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Schattenblüte 01. Die Verborgenen

Bild von gaensebluemche

Klappentext:
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Eine Liebe, stärker als der Tod

Seit dem Tod ihres Bruders ist für Luisa nichts mehr, wie es war. Sie beschließt zu sterben. Aber kurz vor dem letzten Schritt hält jemand sie auf: Thursen nennt sich der Junge mit den geheimnisvollen Schattenaugen. Mit einer Gruppe Jugendlicher lebt er im Wald, und er spürt Luisas Schmerz.

Die „Verborgenen“ können ihre Gestalt ändern: Sie sind Werwölfe. Mit jeder Verwandlung wird Thursen mehr zum Tier – und die Erinnerungen an sein vorheriges Leben verblassen. Bald wird er ganz Wolf sein. Dann hat Luisa auch ihn verloren. Für ihre große Liebe würde sie alles tun. Doch reicht das, um Thursen zu retten?

Über die Autorin:
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Nora Melling wurde 1964 in Hamburg geboren. Schon als Kind liebe sie es, phantastische Geschichten zu erfinden. Doch erst einmal machte sie eine kaufmännische Ausbildung und zog zum Studieren nach Berlin. Heute lebt sie mit ihrem Mann und vier Kindern in Berlin-Zehlendorf und geht oft im Grunewald spazieren, wo sich auch ihre Werwölfe tummeln. Mit der Geschichte von Thursen und Luisa hat sie sich ihren Traum erfüllt und ihren ersten Roman geschrieben.

Allgemeines zum Buch:
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„Schattenblüte. Die Verborgenen“ umfasst 349 Seiten und gliedert sich in 16 Kapitel, die mit durchschnittlich 21 Seiten ziemlich umfangreich sind. Zum bequemeren Lesen sind sie daher zusätzlich in Abschnitte unterteilt. Als Überschrift tragen die Kapitel allein ihre jeweilige Kapitelnummer.

Abgerundet wird das Buch durch eine sympathische Danksagung der Autorin.

Geschrieben ist „Die Verborgenen“ aus Sicht der Ich-Erzählerin Luisa in der Gegenwartsform. Die Handlung des Romans spielt in Berlin.

Besonders erwähnenswert ist die auffällige Gestaltung des Buches. Schon das Cover ist ein echter Hingucker und die plastisch hervorgehobenen Tautropfen auf der schwarzen Blüte verleiten dazu, immer wieder über das Cover zu streichen. Im Inneren des Buches setzt sich die aufwendige Gestaltung fort: Jedes der Kapitel wird durch eine Zeichnung eingeleitet, die eine Blüte sowie drei Vögel zeigt.

„Schattenblüte. Die Verborgenen“ ist im November 2010 im Rowohlt Polaris Verlag erschienen. Es ist der erste Band einer Reihe, deren Fortsetzung im März 2012 unter dem Titel „Schattenblüte. Die Wächter“ ebenfalls im Rowohl Polaris Verlag erscheinen wird.

Meine Meinung zum Buch:
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Der Einstieg in das Buch ist mir ziemlich schwer gefallen. Ich weiß selbst nicht so genau, warum. Denn eigentlich war mir Luisa sofort sympathisch und ich habe mich mit ihr als Ich-Erzählerin sehr wohl gefühlt. Auch die Tatsache, dass das Buch in der Gegenwartsform geschrieben ist, was eher selten ist, hat mich nicht weiter gestört. Vermutlich lag es einfach daran, dass ich zu Beginn des Romans nur wenig Lesezeit am Stück hatte und immer wieder aus der Geschichte herausgerissen wurde. Gestern hatte ich dann aber viel Zeit für das Buch und konnte mich von ihm gefangen nehmen lassen.

Die Idee hinter dem Roman hat mich sehr stark an "Nach dem Sommer" von Maggie Stiefvater erinnert. Die beiden Bücher ähneln sich vor allem darin, dass die Werwölfe dem Zeitpunkt entgegensteuern, in dem sie sich nicht mehr in einen Menschen zurückverwandeln können. Darin liegt bei beiden Reihen ja ein Großteil der Dramatik. In vielen Punkten ist „Die Verborgenen“ aber doch anders. Besonders die Tatsache, dass die Jugendlichen alle etwas Schreckliches erlebt haben und sich deshalb in ihr Wolf-Dasein geflüchtet haben, macht die Handlung sehr speziell. Aber vor allem auch dramatisch, wenn ich da an ein bestimmtes Schicksal denke, wozu ich an dieser Stelle aber natürlich nicht mehr verraten werde. Ich hatte mit jedem der Wolf-Charaktere Mitleid und sogar schon fast so etwas wie Verständnis. Es ist mir sehr leicht gefallen, ihre Entscheidung, lieber Wolf als Mensch zu sein, nachzuvollziehen. Überhaupt waren die Charaktere sehr liebevoll und detailreich gezeichnet und ich habe sie alle sofort in mein Herz geschlossen.

