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Wohin du auch fliehst

Bild von gaensebluemche

Klappentext:
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Der Feind in deinem Bett...

Niemand glaubt Cathy, als sie sich von ihrem charmanten, allseits beliebten Freund Lee zunehmend bedroht fühlt. Er kontrolliert jeden ihrer Schritte, schleicht sich heimlich in ihre Wohnung, manipuliert ihre Freunde. Völlig auf sich allein gestellt, plant sie ihre Flucht — die sie nur knapp überlebt. In einer neuen Stadt und ohne jeden Kontakt zu den Menschen aus ihrer Vergangenheit gelingt es ihr, sich ein Leben in vermeintlicher Sicherheit aufzubauen. Doch auch jetzt, Jahre später, verfolgt Cathy noch die Angst, dass Lee zurückkommen und sie finden könnte. Und sie soll Recht behalten …

Über die Autorin:
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Elizabeth Haynes wuchs in Seaford, Sussex auf und studierte an der Leicester University Englisch, Deutsch und Kunstgeschichte. Sie arbeitet als Fallanalytikerin bei der Polizei und lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn in Kent. „Wohin du auch fliehst“ ist ihr erster Roman.

Allgemeines zum Buch:
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„Wohin du auch fliehst“ umfasst 478 Seiten und gliedert sich in eine Vielzahl an Kapiteln, deren durchschnittliche Länge fünf Seiten beträgt. Überschrieben sind die Kapitel jeweils mit einer Datumsangabe. Das Buch umfasst einen Handlungszeitraum von knapp neun Jahren und spielt zum größten Teil in London, teilweise auch in Lancaster.

Geschrieben ist der Roman aus Sicht der Ich-Erzählerin Cathy in der Vergangenheitsform.

Das Buchcover ist auffällig gestaltet und passt deshalb zum Inhalt des Romans, weil darin ein rotes Kleid eine enorme Rolle spielt. Besonders ist, dass der Buchumschlag ganz glatt ist, wie bei einem Hochglanzfoto. Es fühlt sich besonders an, wenn man das Buch in Händen hält.

Dem Roman vorangestellt ist auf dem Vorsatzpapier ein Interview mit der Autorin Elizabeth Haynes, in dem diese davon berichtet, wie sie auf die Idee zum Roman gekommen ist und wie ihre Schreibgewohnheiten aussehen.

„Wohin du auch fliehst“ ist im Dezember 2011 als Taschenbuch im Diana Verlag erschienen. Die Originalausgabe erschien unter dem Titel „Into the darkest Corner“. Übersetzt wurde der Roman von Christine Winkler.

Meine Meinung:
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Cathy hat Angst. Furchtbare Angst. Zur Sicherheit kontrolliert sie sechs Mal, ob ihre Wohnungstür abgeschlossen ist, stellt sechs Mal sicher, dass der Riegel vorgeschoben ist, überprüft sechs Mal, ob ihre Fenster geschlossen sind. Geht in diesem Ablauf etwas schief, zum Beispiel weil das Telefon klingelt oder sie sich verzählt, muss sie von vorn beginnen. Cathy leidet an einer Zwangsstörung, seit sie vor einigen Jahren von ihrem Partner aufs Schlimmste misshandelt und terrorisiert wurde. Seitdem fürchtet sie sich vor dunklen Ecken, vor Männern mit blonden Haaren und der Polizei. Cathy ist nicht mehr die Frau, die sie früher einmal war, die immer in Partylaune war und mit ihren Freundinnen um die Häuser gezogen ist. Heute geht Cathy kaum noch außer Haus, nur um zur Arbeit zu gehen, da sie sich nie wirklich sicher ist, die Wohnung ordentlich abgeschlossen zu haben. Die heutige Cathy und die frühere Cathy könnten unterschiedlicher nicht sein, doch sie sind ein und dieselbe Person.

In einem stetigen Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit, der mit jedem neuen Kapitel erfolgt, lernt der Leser abwechselnd die alte und die neue Cathy kennen. Der Leser wird Zeuge davon, wie Cahty in der Gegenwart von ihrer Angst komplett beherrscht und ihr Tagesablauf vollständig von ihr bestimmt wird, während sie in der Vergangenheit den Mann kennenlernt, der all dies in ihr auslöst. Der auf den ersten Blick so liebenswert erscheint, nach und nach aber sein wahres Gesicht zeigt. Es ist wahrlich beängstigend, mitzuerleben, wie krankhaft eifersüchtig dieser Mann ist und diese zu starke Liebe letztlich ein Leben fast komplett zerstört. Was harmlos mit dem Kontrollieren von SMS und Emails anfängt, steigert sich schnell in blinde Wut und Gewalt.

Um als Psychothriller durchzugehen, fehlt es dem Roman jedoch an Spannung. 200 Seiten braucht die Autorin, um endlich an den Punkt zu gelangen, an dem es spannend werden könnte. Doch diese Chance nutzt sie nur zum Teil, nur wenige Szenen sorgen tatsächlich für Gänsehaut. Zum größten Teil plätschert die Handlung leider vor sich hin. Tagesabläufe werden beschrieben, Belanglosigkeiten problematisiert, Dialoge in die Länge gedehnt, die dadurch nur konstruiert wirken. Es kommt einfach keine richtige Stimmung auf, wie man sie von einem Psychothriller erwarten würde. Viele Wiederholungen bestimmter Szenen oder Sätze sorgen zudem für Längen.

Es fällt schwer, Gefühle für die Ich-Erzählerin Cathy zu entwickeln, die über Mitleid hinausgehen. Denn sie ist kein sympathischer Charakter. Während die frühere Cathy ein Partygirl war und keine Chance ausgelassen hat, einen Mann abzuschleppen, bekommt die heutige Cathy ihr Leben einfach nicht in den Griff. Sicherlich fällt es nicht schwer, dafür Verständnis aufzubringen. Aber Cathy ist einfach kein Charakter, der positiv überzeugen kann. Sie bleibt unnahbar. Ebenso, wie sie keine Männer an sich heranlässt, lässt sie auch keinen Leser an sich heran. Nicht einmal das Mitgefühl geht so weit, sie in den Arm nehmen und trösten zu wollen.

Zum Glück übernimmt diese Aufgabe jedoch Stuart, der neue Nachbar von Cathy, der es mit einiger Mühe tatsächlich schafft, dass Cathy sich in ihn verliebt. Doch werden die beiden glücklich miteinander sein können? Bei den Demütigungen und Narben, die Cathy erlitten hat?

Der Erzähstil der Autorin ist sehr seicht. Das Buch liest sich schnell weg, aber es ist nicht sonderlich anspruchsvoll geschrieben. Zudem ist die Ausdrucksweise der Ich-Erzählerin Cahty oftmals sehr derb. Besonders die der früheren Cathy. Die verwendeten Wörter sollen an dieser Stelle nicht wiederholt werden. Es sei nur betont, dass sie sehr negativ auffallen und nicht zur Grundstimmung des Buches passen. Sympathischer wirkt die Ich-Erzählerin dadurch ebenfalls nicht.

Der Roman wirkt in sich rund und gut konstruiert. Aber es fehlt an überraschenden Wendungen und vor allem an Spannung.

Mein Fazit:
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Mehr gewöhnlicher Roman als Psychothriller – die Spannung bleibt leider auf der Strecke.


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