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Die Seelen der Nacht

Bild von gaensebluemche

Klappentext:
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Diana Bishop ist Wissenschaftlerin mit Leib und Seele – doch ihr Blut ist das eines großen Hexengeschlechts. Der rätselhafte Tod ihrer Eltern, zweier mächtiger Hexen, ließ sie jedoch einst der Magie abschwören und ihr mächtiges Erbe verleugnen. Doch ausgerechnet die Magie führt sie eines Tages in der berühmten Bodleian-Bibliothek von Oxford zu einem lange verschollenen, mysteriösen Manuskript. Sehr bald merkt Diana, dass sie einen außergewöhnlichen Fund gemacht hat. Plötzlich ist jede Hexe, jeder Vampir und jeder Dämon der Stadt hinter ihr her, begierig auf die Geheimnisse des Manuskript. Ausgerechnet Matthew Clairmont, ebenfalls Akademiker und dazu äußerst attraktiv, scheint ihr helfen zu wollen, die dunklen Gestalten, die sich um sie scharen, zu bekämpfen. Aus Abneigung wird schnell Sympathie, doch das macht die Sache nur noch komplizierter...

Über die Autorin:
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Deborah Harkness ist Professorin für Europäische Geschichte und Wissenschaftsgeschichte an der University of Southern California in Los Angeles. Für ihre wissenschaftlichen Arbeiten erhielt sie mehrfach Stipendien und Auszeichnungen. „Die Seelen der Nacht“ ist Deborah Harkness‘ erster Roman.

Allgemeines zum Buch:
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„Die Seelen der Nacht“ ist mit seinen 800 Seiten ein schön umfangreicher Schmöker. Ich liebe ja dicke Wälzer. Klar, dass ich da auch an diesem Roman nicht vorbei kam. ;-) Unterteilt ist das Buch in 43 Kapitel, die sich zum bequemeren Lesen noch mal in Abschnitte unterteilen.

Geschrieben ist der Roman zum größten Teil aus Sicht der Ich-Erzählerin Diana in der Vergangenheitsform. Einige Kapitel sind aus Sicht eines allwissenden Erzählers geschrieben und beleuchten Ereignisse, an denen Diana nicht beteiligt ist und von denen der Leser sonst nichts wüsste. Teilweise ist er also schlauer als Diana.

Erschienen ist das Buch im September 2011 als Hardcover im Blanvalet Verlag. Die Originalausgabe erschien 2011 unter dem Titel „A Discovery of Witches“ bei Viking, published by the Penguin Group, New York. Übersetzt wurde der Roman von Christoph Göhler.

Die Gestaltung des Buches ist nicht nur auffällig sondern auch total toll. Das Cover ist ein echter Hingucker, aber mein Highlight ist die Gestaltung im Inneren des Buches: Der Einband des Buches ist grün, das Vorsatzpapier und das Lesebändchen sind pink. Knallpink! Ist das nicht ein großartiger Kontrast?! Ich finde es großartig und kann mich gar nicht daran satt sehen...

Meine Meinung zum Buch:
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Der Klappentext verrät ja schon ziemlich viel von der Handlung, aber keine Angst: Er verrät auf keinen Fall zu viel, denn die Ereignisse, die im Klappentext beschrieben werden, finden schon in den ersten beiden Kapiteln statt: Diana recherchiert in der Bodleian-Bibliothek für ihre Arbeit, stößt dabei auf ein geheimnisvolles Manuskript, von dem eine enorme Energie ausgeht und das ein Geheimnis in sich zu bürgen scheint. Ab diesem Zeitpunkt folgen ihr sämtliche Wesen wie Vampire, Hexen und Dämonen und Diana lernt Matthew kennen, einen umwerfend gutaussehenden Vampir, der ihr jedoch nicht sonderlich sympathisch ist. Zunächst...

