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Allmächtig

Bild von gaensebluemche

Klappentext:
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Mitten an einem herrlichen Wochentag verschwinden auf dem Campus der Eliteuniversität Yale etliche Studenten spurlos – unter ihnen der Sohn des Armeesekretärs und der Sohn einer Kandidatin für den Obersten Gerichtshof. Handelt es sich um eine Entführung? Terrorismus? Die Behörden sind ratlos. Doch die politische Bedeutsamkeit der verschwundenen Personen ruft die CIA und die Geiselrettungstruppe des FBI auf den Plan. Ihre Aufmerksamkeit richtet sich bald auf das einer Festung gleichende Gebäude, in dem einer der ältesten Geheimbünde Yales seinen Hauptsitz hat.

Der ehemalige Polizist Sam Purdy findet sich ebenfalls in New Haven ein, wo er auf ein ungleiches Bundesagentenpaar trifft: FBI-Agent Christopher Poe und CIA-Analystin Deirdre Drake. Als die unbekannten Geiselnehmer beginnen, scheinbar ohne System einige Geiseln freizulassen und andere zu töten, tun sich Sam, Poe und Dee zusammen. Gemeinsam hoffen sie, noch rechtzeitig herauszufinden, was im Inneren des fensterlosen Verbindungshauses vor sich geht, bevor das Treiben der Entführer seinen blutigen Höhepunkt erreicht.

Über den Autor:
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Stephen White ist ein erfolgreicher amerikanischer Autor zahlreicher Thriller, die regelmäßig die New-York-Times-Bestsellerlisten anführen und bereits in mehrere Sprachen übersetzt wurden. In seine Bücher baut er seine langjährige praktische Erfahrung als Psychologe ein, um seine faszinierenden Handlungen und komplexen Charaktere zu erschaffen. Geboren in Long Island und aufgewachsen in New York, New Jersey und Südkalifornien, machte White seinen Doktor an der University of Colorado und arbeitete lange als Psychologe, bevor er sich schließlich seiner Karriere als Schriftsteller widmete. Stephen White lebt mit seiner Familie in Colorado.

Allgemeines zum Buch:
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„Allmächtig“ umfasst 480 Seiten und gliedert sich in insgesamt 76 Kapitel, die mit durchschnittlich sechs Seiten recht kurz sind. Zum Spannungsaufbau sind sie teilweise zusätzlich in Abschnitte unterteilt, die außerdem den Lesefluss erleichtern. Als Überschrift tragen die Kapitel ihre jeweilige Kapitelnummer sowie eine Orts- und Datumsangabe.

Das Buch umfasst einen Handlungszeitraum von ungefähr zwei Wochen und spielt in New Haven, der Universitätsstadt von Yale, im Bundesstaat Connecticut.

Abgerundet wird das Buch durch eine sympathische Danksagung des Autors.

Der Thriller hat sowohl zwei Erzählebenen als auch zwei Zeitebenen. Einige Kapitel sind in der Gegenwartsform, einige in der Vergangenheitsform geschrieben. Dies bemisst sich anhand der Datumsangabe über den Kapitel. Das Buch beginnt am 19. April – dieses Kapitel und jene, die an den darauffolgenden Tagen spielen, sind in der Gegenwartsform geschrieben. Es gibt aber auch Kapitel, die vorher in der Zeit spielen. Diese sind entsprechend in der Vergangenheitsform geschrieben. Manche Teile des Romans sind aus der Sicht eines allwissenden Erzählers geschrieben, manche aus der Sicht des Ich-Erzählers Sam Purdy.

Das Cover des Romans ist sehr auffällig, auch ein wenig beängstigend. Auf jeden Fall passt es zum Genre Thriller und macht neugierig auf den Inhalt des Buches.

„Allmächtig“ ist im November 2011 im Blanvalet Verlag erschienen. Die Originalausgabe erschien 2009 unter dem Titel „The Siege“ bei Dutton, Penguin Group (USA) Inc., New York. Übersetzt wurde das Buch von Bernhard Kempen.

Meine Meinung zum Buch:
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Bereits mit der ersten Seite gelingt es Stephen White, enorme Spannung aufzubauen. Denn die erste Seite des Thrillers enthält eine Botschaft, deren Empfänger zunächst unbekannt ist, deren Bedeutung umso deutlicher wird: Es geht um Leben und Tod. Doch die Nachricht enthält einige kryptische Aussagen, mit denen auch der Empfänger der Botschaft nichts anfangen kann. Deren Bedeutung wird im Laufe des Buches jedoch sehr deutlich werden. Unmissverständlich deutlich.

Schon im ersten Kapitel ist die Situation so, wie sie im Klappentext beschrieben wird: Die Studenten sind entführt worden und befinden sich zusammen mit ihren Geiselnehmern im Gebäude der Geheimgesellschaft Book & Snake, das einer Festung gleicht. Polizei und Reporter sind vor Ort und beobachten gespannt das Geschehen. Dann tritt Carmen Carmody auf den Plan, sie ist Geiselunterhändlerin und ihr Ziel ist es, mit den Geiselnehmern zu verhandeln, um die Entführung möglichst glimpflich zu Ende zu bringen. Der Leser bekommt durch diesen Charakter Einblicke in die Arbeit einer Verhandlungsführerin, bei der viel psychologisches Geschick gefragt ist. Carmody wird vor einige Entscheidungen gestellt, zu der nicht nur die gehört, ob man den ersten Forderungen der Entführer sofort nachkommen sollte. Carmody ist ein sehr sympathischer Charakter, sie hat starke Nerven und Durchsetzungsvermögen und ist sich der Verantwortung, die auf ihren Schultern lastet, bewusst. Sie spielt im Buch eine tragende und bedeutsame Rolle.

