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Das Ende

Bild von gaensebluemche

Klappentext:
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Vor 666 Jahren suchte der Schwarze Tod Europa heim. Jetzt ist die Pest, die einst die Hälfte der Weltbevölkerung dahinraffte, zurück. Als gentechnisch veränderte Biowaffe wird sie von einer religiösen Fanatikerin im Herzen Manhattans freigesetzt. Es scheint unmöglich, die Seuche aufzuhalten, und so wird die Millionenstadt hermetisch abgeriegelt und unter Quarantäne gestellt. Der traumatisierte Kriegsveteran Patrick Shepherd, der im Irak seinen Arm verloren hat, befindet sich gerade in einem Krankenhaus in Manhattan, als das Chaos ausbricht. Auf der Suche nach seiner Familie begibt er sich auf eine Odyssee durch die von Gewalt und Tod heimgesuchte Metropole. Während seiner Reise kann er nicht nur neue Verbündete gewinnen, sondern muss sich auch seinen persönlichen Dämonen stellen.

Über den Autor:
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Steve Alten wurde in Philadelphia geboren. Der Sportmediziner und Hobby-Paläontologe wurde mit seinem Debütroman "Meg - Die Angst aus der Tiefe" praktisch über Nacht zum Bestsellerautor. Steve Alten lebt mit seiner Frau und drei Kindern in Boca Raton, Florida.

Allgemeines zum Buch:
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„Das Ende“ umfasst 720 Seiten und gliedert sich in fünf Teile, die sich wiederum in Kapitel und Abschnitte untergliedern. Die Kapitel tragen keine Zahlen, sondern nur Überschriften, die meist aus einer Datumsangabe bestehen. Die Kapitel sind recht umfangreich - zum Spannungsaufbau sind sie zusätzlich in Abschnitte unterteilt, die außerdem den Lesefluss erleichtern. Die Abschnitte sind jeweils sehr kurz, umfassen selten mehr als fünf Seiten. Mit jedem Abschnitt wechselt der Erzählstrang.

Das Buch umfasst eine Handvoll Haupterzählstränge sowie eine Vielzahl an Nebenerzählsträngen, deren Protagonisten meist nur eine kurze Rolle spielen. Die Haupterzählstränge werden jedoch kontinuierlich vorangetrieben.

Eingeleitet wird das Buch durch eine Vorbemerkung des Autors, in welcher dieser sehr viel Persönliches über die Entstehungsgeschichte des Buches preisgibt. Abgerundet wird das Buch durch „abschließende Gedanken“ des Co-Autoren Nick Nunziata sowie eine sympathische Danksagung des Autors Steve White.

Geschrieben ist der Roman aus der Sicht eines allwissenden Erzählers in der Vergangenheitsform.

Das Cover des Romans ist sehr auffällig und furchteinflößend gestaltet. Dadurch passt es zum Genre Thriller und macht neugierig auf den Inhalt des Buches.

„Das Ende“ ist im Dezember 2011 im Heyne Verlag erschienen. Die Originalausgabe erschien 2010 unter dem Titel „Grim Reaper: End of Days“ Variance. Übersetzt wurde das Buch von Thomas Bertram und Martin Ruf.

Meine Meinung:
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„Die Pest: der Schwarze Tod. Das Große Sterben. Dreihundert Menschen pro Tag waren in London umgekommen. Sechshundert in Venedig. Die Pest hatte Montpellier verwüstet und neunzig Prozent der Stadtbevölkerung hinweggerafft. In nur wenigen Jahren hatte der Schwarze Tod die Bevölkerung des Kontinents von achtzig Millionen auf dreißig Millionen dezimiert – und das alles in einer Epoche, deren Fortbewegungsmittel sich auf Pferde und die eigenen Beine beschränkten.“

Welche Auswirkungen mag eine solch schlimme Krankheit dann erst im 21. Jahrhundert haben, in der sich Tausende von Kilometern innerhalb kurzer Zeiträume überbrücken lassen? Steve Alten nimmt den Leser mit seinem Buch „Das Ende“ auf eine Reise, bei der diese schreckliche Vorstellung Wirklichkeit wird.

Der Einstieg in das Buch ist nicht gerade einfach. Den Leser erwarten eine Vielzahl an Charakteren sowie häufige Sprünge in Ort und Zeit. Aufgrund der kurzen Abschnitte wirkt das Buch sehr episodenhaft. Kaum hat man sich in einen Handlungsstrang eingelesen, springt man schon wieder zum nächsten und muss sich erst einmal orientieren, wo man sich gerade befindet und welchen Charakter man begleitet. Viele Charaktere tauchen nur einmal auf, ihre Bedeutung ist dann eher nachrangig. Vermutlich stehen sie für das Schicksal Vieler und sollen nur verdeutlichen, welche weitreichenden Auswirkungen die Krankheit mit sich bringt. Im Verlauf des Buches wird dann aber schnell deutlich, welche Handlungsstränge und somit welche Personen von größerer Bedeutung sind. Dazu ist das Buch in den ersten 100 Seiten sehr stark von politischen Intrigen und Machtkämpfen geprägt. Diese ziehen sich durch das ganze Buch, verlieren nach Einbruch der Krankheit aber an Bedeutung.

