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Ein Hauch von Ewigkeit

Bild von gaensebluemche

Klappentext:
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Manchmal muss man sehr weit reisen, um die Liebe zu finden...

Anna O‘Shea hat schon bessere Zeiten erlebt. Frisch geschieden, hat sie ihren Job in einer Anwaltskanzlei aufgegeben und kümmert sich um ihren aufsässigen 16-jährigen Neffen. Eines Nachts passiert das Unvorstellbare: Anna und Joseph werden in eine andere Zeit katapultiert, in der nichts mehr so ist, wie sie es kennen: Irland, 1840. Trotz der verstörenden Umstände entdecken sie vollkommen neue Stärken und Fähigkeiten an sich, und begegnen sie beide der Liebe.

Über die Autorin:
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Jacqueline Sheehan wuchs in Neuengland auf und lebt heute in Massachusetts. Sie arbeitet als Autorin und Psychologin. Außerdem leitet sie verschiedene Schreibseminare. Sie hat bereits zwei Romane und zahlreiche Essays und Artikel veröffentlicht.

Allgemeines zum Buch:
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„Ein Hauch von Ewigkeit“ umfasst 414 Seiten und gliedert sich in 41 Kapitel, die mit durchschnittlich zehn Seiten eine angenehme Länge haben. Zum bequemeren Lesen sind sie teilweise zusätzlich in Abschnitte unterteilt. Als Überschrift tragen die Kapitel allein ihre jeweilige Kapitelnummer.

Geschrieben ist der Roman aus Sicht eines allwissenden Erzählers in der Vergangenheitsform. Die Handlung spielt in der Gegenwart in Amerika, springt dann aber schnell ins Irland des 19. Jahrhunderts.

Abgerundet wird das Buch durch eine sympathische Danksagung der Autorin.

Das Cover ist sehr stimmungsvoll und auffällig gestaltet und passt zur Atmosphäre des Romans.

„Ein Hauch von Ewigkeit“ ist im Dezember 2011 als Taschenbuch im Blanvalet Verlag erschienen. Die Originalausgabe erschien 2009 unter dem Titel „Now & Then“ bei Avon, an imprint of HarperCollins Publishers, New York. Übersetzt aus dem Amerikanischen wurde das Buch von Barbara Röhl.

Meine Meinung zum Buch:
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Mit der Protagonistin Anna O’Shea meint es das Schicksal wirklich nicht sonderlich gut: Sie hat mehrere Fehlgeburten erlitten, ist frisch geschieden, entgeht nur mit Mühe einem Flugzeugabsturz. Nur, um dann zu erfahren, dass ihr Bruder nach einem Umfall im Koma liegt. Wer jetzt meint, die Autorin drücke mit diesen Schicksalsschlägen wohl zu sehr auf die Tränendrüse, hat nicht ganz Unrecht. Zudem erfährt man fast die komplette Lebensgeschichte der Protagonistin auf den ersten 30 Seiten, wodurch diese natürlich überladen mit Leid und Elend erscheinen. Aber dennoch: Anna wirkt sympathisch. Sie hat eine besondere Art, mit ihrem schweren Schicksal umzugehen und den Lebensmut nicht völlig zu verlieren.

So kümmert es sie auch nicht besonders, dass sie sich nun auch noch um ihren 16-jährigen Neffen Joseph kümmern muss, der gerade aus dem Gefängnis freigelassen wurde und nicht allein im Haus seines schwerverletzten Vaters wohnen soll.

Anna ist gerade von einer Reise nach Irland zurückgekehrt, die Koffer hat sie noch nicht ausgepackt. Alles, was sie nach dem ereignisreichen Tag möchte, ist schlafen. Doch nachts wird sie wach, hört Geräusche und erwischt Joseph dabei, wie dieser in ihren Sachen wühlt. Dabei findet er ein kleines Päckchen mit merkwürdigem Inhalt, das Anna in Irland von einer wildfremden Person in die Hand gedrückt bekommen hat. Ein innerer Drang und ein wirrer Traum haben Joseph dazu gebracht, nach diesem Päckchen zu suchen, in der Hoffnung, damit seinem Vater helfen zu können. Hier geht die Handlung ins Mystische über, denn wirklich erklären kann Joseph sich sein Verhalten nicht. Nachdem beide den Inhalt des Päckchens berühren, fallen sie urplötzlich in Ohnmacht, nur um kurze Zeit später im Irland des 19. Jahrhunderts wieder zu sich zu kommen.

Anna und Joseph haben sich während der Zeitreise verloren und kommen bei verschiedenen Iren unter. Ihnen wird erzählt, sie hätten Schiffbruch erlitten und man habe sie völlig entkräftet am Strand gefunden. Als Amerikaner haben sie, nicht wie die Briten, von den Iren nichts zu befürchten und so werden sie gut aufgenommen. Der Erzählstrang teilt sich nun und abwechselnd begleitet der Leser Anna oder Joseph.

Nun müssen sich beide in einer fremden Welt behaupten, in der es keinen Strom, keine Handys, Internet oder Shampoo gibt. Und natürlich setzt Anna alles daran, ihren Neffen wiederzufinden. Doch dabei erlebt sie das ein oder andere Abenteuer und auch Joseph ist in der Zwischenzeit nicht untätig, sondern verdingt sich als Ringer.

Jacqueline Sheehan gibt sich viel Mühe damit, die Unterschiede des Irlands im 19. Jahrhundert mit unserer modernen Welt aufzuzeigen. Dabei kommt es zu einigen witzigen Szenen, zum Beispiel als Anna sich aus Asche und Apfelessig ein Shampoo mischt und ihre Gastgeberin sich fragt, wo sie dies gelernt hat. Das Leben der irischen Bevölkerung wird sehr anschaulich beschrieben, das Buch wirkt authentisch und überzeugt als gut recherchierter historischer Roman.

Wer eine romantische Liebesgeschichte erwartet, wird leider enttäuscht. Zwar verlieben sich sowohl Anna als auch Joseph, aber die Beziehungen der beiden bleiben sehr oberflächlich und entwickeln sich so schnell, dass man als Leser kaum Gelegenheit bekommt, daran teilzuhaben. Gefühle kommen dabei definitiv zu kurz, denn sie werden viel zu schnell und platt abgehandelt.

Zum Ende des Buches hin wird deutlich, dass Anna und Joseph nicht ohne Grund in die Vergangenheit gereist sind. Auf sie wartet im Jahr 1844 eine ganz besondere Aufgabe. Hier driftet die Handlung wieder in den mystischen Bereich ab und es braucht ein Portion Phantasie, um sich auf die Auflösung des Buches einlassen zu können. Auch hat eine der irischen Charaktere das zweite Gesicht. Diese Fähigkeit spielt für den Verlauf der Handlung keine große Rolle, passt aber zu Irland und seiner besonderen Atmosphäre.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm. Das Buch liest sich leicht und flüssig. Jacqueline Sheehan gelingt es, ihre Leser durch ihren bildhaften Stil zu fesseln. Stete Ereignisse sorgen dafür, dass der Spannungsbogen das komplette Buch hindurch aufrecht erhalten bleibt. Auch die Charaktere vermögen zu überzeugen. Sie sind lebendig und bunt gezeichnet, als Leser kann man sich in sie hineinversetzen und es macht Spaß, mit ihnen zusammen Abenteuer zu erleben.

Mein Fazit:
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Ein ereignisreicher und mystischer Zeitreiseroman, der vor allem aufgrund seiner authentischen Charaktere überzeugt.


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