Während sich in den ersten beiden Kapiteln die Ereignisse also förmlich überschlagen, geht es in den folgenden Kapiteln wesentlich ruhiger zu. Fast zu ruhig für meinen Geschmack. Matthew und Diana lernen sich besser kennen und es wird schnell klar, dass Diana ihre anfängliche Abneigung gegenüber diesem mysteriösen Vampir auf keinen Fall aufrecht halten kann. Dafür ist er einfach zu interessant. Die beiden verbringen viel Zeit miteinander und es macht Spaß, sie zu beobachten und zusammen zu erleben. Gleichzeitig hat der Leser so auch die Gelegenheit, die beiden Hauptcharaktere besser kennen zu lernen und man erfährt einiges über ihre Eigenheiten und Besonderheiten. Bei Diana ist besonders interessant, dass sie als Hexe natürlich über magische Fähigkeiten verfügt, diese aber komplett unterdrückt. Es sind bloß Kleinigkeiten, bei denen sie sich durch ihre Magie Unterstützung holt, aber im Wesentlichen lebt sie wie ein ganz normaler Mensch. Von Matthew geht eine ganz tolle Atmosphäre aus. Er ist einfach ein höchst interessanter und mysteriöser Charakter. Besonders auffällig sind seine Stimmungsschwankungen, die er nicht immer im Griff hat...

Leider passiert auf den ersten knapp 150 Seiten sonst nicht viel Aufregendes. Stattdessen drehen sich die Fragen, was es mit dem mysteriösen Manuskript auf sich hat und warum alle Gattungen an mystischen Wesen nun hinter Diana her sind, ständig im Kreis. Antworten erhält der Leser keine und es ist recht mühsam, immer wieder dieselben Spekulationen zu lesen, die ja doch zu keinem Ergebnis führen.

Aber: Es wird besser. Und wie! Nachdem die Geschichte ihre Zeit gebraucht hat, um in Fahrt zu kommen, legt sie auf den folgenden 650 Seiten doch ein enormes Tempo vor. Die Handlung kommt nun richtig in Bewegung, es kommt Spannung auf, das Interesse des Lesers an der Geschichte wird geweckt und das Buch schafft es mit Leichtigkeit, seine Leser zu fesseln. Die Handlung wird vielschichtiger, es kommen viele Nebenstränge hinzu, einige bislang unbeantwortete Fragen werden beantwortet und insgesamt wird die Handlung einfach detailreicher. Die Autorin hat sich viele Kleinigkeiten einfallen lassen, die dem Buch das gewisse Etwas geben. Die Handlung ist durchweg logisch und ausgetüftelt konstruiert. Deborah Harkness versteht es, für Spannung zu sorgen. Aufgrund des Umfangs des Buches hat die Handlung viel Raum, um sich zu entfalten und man merkt einfach, dass die Autorin sich viel Zeit für sämtliche Ereignisse genommen hat.

Dabei ist es aber nicht nur die Handlung, die toll konstruiert ist, mit überraschenden Wendungen aufwartet und enorm detailreich ist, die zu überzeugen vermag. Es sind vor allem die Charaktere, mit denen sich Deborah Harkness sehr viel Mühe gegeben hat. Während Matthew und Diana dem Leser schnell ans Herz wachsen, gelingt dies auch den neuen Figuren, die nach und nach eingeführt werden. Zumindest denen, die „gut“ sind. Die „bösen“ Charaktere sind aber auch allesamt interessant und lebendig gezeichnet. Das Verhalten der Figuren ist stets authentisch und nachvollziehbar. Das liegt vor allem daran, dass die Charaktere echt sind, dass sie so umfangreich gezeichnet sind, dass man sich in sie hineinfühlen kann und mit ihnen zusammen die Geschichte lebt. Sie werden einfach greifbar und dadurch so wunderbar lebendig.

Ich verrate wohl nicht zu viel, wenn ich sage, dass sich zwischen Diana und Matthew mehr als nur eine Freundschaft entwickelt. Hach, es gibt in diesem Buch so viele Seufz- und Schmachtszenen - lest es am besten selbst! Das Buch ist stellenweise sooo romantisch und gefühlvoll. Es ist einfach schön. Dabei wahrt die Autorin aber auch stets ein hohes und ansprechendes Niveau und rutscht nicht in den Kitsch ab.

Der Schreibstil der Autorin ist überaus angenehm, sodass sich das Buch leicht und flüssig lesen lässt. Deborah Harkness schafft es, vor dem inneren Auge des Lesers einen Film ablaufen zu lassen, in dem die Handlung und die Charaktere lebendig werden. Ein feiner Humor sorgt zudem für ein erfrischendes Lesevergnügen.

Mein Fazit:
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Der Einstieg in „Die Seelen der Nacht“ ist etwa mühsam, aber umso überzeugender ist der Großteil des Buches mit seinen greifbaren und lebendigen Charakteren und seiner spannenden und abwechslungsreichen Handlung.


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