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Die einzige Zeugin

Bild von gaensebluemche

Klappentext:
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Als die siebzehnjährige Lauren zurückkehrt zu dem Haus, in dem sie als Kind Zeugin eines schrecklichen Verbrechens wurde, kommen plötzlich die Erinnerungen wieder. Unangenehme Bilder drängen sich in ihr Bewusstsein, und sie muss sich schließlich die Frage stellen, ob die Dinge damals wirklich so waren, wie sie immer geglaubt hatte...

Über die Autorin:
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Anne Cassidy wurde 1952 in London geboren. Bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete, war sie Lehrerin und arbeitete mehrere Jahre in einer Bank. Sie ist verheiratet und hat einen Sohn. Anne Cassidy hat in England mehrere sehr erfolgreiche Romane für Jugendliche veröffentlicht.

Allgemeines zum Buch:
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„Die einzige Zeugin“ umfasst 278 Seiten und gliedert sich in vier Teile mit insgesamt 31 Kapiteln. Mit durchschnittlich acht bis neun Seiten haben diese eine angenehme Länge. Zum bequemeren Lesen sind sie teilweise zusätzlich in Abschnitte unterteilt. Überschrieben sind die Kapitel allein mit ihrer jeweiligen Nummer.

Geschrieben ist das Buch aus der Sicht eines allwissenden Erzählers in der Vergangenheitsform. Die Handlung umfasst einen Zeitraum von einem halben Jahr und spielt zum größten Teil in London.

„Die einzige Zeugin“ ist im Februar 2012 als Taschenbuch mit Klappbroschur im Fischer Verlag erschienen. Die englische Originalausgabe erschien 2009 unter dem Titel „The Dead House“ bei Hodder Children’s Books, London. Übersetzt wurde das Buch von Maren Illinger.

Meine Meinung zum Buch:
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Mir ist es relativ schwer gefallen, einen Einstieg in das Buch zu finden. Der Leser erfährt am Anfang nämlich nur bruchstückhaft, wovon das Buch handelt. Dadurch findet man keinen rechten Zugang zu den Personen und der Handlung, das ändert sich aber im Verlauf des Buches.

Lauren wächst bei ihrer Tante und deren Lebensgefährten auf und es ist zunächst nicht klar, was aus ihren Eltern geworden ist. Und ihrer kleinen Schwester. Man ahnt nur, dass etwas Schreckliches geschehen sein muss, denn Lauren hat im Alter von sieben Jahren ihre Heimat London Hals über Kopf hinter sich gelassen. Nun muss sie aber aufgrund von beruflichen Entwicklungen ihrer Tante und deren Lebensgefährten zurückkehren nach London, zu dem Ort, wo vor zehn Jahren etwas passiert ist, das ihr Leben von Grund auf verändert hat.

Auf dieses Geschehen hat Lauren mit Verdrängung reagiert. In ihren Träumen und ausgelöst durch bestimmte Gegenstände erinnert sie sich nach und nach zurück und zusammen mit dem Leser macht sie sich auf zu einer Entdeckungsreise in die Vergangenheit. Sie fängt an, sich zu erinnern, sich den Ereignissen der Vergangenheit zu stellen. Nach und nach ergeben sich immer mehr Informationen, die sich wie Puzzleteile zusammensetzen und anfangen, ein Bild zu ergeben. Ein erschreckendes und beängstigendes Bild, denn Lauren hat als sehr junges Mädchen etwas mitansehen müssen, was man niemandem wünscht. Ich verrate an dieser Stelle natürlich nicht, was vor zehn Jahren geschehen ist. Das müsst ihr schon selbst lesen. Auf jeden Fall aber ist es kein Wunder, dass Lauren darauf mit Verdrängung reagiert hat.

Nach den anfänglichen Startschwierigkeiten entwickelt das Buch einen enormen Sog und ich konnte gar nicht schnell genug lesen, um endlich zu erfahren, wie das Buch enden würde. Denn die Autorin hat ein Rätsel eingebaut, ein großes Fragezeichen, auf das es eine Antwort zu finden gilt. Das ganze Buch hindurch dachte ich, ich wüsste, wie es enden würde. Aber am Ende wurde ich total überrascht. Anne Cassidy hat sich eine Auflösung einfallen lassen, die völlig unerwartet kommt, aber zugleich authentisch und nachvollziehbar ist. Ich bin gespannt, was ihr zu dem Ende sagen werdet, wenn ihr das Buch auch mal lest.

Das Buch trägt zurecht die Bezeichnung „Thriller“, denn es ist durchweg spannend und fesselnd. Da es mit seinen knapp 280 Seiten relativ dünn ist, lässt es sich in einem Rutsch verschlingen. Der angenehme und leichte Schreibstil der Autorin tragen auch dazu bei. Dazu sind die Charaktere alle sehr greifbar und werden dem Leser schnell sympathisch, sodass es Spaß macht, von ihnen zu lesen.

Zwei kleine Kritikpunkte habe ich allerdings: Lauren lernt in London NATÜRLICH einen Jungen kennen. Das stört mich ja nicht weiter, ich lese ja gerne Bücher, die auch von zwischenmenschlichen Beziehungen erzählen. Aber: Die beiden kennen sich kaum und es dauert nicht lange, da verlieben sie sich Hals über Kopf ineinander und auch der erste Kuss kommt nach wenigen Tagen. Das fand ich etwas übertrieben und hätte es schöner gefunden, wenn sich zunächst nur eine Freundschaft zwischen den beiden entwickelt hätte. Es geht einfach etwas zu schnell und wirkt dadurch unglaubwürdig.

Außerdem erzählt das Buch auch von den Problemen in der Beziehung zwischen Laurens Tante und deren Lebensgefährten. Hier war mir der Schwerpunkt teilweise etwas falsch gesetzt, da für mich fast schon zu viel über die beiden erzählt wird. Ich hätte lieber mehr von Lauren und ihrer Problembewältigung gelesen als von den Strategien ihrer Tante, wie sie ihre große Liebe zurückerobern kann. Aber das nur am Rande.

Mein Fazit:
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Ein spannendes Jugendbuch, das mit einer überraschenden Wendung aufwartet und es schafft, auch erwachsene Leser zu überzeugen.


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