Angetrieben aus politischen Machtinteressen wurde in einem Labor in den USA eine Krankheit entwickelt, die eine Kombination aus Beulen-, Lungen- und septikämischer Pest in sich vereint und innerhalb weniger Stunden zum Tod führt. Ein Glied in der Kette der Mitarbeiter konnte nicht unter Kontrolle gehalten werden. Aus Rache infiziert diese Person sich selbst und läuft umsichhustend und –niesend über die Straßen Manhattans. Tausende Menschen stecken sich bei ihr an, die wiederum Tausende Menschen anstecken. Schnell gerät die Krankheit außer Kontrolle und unzählige Menschen verenden auf qualvolle Weise. Die Regierung sieht keinen anderen Ausweg, als die Stadt abzuriegeln: Tunnel werden gesperrt, Brücken gesprengt, Manhattan steht unter Quarantäne. Doch einige halten sich nicht an die Sicherheitsvorkehrungen und versuchen, die Insel zu verlassen...

Mitten in diesem Chaos steckt der männliche Hauptcharakter des Romans Patrick Shepherd, genannt Shep. Er liegt im Krankenhaus, nachdem er verwundet aus dem Irakkrieg in seine Heimat zurückgekehrt ist. Diesen Charakter nimmt der Autor zum Anlass, sich immer wieder kritisch über die Sinnlosigkeit von Kriegen zu äußern. In Rückblenden erfährt der Leser, was dieser Figur Schreckliches im Irakkrieg widerfahren ist. Shep hat nicht nur einen Arm verloren, sondern auch sein Gedächtnis. Dieses kehrt lediglich nachts zu ihm zurück, wenn er sich von Alpträumen geplagt in seinem Krankenhausbett hin und her wälzt. Krankenschwester Leigh Nelson kümmert sich liebevoll um ihren Patienten. Und sie ist es, die schließlich erfährt, dass Shep eine Frau und eine Tochter hat. Sie begibt sich auf die Suche nach den beiden, um die Familie wieder zusammenzuführen. Doch dafür muss sie zunächst einmal Shep dazu bringen, sich an diese zu erinnern.

Bevor es zu einer glücklichen Familienzusammenführung kommen kann, bricht das Chaos in Manhattan aus. Ab sofort geht es nur noch ums Überleben. Glücklicherweise bleibt die Handlung aufgrund der persönlichen Geschichte von Shep nicht zu einseitig, sondern bekommt dadurch einen emotionalen Strang, der neben all der Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung, den der Ausbruch der schrecklichen Krankheit mit sich bringt, gut tut. Außerdem war dieser Handlungsstrang oft spannender als der, der sich allein mit den Folgen der Krankheit beschäftigt. Der Autor wiederholt sich hier zu oft, wodurch das Buch eintönig wirkt.

Authentizität bekommt das Buch durch Tagebucheinträge aus den Jahren 1346 bis 1348, verfasst von einem Herrn Guy De Chauliac, seineszeichens Wundarzt

In seiner Vorbemerkung bezeichnet Steve Alten seinen Roman als spirituell. Und damit trifft er den Nagel auf den Kopf. Denn tatsächlich ist „Das Ende“ ein Buch, das an sehr vielen Stellen von der Religiosität der Protagonisten beherrscht wird und in dem unter anderem der Sensenmann als Charakter eine wichtige Rolle spielt. Es wird sehr oft über Gott philosophiert und Gebete werden an ihn gerichtet. Auch sind die biblischen Geschichten um Adam und Eva und Noah und seine Arche von großer Bedeutung. Diese Themen werden regelmäßig bis zum Ende des Buches angesprochen.

Der Schreibstil des Autors ist zu Beginn des Buches sehr bildhaft, fast schon poetisch. Alten nimmt sich Zeit, die Handlungsumgebung anschaulich zu beschreiben. Diese Zeit hat er jedoch nicht mehr, als die Handlung so richtig in Fahrt kommt. Jetzt geht es ihm nur noch darum, den Leser bei Laune zu halten, die Handlung voranzutreiben und für Spannung zu sorgen. Für malerische Beschreibungen ist nun kein Raum mehr. Dadurch liest sich das Buch aber wesentlicher angenehmer und vor allem flüssiger. Ein gewählter Ausdruck, der teilweise schon übertrieben und gestellt wirkt, passt einfach nicht zu einem Thriller wie diesem.

Mein Fazit:
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„Das Ende“ hätte ein fesselnder Roman sein können, aber leider verliert sich der Autor in zu vielen Handlungssträngen sowie religiösen und politischen Kleinigkeiten, die dem Buch die Spannung nehmen.


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