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Die Lügen, die wir erzählten

Bild von gaensebluemche

Klappentext:
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USA, 1947. Der Krieg ist vorbei und die Menschen sehnen sich nach den schönen Dingen des Lebens. Kino, Konsum und Reklame prägen den Alltag. Auch die fünfzehnjährige Evie hat Sehnsucht – nach Lippenstift, Nagellack und nach der großen Liebe. Als sie Peter, einem ehemaligen Soldaten begegnet, scheinen all ihre Träume in Erfüllung zu gehen. Doch Peter hütet ein Geheimnis, das Evies Familie für immer zu zerstören droht.

Über die Autorin:
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Judy Blundell lebt zusammen mit ihrem Ehemann und ihrer Tochter in Katonah, New York. Unter einem Pseudonym hat sie viele New-York-Times-Bestsellerromane geschrieben.

Allgemeines zum Buch:
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„Die Lügen, die wir erzählten“ umfasst 288 Seiten und gliedert sich in 35 Kapitel. Mit durchschnittlich acht Seiten haben diese eine ganz angenehme Länge. Überschrieben sind die Kapitel allein mit ihrer jeweiligen Kapitelnummer.

Geschrieben ist der Jugend-Roman aus Sicht der fünfzehnjährigen Ich-Erzählerin Evie in der Vergangenheitsform. Die Handlung spielt zum größten Teil des Buches in Florida und umfasst einen Zeitraum von wenigen Wochen.

Abgerundet wird das Buch durch eine sympathische Danksagung der Autorin.

„Die Lügen, die wir erzählten“ ist im September 2010 als Hardcover mit Schutzumschlag im Ravensburger Buchverlag erschienen. Die amerikanische Originalausgabe erschien unter dem Titel „What I saw and How I Lied“ bei Scholastic Press, an imprint of Scholastic Inc. Übersetzt aus dem Amerikanischen wurde das Buch von Mirjam Pressler.

Das Cover ist auffällig gestaltet und es ist durchaus vorstellbar, dass es sich bei dem abgebildeten Mädchen um die Ich-Erzählerin Evie handelt.

Meine Meinung zum Buch:
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Leider konnte mich das Buch nicht hundertprozentig überzeugen.

Gut gelungen ist auf jeden Fall, dass das Lebensgefühl im Amerika des Jahres 1947 von der Autorin sehr gekonnt eingefangen wurde. Zum ersten Mal nach den langen Jahren des schrecklichen Zweiten Weltkrieges verspüren die Menschen wieder Hoffnung und leben ihren amerikanischen Traum. Die Frauen schminken sich, tragen Lippenstift auf, tanzen in ihren Kleidern über die Straßen. Die Männer trinken Cola und treffen sich in Hotels oder Bars zum Plausch. Doch nicht alles ist Friede, Freude, Eierkuchen. Anspielungen auf Rassentrennung und Diskriminierung der Juden finden sich oft und sorgen für eine angespannte Stimmung.

Darüber hinaus ist Evie ein sehr authentischer und glaubwürdiger Charakter. Sie verhält sich genau so, wie man es von einem Teenager, der immer im Schatten seiner wunderschönen Mutter stand und der sich nun zum ersten Mal bis über beide Ohren verliebt hat, erwartet. Sie ist einerseits freudestrahlend und glücklich, wenn sie Peter sieht, andererseits stur und trotzig, wenn ihre Eltern ihr den Umgang mit dem ehemaligen Soldaten verbieten. Die Stimmung schwankt zwischen himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt und das nimmt man ihr total leicht ab. Evie ist auf dem Weg zum Erwachsenwerden und wie schwer und steinig dieser Weg sein kann, wissen wir wohl alle. ;-)

Bis auf Evie blieben leider alle Charaktere blass und unnahbar. Es ist mir sehr schwer gefallen, ihr Verhalten nachzuvollziehen. Vor allem Evies Mutter fand ich furchtbar. Sie sollte eigentlich glücklich mit ihrer kleinen Familie sein, aber anscheinend ist sie ihr wohl nicht gut genug...

Dazu ist die Handlung absolut vorhersehbar. Die Entwicklungen kamen nicht überraschend, ich hatte eher schon mit ihnen gerechnet. Lediglich am Ende des Buches gab es einige Wendungen, die man nur schwer erahnen konnte. Aber die konnten es dann auch nicht mehr rausreißen.

Der Schreibstil der Autorin ist zwar angenehm, aber nicht fesselnd. Judy Blundell bemüht sich um einen poetischen und eindringlichen Stil. Der passt aber meiner Meinung nach gar nicht zur Geschichte. An einigen Stellen wäre es wohl besser gewesen, sich nicht nur auf Andeutungen zu beschränken, sondern die Dinge beim Namen zu nennen. Das Buch braucht keinen intelligenden Schreibstil, bei dem der Leser zwischen den Zeilen lesen muss. Stattdessen wäre ein direkter und unvermittelter Schreibstil passender gewesen.

Mein Fazit:
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„Die Lügen, die wir erzählten“ überzeugt leider nur aufgrund seiner authentischen Ich-Erzählerin. Ansonsten ist das Buch eher mittelmäßig.


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