwächen hat, zudem insbesondere sein loses Mundwerk gehört, mit dem er sich in die ein oder andere unangenehme Situation bringt, sowie seine Angst vor Pferden, die ihn sehr liebenswert macht.

Um den Auftrag des Königs zu erfüllen, begibt sich Gen auf eine Reise durch das Königreich Sounis. Begleitet wird er dabei vom Berater des Königs, dem man nachsagt, er verfüge über magische Fähigkeiten, sowie dessen Lehrlingen Ambiades und Sophos. Die Beschreibungen der Reise wirken sehr episodenhaft, denn der Ich-Erzähler Gen beschreibt vor allem, was er sieht und welche Nahrung er in den Pausen zu sich nimmt. Diese Episoden dienen aber dazu, dem Leser das Königreich bildlich zu beschreiben. Die Autorin gibt sich viel Mühe damit, die Vegetation und Landschaft von Sounis darzustellen. So entwickelt sich ein anschauliches Bild vor dem inneren Auge des Lesers. Zum besseren Nachvollziehen wäre eine Karte ganz hilfreich gewesen, diese findet sich in diesem Roman jedoch leider nicht.

Gleichzeitig lernt der Leser sowohl den Hauptcharakter Gen und dessen Eigenheiten gut kennen, genauso wie die Charaktere, die Gen auf seiner Reise begleiten. Jeder der Charaktere wird anschaulich und lebhaft dargestellt und weckt schnell das Interesse des Lesers. Sie wirken von Anfang an sympathisch und es macht Spaß, sie auf ihrem Weg zu begleiten. Während der Reise werden in Gasthäusern oder am Lagerfeuer Sagen und Geschichten über das Königreich ausgetauscht. Diese sind in kursiver Schrift im Buch abgedruckt und geben dem Leser wertvolle Hintergrundinformationen.

Als die Gruppe schließlich am Ziel der Reise angekommen ist, erfährt Gen, worin sein Auftrag besteht. Er soll Hamiathes‘ Gabe stehlen, einen Stein, der nicht nur Unsterblichkeit verleiht, sondern seinem Träger auch Macht über die Königreiche verleiht. Gen ist zwar ein Meister seines Fachs, doch selbst ihm wird auf der Suche nach diesem Stein einiges abverlangt. Und schließlich bedroht ein schlimmer Verrat das Gelingen des Auftrags. Die Handlung wird nun sehr politisch und von Intrigen und Kämpfen bestimmt. Besonders die Göttersagen, die am Lagerfeuer ausgetauscht wurden, werden nun relevant. Dadurch wirkt die Handlung sehr einseitig und wenig spannend.

„Der Dieb“ spielt in einer mittelalterlichen Welt, in der man sich zu Pferde oder in einem Karren fortbewegt, in der man sich mit Schwertern und Speeren bewaffnet und in Gasthäusern und Schenken rastet. Megan Whalen Turner beschreibt diese Welt sehr anschaulich und schafft ein authentisches Bild der damaligen Zeit. Auch die Erzählweise des Ich-Erzählers sowie die Ausdrucksweise der Charaktere in den Dialogen wirkt aufgrund einer eher altmodischen Wortwahl authentisch. Dennoch liest sich das Buch leicht und flüssig. Besonders der humorvolle Stil des Ich-Erzählers sorgt für einen angenehmen Lesefluss.

Mein Fazit:
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Ein interessanter Serienauftakt, dem es durch seine politische Schwerpunktsetzung jedoch an Handlung mangelt, wodurch einige Längen entstehen.


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