Besonders Luisa ist ein großartiger Charakter. Ich mag ihre Art einfach sehr und auch wenn sie sich nicht immer fair verhält, verhält sie sich doch immer authentisch. Luisa hat eben einen Verlust erlitten, der sie sehr mitnimmt, über den sie nicht hinwegkommt. Sie ist nun mal sauer auf ihre Eltern. Sie fühlt sich zerrissen, leer, allein. Sie hat Sehnsucht, ist verletzt. Warum soll sie sich da nicht auch dementsprechend verhalten? Ich konnte jede ihrer Handlungen absolut nachvollziehen. Übertrieben fand ich da schon eher das Verhalten ihrer Eltern, vor allem das ihres Vaters. Und auch bei Anja, einer Nachbarin, ist mir nicht ganz klar geworden, was ihre Motive sind. Vor allem in den Dialogen hat sie sich immer so rätselhaft und gestellt ausgedrückt. Dafür fand ich Lotti, Anjas jüngste Tochter, total klasse!

Und Thursen fand ich natürlich auch toll. Die Liebesgeschichte, die sich zwischen ihm und Luisa entwickelt, ist nicht rosarot, aber dennoch gibt es viele herzerwärmende Momente. Am Anfang dachte ich, dass sich die Beziehung der beiden etwas zu schnell entwickelt. Aber wenn man bedenkt, dass Thursen Luisa schon seit längerer Zeit in Wolfsgestalt gefolgt ist, macht es doch Sinn, als er gleich zu Beginn des Buches sagt, dass er sie vermissen würde. Und dass Luisa sich so Hals über Kopf in Thursen verknallt, ist doch auch kein Wunder. Er ist schon toll! Und so mysteriös!

Luisa lüftet das Geheimnis, das Thursen und seine Freunde umgibt, erst relativ spät. Und dazu braucht sie auch noch einige Anstöße. Als Leser weiß man aufgrund des Klappentextes schon von vornherein, in welche Richtung die Handlung gehen soll und wundert sich deshalb manchmal etwas über Luisas Begriffsstutzigkeit. Die Beziehung zwischen Thursen und Luisa ist furchtbar kompliziert, natürlich! Und ich fand es toll, dass Nora Melling das auch verdeutlicht. Die beiden können nicht wie verliebte Teenager durch die Stadt turteln, da Thursen kaum noch unter Menschen gehen kann. Sein Schicksal steht ständig zwischen den beiden und ihre Zukunft steht absolut in den Sternen. Hach, die beiden haben es schon nicht leicht. Ich habe ganz schön mit den beiden mitgefiebert!

Besonders gut gefallen hat mir auch, dass Berlin als Handlungsort sehr lebendig wird. Ich kenne mich ein bisschen in der Stadt aus und habe mich gefreut, von bekannten Straßennamen oder Sehenswürdigkeiten zu lesen.

Die Handlung wartet mit einigen überraschenden Wendungen auf und versteht es durchweg, zu fesseln. Es sind Kleinigkeiten irgendwie, die für Spannung sorgen. Das Ende des Romans ist sehr stimmig und hat mir sehr gut gefallen. Nun bin ich aber total gespannt, wie es weiter geht. Zum Glück dauert es nicht mehr lange, bis die Fortsetzung erscheint.

Der Stil der Autorin ist irgendwie ganz besonders. Sie schreibt sehr poetisch und gefühlvoll, eindringlich und berührend. Das hat mir sehr gut gefallen. Aus diesem Buch lassen sich viele schöne Zitate entnehmen, die es wert sind, in ein Buch eingetragen zu werden. Emotionen, positiver wie negativer Art, werden lebendig, die Autorin malt mit Worten Bilder. Jedes Wort sitzt und die Sätze sind unglaublich ausdrucksstark und gewaltig! Nora Melling schafft es, wenig zu sagen, aber unglaublich viel auszudrücken.

Mein Fazit:
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Ein sehr emotionaler Roman, der mit einer Geschichte aufwartet, die unter die Haut geht.


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