In einem zweiten Handlungsstrang lernt der Leser Sam Purdy kennen, einen Polizisten, der aufgrund eines Vorfalls in der Vergangenheit vom Dienst suspendiert wurde. Darüber erfährt man als Leser nichts, es spielt für die Handlung des Romans auch keine Rolle. Entscheidend ist lediglich, dass Sam nicht von seinem Chef mit Ermittlungen in diesem aufsehenerregenden Fall betraut wurde. Er ist aus anderen, eher privaten Gründen nach Yale gereist, um dort Nachforschungen anzustellen und herauszufinden, wer die Studenten im Gebäude der Geheimgesellschaft Book & Snake festhält und ob es eine Chance gibt, sie lebend aus der schrecklichen Situation herauszubekommen.

Schließlich werden auch die weiteren Hauptcharaktere Poe und Dee vorgestellt, die nicht nur beruflich auf einer Wellenlänge liegen, sondern die darüber hinaus eine Affäre miteinander haben. Mit der Einführung dieser Charaktere flacht er Spannungsbogen extrem ab, denn in den folgenden Szenen konzentriert sich der Autor zu sehr auf die zwischenmenschliche Beziehung der beiden. Die Dialoge sind entsprechend emotional und drücken teilweise schon sehr auf die Tränendrüse, wirken zudem sehr gestellt. Die eigentliche Handlung des Buches rückt hier zu sehr in den Hintergrund. Und doch gelingt es dem Autor nicht komplett, dem Leser die beiden Charaktere nahe zu bringen. Sie bleiben blass, wirken unnahbar und es fällt schwer, eine Beziehung zu ihnen aufzubauen.

Dennoch heißt es: dranbleiben! Denn das lohnt sich! Nach knapp 100 Seiten kehrt der Autor zum Handlungsschwerpunkt zurück und ab diesem Moment steigert sich die Spannung mit jeder Seite. Einige Geiseln verlassen das Gebäude, in dem sie gefangen gehalten werden. Manche von ihnen dürfen am Leben bleiben, anderen wiederum tragen eine Bombe am Körper, die nach wenigen Minuten ausgelöst wird. Besonders schwer für die Ermittler macht es ihnen der Entführer dadurch, dass er sich an kein Lehrbuch und an keine Spielregeln hält. Er handelt scheinbar ohne System und es ist nicht nachzuvollziehen, worin die Grundlagen für sein Handeln liegen, was er sich mit der Entführung erhofft, welche Rolle die Geiseln dabei spielen und vor allem, warum er gerade die betroffenen Studenten ausgewählt hat. Der Leser weiß das ganze Buch hindurch genauso viel wie die Ermittler. Auch er tappt im Dunkeln darüber, wer der Täter ist und welche Motive er hat.

Der Entführer versteht es, die Polizisten und Ermittler bei Laune zu halten: Plötzliche lärmende Musik, für die es scheinbar keinen Grund gibt; ein Video, das auf Youtube veröffentlicht wird und eine Innenansicht des Gebäudes zeigt, in dem die Studenten gefangengehalten werden und das verdeutlicht, dass jeder Versuch, in das Gebäude einzudringen, mit dem Auslösen einer Bombe verbunden ist, die das Gebäude mitsamt Inhalt in die Luft sprengt; Bewegungen an einem Lüftungsschacht, durch die sich das Rohr einer Waffe schiebt.

All diese Szenen sorgen für enorme Spannung und halten den Lesefluss auf einem konstanten Level. Als Leser will man einfach nur noch wissen, was hinter der Entführung steckt. Und letztlich gelingt es dem Autor sogar, Sympathie beim Leser für die bislang eher blassen Charaktere Dee und Poe zu wecken. Denn sie werden in den Haupthandlungsstrang und somit die spannungsgeladene Atmosphäre einbezogen.

Eine besondere Atmosphäre bekommt das Buch durch seinen Handlungsort. Die Universität Yale umgibt aufgrund ihrer Geheimbünde eine geheimnisvolle und teils düstere Stimmung. Das Gebäude der Gesellschaft Book & Snake gleicht einer Festung. Besonders hilfreich ist die Homepage des Autors www.authorstephenwhite.com, denn auf dieser hat der Autor Bilder von den Gebäuden veröffentlicht, die im Buch auftauchen. Dennoch ist die Bedeutung der Geheimbünde für die Auflösung des Buches eher gering.

Diese baut sich auf über 400 Seiten langsam und kontinuierlich auf, kommt dann aber sehr plötzlich. Nichtsdestotrotz ist sie logisch und nachvollziehbar, aber nicht besonders spektakulär.

Mein Fazit:
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Spannung pur – Stephen White versteht es, seine Leser zu fesseln!


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